OpenAI-Projekt, Stargate

OpenAI-Projekt Stargate: Mega-Datencenter-Pläne gestoppt

23.02.2026 - 18:50:07 | boerse-global.de

OpenAIs milliardenschweres Infrastrukturprojekt Stargate liegt auf Eis. Grund sind Machtkämpfe mit Partnern und eine drastische Kürzung der langfristigen Ausgabenpläne.

OpenAI's monumentales Vorhaben für KI-Supercomputer liegt auf Eis – interne Machtkämpfe und eine drastische Finanzkorrektur zwingen den KI-Pionier zum Strategiewechsel.

Das als Projekt Stargate bekannte Vorhaben, eine Reihe riesiger KI-Datencenter im Wert von 500 Milliarden Euro zu bauen, ist ins Stocken geraten. Grund sind tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partnern OpenAI, Oracle und SoftBank über Standortkontrolle und Führung des Joint Ventures. Die Entwicklung fällt mit internen Berichten zusammen, wonach OpenAI seine langfristigen Infrastrukturausgaben von ursprünglich 1,4 Billionen Euro auf nun 600 Milliarden Euro bis 2030 kürzt.

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Machtkampf legt Schlüsselprojekt lahm

Das Vorzeigeprojekt, angekündigt als Herzstück von OpenAIs Strategie für die nächste KI-Generation, gilt inzwischen als "weitgehend ruhend". Die Pläne für Rechenkapazitäten von 10 Gigawatt scheitern an Grundsatzfragen: Wer kontrolliert die Standorte? Wer hat das letzte Wort beim Design? Die Quellen dieser Woche beschreiben einen Stillstand, der das Projekt ohne aktives Entwicklungsteam dastehen lässt.

Bereits Ende 2025 gab es Berichte über Verzögerungen an Oracle-geführten Standorten. Doch die aktuellen Probleme gehen tiefer. Es handelt sich nicht um logistische Engpässe, sondern um strategische Konflikte zwischen den Partnern. Für OpenAI, das eigentlich eigene Datencenter betreiben wollte, sind die immensen Kosten zum Stolperstein geworden. Die notwendigen Partnerschaften erweisen sich nun als Quelle erheblicher Reibung.

Finanzplanung: Vom Billionen-Traum zur bodenständigen Prognose

Parallel zu den Partnerschaftsproblemen korrigiert OpenAI seine finanzielle Langfristplanung nach unten. Die Reduzierung der geplanten Infrastrukturausgaben um mehr als die Hälfte – von 1,4 auf 0,6 Billionen Euro – werteten Beobachter als Hinweis auf nachhaltigere Finanzplanung. Das Unternehmen reagiert damit auf Investorinnen-Sorgen, die ursprünglichen Expansionspläne seien zu aggressiv gewesen.

In aktuellen Gesprächen mit Geldgebern prognosticiert OpenAI nun Gesamteinnahmen von über 280 Milliarden Euro bis 2030. Verbraucher- und Geschäftskunden sollen jeweils etwa die Hälfte beisteuern. Diese aktualisierten Modelle begleiten eine der größten Privatfinanzierungsrunden der Geschichte, die möglicherweise 100 Milliarden Euro überschreitet. Eine klare Botschaft: Spektakuläres Wachstum soll nicht mehr um jeden Preis erkauft werden.

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Notwendige Wende: Mehr Cloud, weniger Eigentum

Da das Flaggschiff-Projekt feststeckt, sichert sich OpenAI nun Rechenleistung über alternative Kanäle. Die Strategie: Kontrolle ohne Eigentum. Das Unternehmen vertieft seine Abhängigkeit von großen Cloud-Anbietern und schließt zusätzliche Verträge mit Amazon Web Services und Google Cloud für kurzfristige Kapatitäten ab. Dieser Multi-Cloud-Ansatz markiert eine deutliche Abkehr vom ursprünglichen Ziel eines eigenen, unabhängigen Infrastrukturnetzes.

Gleichzeitig diversifiziert OpenAI seine Hardware-Lieferkette über den Hauptlieferanten Nvidia hinaus. Neue Partnerschaften mit AMD und dem KI-Chip-Startup Cerebras sollen alternative Bezugsquellen für Hochleistungschips erschließen. Die taktische Wende, der Not geschuldet, folgt einem klaren Muster: Priority-Zugang und kundenspezifische Designs bei Partnern sichern, die die finanzielle Hauptlast für Bau und Betrieb tragen.

Wettlauf um KI-Vorherrschaft in kritischer Phase

Die Verzögerungen treffen OpenAI in einem entscheidenden Moment. Konkurrenten wie Google DeepMind und Anthropic bauen ihre eigenen Rechenkapazitäten aggressiv aus. In diesem hoch kompetitiven Umfeld ist Zugang zu Großrechenleistung ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Jede signifikante Verzögerung im Infrastrukturausbau könnte OpenAIs derzeitigen technologischen Vorsprung gefährden.

Die kommenden Monate werden richtungsweisend sein. Der Erfolg der geplanten Mega-Finanzierungsrunde wird zeigen, ob Investoren der revidierten, pragmatischeren Strategie vertrauen. Zudem muss das Unternehmen die komplexen Beziehungen zu seinen Stargate-Partnern klären – entweder durch Lösung des aktuellen Stillstands oder durch einen formalen Wechsel zu einem neuen Infrastrukturmodell. Der Weg nach vorn führt für OpenAI vorerst über verstärkte Zusammenarbeit mit einer breiteren Palette von Cloud- und Hardware-Unternehmen. Eine notwendige Anpassung an die immensen finanziellen und logistischen Herausforderungen beim Bau der Rechengrundlage für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz.

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