OpenAI-Chef verteidigt KI-Training mit Nachrichten-Artikeln
20.02.2026 - 08:30:12OpenAI-Chef Sam Altman verteidigt in Indien das Training von KI-Modellen wie ChatGPT mit urheberrechtlich geschützten Nachrichten. Er beruft sich dabei auf das US-Prinzip des „Fair Use“. Seine Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem der Druck von Verlagen weltweit wächst und Gerichte über die Zukunft dieser Praxis entscheiden müssen.
„Fair Use“ als zentrale Verteidigungslinie
Der Kern von Altmans Argumentation ist das US-amerikanische Fair-Use-Prinzip. Es erlaubt die eingeschränkte Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials ohne Erlaubnis – etwa für Forschung oder Kommentare. OpenAI argumentiert, das Training von KI mit öffentlichen Artikeln sei eine „transformative Nutzung“. Die KI reproduziere die Inhalte nicht einfach, sondern lerne Muster und Sprache, um eigenständig neue Inhalte zu generieren.
Diese Position ist entscheidend für mehrere Gerichtsverfahren. Die prominenteste Klage reichte The New York Times bereits im Dezember 2023 ein. Die Zeitung wirft OpenAI vor, Millionen ihrer Artikel unrechtmäßig für den Aufbau von ChatGPT genutzt zu haben. Ein US-Gericht ließ die Hauptvorwürfe zu, was den rechtlichen Druck auf die KI-Branche deutlich erhöht.
Globale Forderungen nach Vergütung werden lauter
Während Altman in Neu-Delhi sprach, wächst international der Ruf nach Entschädigung. In Indien forderten Regierungsvertreter und Medienmanager kürzlich Umsatzbeteiligungsmodelle. Der zuständige Minister, Ashwini Vaishnaw, betonte, Verlage verdienten eine faire Vergütung, wenn ihre Inhalte von KI-Plattformen genutzt werden. Schließlich investierten traditionelle Medien erheblich in seriösen Journalismus.
Diese Haltung teilen Verlage weltweit. Sie argumentieren, ihre Arbeit dürfe nicht kostenlos in kommerzielle KI-Produkte einfließen. Die Konflikte eskalieren vor Gericht: In Kanada verklagt ein Verleger-Verband OpenAI wegen des Trainings von ChatGPT ohne Erlaubnis oder Bezahlung. Die Fronten sind verhärtet: KI-Firmen sehen die Datennutzung als fair und transformativ an, Verlage als Geschäftsmodell-Bedrohung.
Doppelstrategie: Vor Gericht und am Verhandlungstisch
Parallel zu den Rechtsstreiten verfolgt OpenAI eine Kooperationsstrategie. Das Unternehmen hat bereits Lizenzvereinbarungen mit großen Medienhäusern geschlossen. Partner sind unter anderem The Washington Post, Politico, Vox und der europäische Medienriese Schibsted.
Diese Deals erlauben es ChatGPT, Zusammenfassungen, Zitate und Links zu Originalberichten anzuzeigen. Für Nutzer bedeutet das aktuellere und vertrauenswürdigere Informationen. Für OpenAI dient die Strategie einem doppelten Zweck: Sie schafft einen legalen Zugang zu hochwertigen Inhalten und könnte Kritik aus der Verlagswelt entschärfen. Altman betonte in Indien die Bereitschaft, neue Geschäftsmodelle mit Urhebern zu entwickeln.
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Was bedeutet der Streit für die Zukunft?
Die anhaltenden Spannungen werden die nächste Phase für KI und Journalismus prägen. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung zur Fair-Use-Frage hätte massive Folgen. Sie könnte die Entwicklung von KI-Systemen grundlegend verändern und neu regeln, wer von ihnen profitiert.
Gleichzeitig gewinnt die Forderung nach Regulierung an Schwung. Regierungen und Verbände fordern klare Regeln für KI und Urheberrecht. Altman selbst plädiert für dringende KI-Regulierung und schlug sogar eine internationale Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Internationalen Atomenergie-Organisation vor. Die Lösung dieser Urheberrechtskonflikte wird nicht nur Geschäftsmodelle, sondern das gesamte Informationsökosystem formen. Der Weg dorthin wird wahrscheinlich eine Mischung aus Rechtsstreit, Lizenzierung und neuer Gesetzgebung erfordern.
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