OpenAI-Chef Altman weist Kritik am Wasserverbrauch von KI zurück
24.02.2026 - 10:49:26 | boerse-global.deOpenAI-CEO Sam Altman hat sich entschieden gegen weit verbreitete Vorwürfe zum hohen Wasserverbrauch von KI-Modellen gewehrt. Auf dem India AI Impact Summit Ende Februar 2026 bezeichnete er virale Behauptungen als frei erfunden. Doch räumte er ein gewaltiges Energieproblem ein.
„17 Gallonen pro Anfrage? Völlig aus der Luft gegriffen“
Direkt konfrontierte Altman in Neu-Delhi eine besonders hartnäckige Zahl: die Behauptung, eine einzelne ChatGPT-Anfrage verbrauche 17 Gallonen (über 64 Liter) Wasser. Solche Metriken seien „grundlos und ungenau“, so der Tech-Chef. Zwar hätten frühe Rechenzentren viel Wasser zur Kühlung verbraucht, doch die Branche habe sich weiterentwickelt.
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Moderne Infrastruktur setze zunehmend auf geschlossene Flüssigkeitskühlsysteme, die nicht ständig Frischwasser aus der Leitung benötigten. Altman versucht damit, die öffentliche Debatte zu verschieben – weg von einzelnen Anfragen, hin zum Gesamtsystem.
Das eigentliche Problem: Der gewaltige Energiehunger
Während Altman die Wasserverbrauchs-These entschieden zurückweist, macht er beim Thema Energie eine deutliche Kehrtwende. Der aggregierte Strombedarf der gesamten KI-Branche stelle eine „echte und dringende Herausforderung“ dar, räumte er ein.
Das exponentielle Wachstum erfordere einen massiven und sofortigen Wandel der globalen Energieinfrastruktur. Als Lösung forderte Altman beschleunigte Investitionen in Kernenergie, Wind- und Solarkraft. Diese Position spiegelt den Trend großer Tech-Konzerne wider, die zunehmend in eigene Ökostrom-Projekte und Atom-Partnerschaften investieren.
Eklat beim Gipfel: Vergleich mit menschlicher Entwicklung sorgt für Empörung
Besonders kontrovers wurde es, als Altman die Ressourcen für die Ausbildung großer Sprachmodelle mit denen der menschlichen Entwicklung verglich. Kritiker würden unfairerweise die hohen Trainingskosten einer KI mit dem minimalen Aufwand vergleichen, den ein Mensch für eine einzelne Antwort benötige.
Ein fairer Vergleich müsse die „biologischen Overhead-Kosten“ über 20 Jahre menschlicher Entwicklung – also Nahrung und Ressourcen – einbeziehen. Dieser Vergleich stieß auf scharfe Kritik. Sridhar Vembu, Mitgründer von Zoho, lehnte es öffentlich ab, menschliches Leben und Technologie mit denselben Verbrauchsmetriken zu bewerten.
Studien zeichnen ein anderes Bild
Altmans Entwarnung steht im Widerspruch zu mehreren aktuellen Studien. Forscher der University of California schätzten, dass bereits 10 bis 50 ChatGPT-Antworten etwa einen halben Liter Wasser verbrauchen könnten.
Ein Bericht der Wassertechnologiefirma Xylem und Global Water Intelligence projiziert, dass die Wasserentnahme für die Kühlung von Rechenzentren in den nächsten 25 Jahren mehr als verdreifachen könnte. Auch die britische Digital Sustainability Alliance warnt vor einem massiven Anstieg des globalen Wasserverbrauchs durch KI bis 2027.
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Experten kritisieren vor allem das Fehlen einheitlicher, gesetzlich vorgeschriebener Berichtspflichten. Dies mache es unabhängigen Forschern schwer, die Effizienzangaben der Konzerne zu überprüfen.
EU geht in die Offensive – Druck auf die Branche wächst
Die Debatte zeigt den wachsenden Konflikt zwischen technologischem Fortschritt und ökologischer Nachhaltigkeit. Während KI immer weiter in Wirtschaft und Alltag vordringt, wird die physische Infrastruktur zum Flaschenhals.
Die Europäische Union hat bereits reagiert: Neue Vorschriften verpflichten Rechenzentren, ihren jährlichen Frischwasserverbrauch offenzulegen. Der Gegensatz zwischen Tech-Managern, die die Auswirkungen herunterspielen, und Wissenschaftlern, die vor ökologischen Folgen warnen, dürfte weiter zunehmen.
Die Branche steht unter wachsendem Druck, nachprüfbare Nachhaltigkeitskennzahlen vorzulegen – statt sich auf eigene, ungeprüfte Effizienzversprechen zu verlassen.
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