OPAP, Aktie

OPAP Aktie: 3,07 Milliarden Euro GGR

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 21:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Griechischer Glücksspielmarkt wächst 2025 um 6,7 Prozent. OPAP erzielt Rekord-GGR, getrieben vom boomenden Online-Geschäft.

OPAP profitiert von Rekordjahr im griechischen Glücksspielmarkt 2025
Abstrakte, atmosphärische Darstellung des Glücksspiel- und Lotteriesektors mit stabiler und moderat optimistischer Stimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der griechische Glücksspielmarkt hat im Jahr 2025 ein deutliches Wachstum verzeichnet, wovon insbesondere der Branchenprimus OPAP profitierte. Laut Daten der griechischen Glücksspielkommission EEEP stiegen die Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue, GGR) im regulierten Markt insgesamt um 6,7 Prozent auf 3,07 Milliarden Euro. In diesem Umfeld erzielte OPAP ein Rekordergebnis beim GGR, wobei vor allem das Online-Geschäft als Wachstumsmotor fungierte.

Dynamisches Wachstum im Online-Segment

Während der stationäre Bereich mit einem Anteil von 61,2 Prozent und Erträgen in Höhe von 1,88 Milliarden Euro weiterhin das Fundament des Marktes bildet, gewinnt das digitale Geschäft massiv an Bedeutung. Der Anteil der Online-Anbieter am Gesamtmarkt kletterte auf 38,8 Prozent, was einem Zuwachs von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Innerhalb dieses Segments konnte OPAP seine Position mit einem Plus von 16,9 Prozent im Bereich iGaming überproportional ausbauen. Ein wesentlicher Umsatzträger im terrestrischen Geschäft blieb das Spiel KINO, das allein 711,3 Millionen Euro zum Gesamtergebnis beitrug.

Die positive operative Entwicklung spiegelt sich derzeit jedoch nicht im Aktienkurs wider. Das Papier notiert aktuell bei 13,27 € und weist damit seit Jahresbeginn einen Rückgang von 29,37 % auf. Damit bleibt der Titel weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,86 €, das im Oktober 2025 erreicht wurde.

Starker Fiskalbeitrag und regulatorisches Vorgehen

Die Bedeutung der Glücksspielbranche für den griechischen Staatshaushalt nimmt stetig zu. Die öffentlichen Einnahmen aus diesem Sektor stiegen um 11,2 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Davon entfielen allein 326,66 Millionen Euro auf die Abgaben von OPAP. Insgesamt sind derzeit 24 lizenzierte Online-Betreiber im Land aktiv, die zusammen 736,94 Millionen Euro zu den Fiskaleinnahmen beisteuerten.

Um den regulierten Markt zu schützen, verschärfen die Behörden den Kampf gegen illegale Angebote. Die Aufsichtsbehörden EEEP und EETT haben neue Maßnahmen zur DNS-basierten Blockierung nicht lizenzierter Webseiten sowie zur Sperrung von .gr-Domains genehmigt. Die Liste der gesperrten Domains wuchs zuletzt auf 12.642 Einträge an, nachdem sie im Vorjahr noch 9.590 umfasst hatte. Schätzungen zufolge kostet der illegale Glücksspielmarkt den griechischen Staat jährlich rund 400 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Parallel dazu wurde ein zentrales Spielregister eingeführt, um den Spielerschutz zu verbessern; im vergangenen Jahr wurden dort 57 Anträge auf Selbstausschluss registriert.

Marktumfeld und wirtschaftlicher Ausblick

Die Werbeausgaben der Branche beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 130 Millionen Euro. Dabei wurden von der Aufsicht 1.301 Werbepläne genehmigt, während 156 Anträge abgelehnt wurden. Eine Bioethik-Kommission empfahl unterdessen strengere Kontrollen für Glücksspielwerbung.

Flankiert wird die Entwicklung des Glücksspielsektors von einer stabilen gesamtwirtschaftlichen Lage in Griechenland. Der IOBE-Thinktank prognostiziert für das Jahr 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent, getrieben durch den privaten Konsum und steigende Investitionen. Auch die Haushaltszahlen zeigen eine positive Tendenz: Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 übertraf der Primärüberschuss mit bereinigten 2,112 Milliarden Euro das ursprüngliche Ziel. Zu diesem Ergebnis trugen unter anderem Einnahmen in Höhe von 135 Millionen Euro aus einer Casinolizenz bei. Als Risiken für die weitere Entwicklung nennt IOBE die Inflation, die 2026 bei 3,7 Prozent erwartet wird, sowie potenzielle geopolitische Instabilitäten.

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