Ondas Holdings: Counterpoint kauft 520.089 Aktien
05.07.2026 - 23:58:32 | boerse-global.de
Ein Fonds kauft sich ein, während der Kurs taumelt. Counterpoint Mutual Funds LLC hat laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 4. Juli 2026 eine neue Position bei Ondas Holdings aufgebaut. Der Anbieter von autonomen Systemen für kritische Infrastruktur kaufte 520.089 Aktien im Wert von rund 4,7 Millionen Dollar.
Der Einstieg fällt in eine Phase heftiger Kursschwankungen. Am Freitag schloss die Aktie bei 6,65 Euro, ein Tagesplus von 2,62 Prozent. Die letzten 30 Tage sehen dagegen deutlich schlechter aus: minus 33,63 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 29,18 Prozent zu Buche.
Der Blick auf ein Jahr relativiert das Bild allerdings. Binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs um 315,63 Prozent erhöht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro aus dem Januar trennen die Aktie inzwischen fast 49 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 1,50 Euro vom Juli 2025 liegt dagegen ein Plus von über 340 Prozent.
Auftragsbücher füllen sich, Kurs bricht trotzdem ein
Operativ läuft es bei Ondas rund. Im Juni 2026 sicherte sich das Unternehmen Aufträge von über 40 Millionen Dollar für autonome Verteidigungssysteme, darunter Counter-UAS- und Loitering-Munition-Systeme für Regierungs- und Verteidigungskunden. Für das zweite Quartal 2026 summierten sich die Gesamtaufträge auf über 150 Millionen Dollar.
Die Tochtergesellschaft Sentrycs meldete im Juni zudem eine Kooperation mit Lockheed Martin. Ihre Cyber-over-RF-Technologie zur Drohnenabwehr soll in die Sanctum-C-UAS-Plattform des Rüstungskonzerns integriert werden.
Auch die Zahlen zum ersten Quartal 2026 fielen stark aus. Der Umsatz stieg auf einen Rekordwert von 50,1 Millionen Dollar. Der Pro-forma-Auftragsbestand wuchs auf 457 Millionen Dollar, das Umsatzziel für das Gesamtjahr hob das Management auf mindestens 390 Millionen Dollar an. Dank einer Kapitalerhöhung Anfang des Jahres verfügte Ondas Ende des ersten Quartals über 1,48 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln.
Verkaufsdruck überlagert die guten Nachrichten
Warum fällt der Kurs trotz dieser Erfolge? Ein Blick auf die Aktionärsstruktur liefert eine Erklärung. Bestehende Aktionäre, darunter Anteilseigner aus der Omnisys-Übernahme, verkaufen offenbar Stück für Stück Papiere. Ein Nachtrag zum Wertpapierprospekt registrierte zusätzliche Aktien für einen möglichen Weiterverkauf, was zusätzlichen Angebotsdruck erzeugt.
Diese Dynamik erklärt einzelne Kursrückgänge, ohne dass neue fundamentale Auslöser erkennbar wären. Der technische Indikator RSI notiert bei 36,7 und deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Die Aktie liegt aktuell rund 20 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,34 Euro und knapp 15 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 7,81 Euro.
Institutionelle Investoren zeigen sich von den Kursschwankungen unbeeindruckt. Avion Wealth verdoppelte seine Position im vierten Quartal des Vorjahres auf 4.000 Aktien. IFP Advisors Inc. steigerte seinen Bestand im dritten Quartal um 231,4 Prozent, Global Retirement Partners LLC legte im vierten Quartal um 30 Prozent zu.
Unter Marktteilnehmern kursiert derzeit die Einschätzung, dass Ondas unterbewertet sein könnte. Manche Analysen sehen eine deutliche Lücke zwischen aktuellem Börsenkurs und fundamentalem Wert des Unternehmens. Ob sich diese Lücke schließt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Verkaufsdruck aus den Altbeständen nachlässt.
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