OMV, Gazprom

OMV und Gazprom: Ein Jahr nach dem Gas-Bruch

26.01.2026 - 12:45:12

Österreich vollzieht 2026 die letzte Phase der Abkopplung von russischem Gas. Die Versorgung erfolgt nun über Westeuropa, während Infrastrukturausbau und Industriewettbewerb im Fokus stehen.

Die EU hält am kompletten Ausstieg aus russischem Gas bis 2027 fest. Für Österreich ist 2026 das entscheidende Jahr der endgültigen Entkopplung – ein Jahr nach dem historischen Bruch zwischen OMV und Gazprom.

Die neue Energielandschaft: Gas fließt jetzt von West nach Ost

Seit der OMV die Lieferverträge mit Gazprom Ende 2024 kündigte, hat sich die Versorgung Österreichs grundlegend gedreht. Statt aus dem Osten kommt das Gas jetzt primär über Deutschland und Italien. Die Versorgung blieb sicher, doch die Infrastruktur muss noch angepasst werden.

Ein entscheidender Faktor war der Wegfall der deutschen Gasspeicherumlage Anfang 2025. Das machte Importe über die Bundesrepublik deutlich günstiger. Die heimischen Gasspeicher sind aktuell gut gefüllt – dank strenger Bevorratungspflichten.

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EU-Kommission zieht die Zügel an

Die EU-Kommission bekräftigt: Das REPowerEU-Ziel, bis 2027 vollständig auf russische Energieträger zu verzichten, ist unverhandelbar. Als Werkzeug dient das sogenannte „Gaspaket“. Es erlaubt Mitgliedsstaaten, den Zugang zu ihren Netzen für russisches Gas und LNG zu beschränken.

Politische Beobachter in Brüssel rechnen damit, dass diese Mechanismen in den kommenden Monaten verstärkt genutzt werden. Auch die letzten Importströme – etwa indirektes LNG – sollen so unterbunden werden.

Infrastruktur unter Druck: Der Westen muss liefern

Kann die Infrastruktur mithalten? Mit dem Wegfall der großen Ost-Importe wird der Ausbau der West-Ost-Verbindungen zur Chefsache. Im Fokus steht der Ausbau der West-Austria-Gasleitung (WAG), speziell der „WAG-Loop“.

Diese Kapazitätserweiterung ist essenziell, um in kalten Wintern genug Gas aus Norwegen oder von westeuropäischen LNG-Terminals in den Osten Österreichs zu pumpen. Die Diversifizierung der OMV, die früh andere Lieferquellen sicherte, stützt die aktuelle Versorgung.

Wirtschaft bangt um Wettbewerbsfähigkeit

Für die Industrie ist die Versorgungssicherheit nur die halbe Miete. Die andere Hälfte heißt Wettbewerbsfähigkeit. LNG und norwegisches Gas sind strukturell teurer als das einst günstige Pipeline-Gas aus Russland. Energieintensive Betriebe stehen unter Kostendruck.

Die Preise haben sich zwar von den Extremen der Jahre 2022/23 erholt, bleiben aber auf höherem Niveau. Die Wirtschaft fordert deshalb einen „Clean Industrial Deal“, der grüne Energie leistbar macht. Der Fokus verschiebt sich von der Krisenbewältigung hin zur Transformation – mit Wasserstoff und erneuerbaren Gasen.

Was kommt auf Österreich zu?

Das Jahr 2026 wird zum Jahr der Konsolidierung. Der physische Gasfluss aus Russland ist bereits versiegt. Jetzt geht es um die vertragliche und rechtliche Bereinigung der Altlasten bis zum Stichtag 2027.

Juristische Auseinandersetzungen um langfristige Lieferverträge werden vor Schiedsgerichten weitergehen. Politisch ist der Kurs jedoch klar: Die Ära der Energiepartnerschaft mit Russland ist beendet. Für Österreichs Versorger geht es nun darum, die notgedrungen etablierten neuen Lieferwege in dauerhafte Partnerschaften zu überführen.

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