Omeros Aktie: 23-Prozent-Sturz auf 7,24 Euro
27.06.2026 - 01:18:24 | boerse-global.de
Europas Arzneimittelbehörde versagt dem Biotech-Unternehmen Omeros die Zulassung für sein wichtigstes Medikament. Die Aktie bricht daraufhin um mehr als 23 Prozent ein und notiert bei 7,24 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 48 Prozent.
Negative CHMP-Entscheidung
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA lehnte den Zulassungsantrag für Narsoplimab (Markenname YARTEMLEA) ab. Das Medikament sollte gegen die thrombotische Mikroangiopathie nach Stammzelltransplantation helfen.
Die EMA kritisierte das Studiendesign. Eine Placebo-Kontrollgruppe fehlte, Daten für Kinder waren unzureichend. Das schafft eine kuriose regulatorische Schieflage: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Narsoplimab bereits im Dezember 2025 zugelassen – für Patienten ab zwei Jahren.
CEO Gregory Demopulos zeigte sich enttäuscht. Er kündigte einen Widerspruch an. Omeros will eine erneute Prüfung durch eine Ad-Hoc-Expertengruppe beantragen. Das Verfahren wird sich um mehrere Monate ziehen.
Analysten uneins
Die Reaktion an der Börse fiel heftig aus. Die Aktie öffnete mit einem massiven Gap und blieb unter Druck. Das Papier notiert rund 54 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,60 Euro.
HC Wainwright senkte das Kursziel von 40 auf 33 Dollar – blieb aber bei "Kaufen". Needham hingegen behielt "Halten" bei. Die Begründung: Der Ausverkauf sei übertrieben, da die Prognosen kein Europa-Geschäft eingepreist hätten.
In den USA läuft der Verkauf. Omeros erzielte im ersten Quartal Nettoeinnahmen von 9,9 Millionen Dollar. Ein permanenter J-Code der CMS wird im Juli 2026 erwartet. Das soll die Abrechnung in den USA vereinfachen.
Ausblick
Das Compassionate-Use-Programm für Narsoplimab läuft weiter. Einige europäische Patienten erhalten das Medikament trotz der Ablehnung. Der RSI von 31,3 deutet auf überverkaufte Niveaus hin. Die Volatilität der Aktie liegt bei annualisiert 91 Prozent.
Die nächsten Monate entscheiden über die Zukunft von Omeros in Europa. Die Überprüfung durch die Expertengruppe wird zum Lackmustest. Dazu kommt die Verkaufsdynamik in den USA als zweite Stellschraube.
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