OHB: RAMSES-Mission startet am 4. Juni
06.06.2026 - 12:39:05 | boerse-global.de
OHB baut an einer Mission mit engem Zeitfenster. Im Bremer Reinraum hat der Raumfahrtkonzern am 4. Juni mit Arbeiten an RAMSES begonnen. Die Sonde soll Apophis erreichen, bevor der Asteroid im April 2029 an der Erde vorbeizieht.
Das ist mehr als ein Prestigeprojekt. RAMSES soll zeigen, wie schnell Europa bei planetarer Verteidigung handeln kann. Für OHB trifft diese Nachricht auf eine Aktie, die nach einem starken Lauf abrupt schwankt.
Raumsonde unter Zeitdruck
RAMSES steht für „Rapid Apophis Mission for Space Safety“. Hinter dem Projekt stehen die europäische ESA und die japanische Raumfahrtagentur JAXA. Ziel ist es, Apophis aus nächster Nähe zu untersuchen.
Die Mission soll Daten zur Beschaffenheit von Asteroiden liefern. Daraus können Raumfahrtagenturen später bessere Strategien ableiten, falls ein Himmelskörper der Erde gefährlich nahekommt. Das Ziel: schneller verstehen, schneller reagieren.
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Der Start der Sonde ist für das Frühjahr 2028 geplant. Technisch nutzt OHB Erfahrungen aus der ESA-Mission Hera, die das Unternehmen in vier Jahren entwickelt und gebaut hat. Das soll helfen, RAMSES trotz engem Zeitplan auf Kurs zu halten.
OHB Italia führt das Projekt als Industrie-Prime für die ESA. Teile der Sonde entstehen in Bremen. Damit bleibt der Auftrag eng mit dem Kern der Gruppe verbunden.
Auftragsbuch stützt die Story
Operativ kommt die Nachricht nicht aus dem Nichts. Im ersten Quartal 2026 steigerte OHB die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das zeigt, dass laufende Programme bereits spürbar in den Zahlen ankommen.
Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand erreichte 3,35 Milliarden Euro und damit einen neuen Höchstwert. Für einen projektgetriebenen Raumfahrtkonzern ist diese Basis zentral.
Der größte Teil liegt im Segment Space Systems. Kleinere Beiträge kommen aus Access to Space und Digital. Damit bleibt das Geschäft klar auf Raumfahrtsysteme ausgerichtet.
Aktie schwankt nach Rally
Am Markt sieht das Bild rauer aus. Die OHB-Aktie schloss am Freitag bei 372,50 Euro und verlor 9,15 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 14,47 Prozent.
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Nach dem starken Anstieg wirkt der Rücksetzer nicht überraschend. Die Aktie hatte viel Erwartung vorweggenommen. Neue Projekte helfen der Story, schützen aber nicht vor Gewinnmitnahmen.
Über 30 Tage liegt der Titel noch 33,04 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang beträgt der Zuwachs 206,58 Prozent. Der RSI von 45,0 spricht aktuell nicht für eine überhitzte kurzfristige Lage.
Am 8. Juni folgt die Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 6. August angesetzt. Bis dahin bleibt RAMSES der konkrete Beleg dafür, dass OHB bei europäischen Raumfahrtprogrammen weiter eine Schlüsselrolle spielt.
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