OHB: Minus 119,3 Millionen Free Cashflow im Q1
24.05.2026 - 11:25:47 | boerse-global.deDie OHB Aktie gab am Freitag deutlich nach. Sie schloss auf Xetra bei 590,00 Euro – ein Minus von 3,91 Prozent. Der volatile Handelstag hatte die Aktie zwischen 545,00 und 645,00 Euro schwanken lassen. Die Euphorie der vergangenen Wochen weicht damit einer nüchternen Bestandsaufnahme.
Auffällig ist die hohe Tagesspanne von 100 Euro. Das deutet auf eine heftige Auseinandersetzung zwischen Käufern und Verkäufern hin. Am 21. Mai hatte die Aktie mit 685,00 Euro noch ihr 52-Wochen-Hoch erreicht. Der Schlusskurs vom Freitag liegt rund 14 Prozent darunter – aber immer noch weit über dem 52-Wochen-Tief von 62,80 Euro.
Wachstum auf der einen, Cash-Loch auf der anderen Seite
Die Quartalszahlen vom März liefern den Hintergrund für die jüngste Kursbewegung. OHB steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 270,9 Millionen Euro, nach 229,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT kletterte auf 15,2 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie auf 0,52 Euro.
Doch eine Kennzahl trübt das Bild massiv: Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag bei minus 112,5 Millionen Euro, der Free Cashflow bei minus 119,3 Millionen Euro. Raumfahrt- und Verteidigungsprojekte erfordern hohe Vorleistungen. Die Frage ist, wann diese Mittel zurückfließen. Der Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro gibt einen Anhaltspunkt für die langfristige Auslastung – aber er schützt nicht vor kurzfristiger Liquiditätsbelastung.
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Anleger müssen also zwei gegensätzliche Entwicklungen gleichzeitig bewerten: Operatives Wachstum auf der einen Seite, hohe Mittelabflüsse auf der anderen. Das macht die Aktie anfällig für heftige Kursschwankungen.
Hauptversammlung im Juni – mehrere Entscheidungen stehen an
Die nächste ordentliche Hauptversammlung am 8. Juni rückt in den Fokus. Sie findet virtuell statt, eine physische Teilnahme ist ausgeschlossen.
Auf der Tagesordnung: die vorgeschlagene Dividende von 0,60 Euro je Aktie. Bei einer Dividendenrendite von knapp 0,1 Prozent (bezogen auf den Schlusskurs von 590 Euro) ist dies eher ein symbolischer Betrag. Wichtiger ist ein weiterer Tagesordnungspunkt: Der Aufsichtsrat schlägt Dr. Theodor Weimer als neues Mitglied vor – ein Signal für personelle Kontinuität in einem wachsenden Geschäft.
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Kapitalmarktrelevant ist zudem die geplante Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 1,2 Milliarden Euro. Verbunden damit wäre ein bedingtes Kapital von knapp 3,84 Millionen Euro – rund 20 Prozent des Grundkapitals. Eine potenzielle Verwässerung, die Anleger im Auge behalten sollten.
Für die neue Handelswoche bleibt die Spanne vom Freitag die technische Referenz: 545,00 Euro als untere Marke, 645,00 Euro als obere. Darüber liegt das Rekordhoch bei 685,00 Euro. Die Hauptversammlung in zwei Wochen wird zeigen, wie das Management die wachsende Auftragslage mit der angespannten Liquidität in Einklang bringen will.
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