Bild, Teuerungsrate

Österreichs Wirtschaft zeigt zweigeteiltes Bild

16.02.2026 - 02:51:12 | boerse-global.de

Die Teuerungsrate in Österreich erreicht ein 13-Monats-Tief, während die Arbeitslosenzahlen zulegen. Die wirtschaftliche Erholung verläuft widersprüchlich.

Die Inflation in Österreich fällt auf ein 13-Monats-Tief, während die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Aktuelle Daten zeichnen ein widersprüchliches Bild der wirtschaftlichen Erholung.

Inflationsrate überraschend stark gesunken

Laut einer Schnellschätzung der Statistik Austria lag die Teuerungsrate im Jänner nur noch bei 2,0 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2024 und ein starker Rückgang gegenüber den 3,8 Prozent vom Vormonat.

Hauptgrund für die Entspannung sind deutlich gesunkene Energiepreise. Maßnahmen wie eine gesenkte Energieabgabe und ein reduzierter Förderbeitrag für Erneuerbare zeigen Wirkung. Auch bei Industriegütern und Nahrungsmitteln stiegen die Preise nur noch moderat.

Nur der Dienstleistungssektor bleibt ein Preistreiber – wenn auch mit abgeschwächtem Tempo. Für die Kaufkraft der Haushalte ist der Rückgang eine willkommene Nachricht. Könnte der private Konsum nun neuen Schwung bekommen?

Arbeitsmarkt unter Druck

Gegenläufig zur Inflationsentwicklung entwickelt sich die Lage am Arbeitsmarkt. Ende Jänner waren über 456.000 Menschen ohne Job oder in Schulung. Das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Besonders alarmierend ist der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Über 101.000 Menschen suchen bereits länger als ein Jahr nach Arbeit – ein Plus von 14,1 Prozent. Frauen sind von dieser Entwicklung stärker betroffen als Männer.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern lässt nach: Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sank im Jahresvergleich um 10,5 Prozent. Die Wiedereingliederung von Arbeitsuchenden wird so zusätzlich erschwert.

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Wachstum bleibt verhalten

Nach der längsten Rezession der Zweiten Republik kehrt die Wirtschaft zwar auf einen Wachstumspfad zurück. Institute wie WIFO und IHS prognostizieren für 2026 aber nur ein moderates Plus von 1,0 bis 1,2 Prozent.

Eine leichte Belebung der Investitionen und stabilisierende Exporte sollen die Konjunktur stützen. Doch die Experten warnen vor zu viel Optimismus. Die Erholung stehe auf wackeligem Fundament.

Als Bremsfaktoren gelten:
* Der Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit
* Protektionistische Tendenzen im Welthandel
* Die anhaltende Schwäche der deutschen Industrie

Die Regierung steht unter Handlungsdruck. Eine neue Industriestrategie wird für Anfang des Jahres erwartet. Sie soll Antworten auf den Wettbewerbsdruck und die hohen Energiekosten liefern.

Fragile Balance entscheidet über Erholung

Die wirtschaftliche Lage bleibt eine Gratwanderung. Die gesunkene Inflation entlastet die Verbraucher und könnte den Konsum ankurbeln. Gleichzeitig droht die Arbeitslosigkeit, sich zu verfestigen.

Entscheidend für den weiteren Verlauf des Jahres werden externe Faktoren sein: die Geldpolitik der EZB und die Konjunktur in wichtigen Partnerländern wie Deutschland. Innenpolitisch muss die angekündigte Industriestrategie überzeugen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die positive Preisentwicklung in eine robuste, breite Erholung mündet – die auch am Arbeitsmarkt ankommt.

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