Österreichs Tourismus startet mit neuen Arbeitsmarkt-Regeln ins Jahr 2026
06.01.2026 - 07:02:12Während die Skigebiete am Dreikönigstag ausgebucht sind, läuft hinter den Kulissen ein neues Arbeitsmarkt-System an. Die seit Dezember geltende Saisonkontingentverordnung und der frische Tourismusbeschäftigtenfonds bilden das Rückgrat der Personalplanung für dieses Jahr. Sie sollen den akuten Personalmangel bekämpfen und gleichzeitig die Branche langfristig attraktiver machen.
Kontingente als “Feuerwehr” für die Hochsaison
Das Herzstück der aktuellen Personalpolitik ist das fixierte Kontingent von 5.500 Bewilligungen für Fachkräfte aus Drittstaaten. Besonders in den westlichen Bundesländern Tirol und Salzburg sind diese Plätze heiß begehrt. Ein cleverer Mechanismus erlaubt es, den Engpass kurzfristig zu lösen: In Spitzenmonaten darf das Kontingent um bis zu 50 Prozent überzogen werden. So können faktisch über 8.000 Arbeitskräfte in den Hochphasen zum Einsatz kommen.
Zusätzlich gibt es ein separates Kontingent von 2.500 Plätzen speziell für Bewerber vom Westbalkan. Diese Differenzierung soll die Rekrutierung für die Betriebe gezielter und einfacher machen.
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Neuer Fonds soll Saisonjobs dauerhaft machen
Während die Kontingente den akuten Notstand lindern, setzt der seit 1. Jänner aktive Tourismusbeschäftigtenfonds auf langfristige Veränderung. Mit einem jährlichen Budget von 6,5 Millionen Euro fördert er Maßnahmen, die die hohe Fluktuation in der Branche stoppen sollen. Im Fokus stehen:
- Branchenspezifische Aus- und Weiterbildungen.
- Die Schaffung von qualitativ hochwertigem Wohnraum für Mitarbeiter.
- Programme, die Saisonjobs in ganzjährige Beschäftigung überführen.
Die Botschaft ist klar: The reine “Import” von Arbeitskräften ist keine Dauerlösung. Die Branche muss sich auch als attraktiver Arbeitgeber neu erfinden.
Kommt die Verlängerung automatisch?
Für die Betriebe bietet die neue Verordnung eine interessante Perspektive. Zeigt sich bis Juli 2026 eine Auslastung von mindestens 75 Prozent, verlängert sich die Regelung automatisch. Das soll erfolgreichen Teams bürokratische Hürden ersparen und Planungssicherheit geben.
Die kommenden Wochen bis zu den Semesterferien werden zum Härtetest. Können die vollen Hotels und Hütten mit dem dünnen Personalstand überhaupt den gewohnten Service bieten? Die Tourismuspolitik setzt 2026 auf eine Doppelstrategie: kurzfristige Flexibilität durch Kontingente und langfristige Attraktivität durch den Fonds. Ob dieser Balanceakt gelingt, wird sich zeigen.


