Steuerstreit, FPÖ

Österreichs Steuerstreit: FPÖ attackiert Bablers Vermögenssteuer-Pläne

17.02.2026 - 23:09:12 | boerse-global.de

Die FPÖ kritisiert SPÖ-Vorschläge für eine Vermögenssteuer scharf als Überwachungsmodell. Für 2026 sind bereits konkrete Steuerentlastungen für Bürger und Unternehmen in Kraft getreten.

Die FPÖ warnt vor einer „Vermögens-Überwachungssteuer“. Der Vorstoß von SPÖ-Chef Andreas Babler für neue Abgaben auf hohe Vermögen spaltet die Koalition. Während die Debatte über die Zukunft tobt, sind für 2026 bereits konkrete Entlastungen beschlossen.

FPÖ spricht von „Überwachungsmodell“

Die politische Landschaft brodelt. FPÖ-Währungssprecher Alexander Petschnig griff die Ideen von Vizekanzler Babler heute scharf an. Er bezeichnete eine Vermögenssteuer als „Vermögens-Überwachungssteuer“, die ein tiefes staatliches Kontrollregister erfordere. „Das wäre ein Überwachungsmodell“, so Petschnig. Sein Argument: Der Staat müsste dafür alles erfassen – von Immobilien bis zu Kunstsammlungen.

Die Kritik trifft den Koalitionspartner direkt. Babler hatte vermögensbezogene Steuern als Option zur Schließung von Budgetlücken ins Spiel gebracht. Die ideologische Kluft könnte die Regierung noch lange beschäftigen. Doch was ändert sich für Bürger und Unternehmen schon jetzt?

Diese Entlastungen sind 2026 fix

Unabhängig vom Streit laufen bereits beschlossene Maßnahmen. Um die kalte Progression abzufedern, werden die Lohnsteuertarife angepasst – allerdings nur zu zwei Dritteln der Inflationsrate. Das führt zu höheren Freigrenzen und mehr Netto für viele.

Die neuen Steuertarife 2026 im Überblick:
* 0 % für Einkommensteile bis 13.539 Euro
* 20 % für Einkommensteile von 13.539 bis 21.992 Euro
* 30 % für Einkommensteile von 21.992 bis 36.458 Euro
* 40 % für Einkommensteile von 36.458 bis 70.365 Euro
* 48 % für Einkommensteile von 70.365 bis 104.859 Euro
* 55 % gilt weiterhin für Einkommensteile über einer Million Euro.

Mehr Geld für Pendler und Unternehmen

Die Regierung vollzieht einen Spagat zwischen Entlastung und Konsolidierung. Für Unternehmer steigt die Umsatzgrenze für die vereinfachte Basispauschalierung von 320.000 auf 420.000 Euro. Der pauschale Satz für Betriebsausgaben erhöht sich auf 15 Prozent.

Arbeitnehmer profitieren von steuerfreien Überstundenzuschlägen (bis 170 Euro) und einer reduzierten Elektrizitätsabgabe. Ab 1. Juli soll die Umsatzsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel halbiert werden.

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Doch es gibt auch Einschnitte: Die automatische Inflationsanpassung für Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld wird 2026 und 2027 ausgesetzt.

Wohin steuert die österreichische Steuerpolitik?

Die aktuelle Debatte zeigt den grundsätzlichen Konflikt. Soll der Staat hohe Vermögen stärker besteuern, um den Sozialstaat zu finanzieren? Oder führt das zu Überwachung und schadet der Wirtschaft?

Während die beschlossenen Änderungen für 2026 Planungssicherheit bieten, bleibt die langfristige Richtung unklar. Die Positionen von SPÖ und FPÖ lassen erahnen: Die Frage nach der gerechten Verteilung der Steuerlast wird ein zentrales Wahlkampfthema der kommenden Jahre.

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