Österreichs Regierung präsentiert Industriestrategie gegen die Krise
05.01.2026 - 12:00:12Die österreichische Bundesregierung stellt diese Woche ihre lang erwartete nationale Industriestrategie vor. Das Paket soll die heimische Industrie aus der Rezession führen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Infrastrukturminister Peter Hanke und Staatssekretär Josef Schellhorn präsentieren den rund 90-seitigen „Masterplan“.
Die Ankündigung folgt auf düstere Wirtschaftsdaten und wachsenden Druck von Verbänden. Diese fordern seit Monaten konkrete Taten statt Ankündigungen. Die Strategie fokussiert sich auf drei zentrale Hebel: Zukunftstechnologien, ein neues Vergaberecht und massive Entbürokratisierung.
Ein Kernstück ist die gezielte Förderung von Zukunftsbranchen. Die Koalition einigte sich auf neun spezifische Schlüsseltechnologien:
* Mikroelektronik
* Mobilität
* Künstliche Intelligenz und Robotik
* Raumfahrt
* Umwelttechnologie
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Statt Förderungen nach dem Gießkannenprinzip will die Regierung gezielte Anreize setzen. Das Ziel: Investitionen erleichtern und die technologische Souveränität stärken. Experten sehen in dieser Fokussierung einen notwendigen Schritt, um im globalen Innovationswettlauf nicht abgehängt zu werden.
„Patriotisches“ Vergaberecht als Kurswechsel
Ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel bahnt sich im öffentlichen Beschaffungswesen an. Künftig soll nicht mehr der billigste Anbieter automatisch den Zuschlag erhalten.
Stattdessen will die Regierung das Bestbieterprinzip verankern. So erhalten europäische und heimische Unternehmen einen Vorteil, die unter höheren Sozial- und Umweltstandards produzieren. Dieser Schritt soll die heimische Industrie vor unfairem Wettbewerb aus Drittstaaten schützen und die Wertschöpfung im Land halten.
Bürokratieabbau und Fachkräfte gewinnen
Die Strategie adressiert auch zwei Dauerthemen der Wirtschaft: bürokratische Hürden und Fachkräftemangel. Schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Praxisnähe sind zentrale Versprechen.
Gleichzeitig plant die Regierung Reformen der Rot-Weiß-Rot-Karte, um qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland den Zugang zu erleichtern. Auch Investitionen in die Qualifizierung inländischer Arbeitskräfte sind vorgesehen. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, den schrumpfenden Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung wieder zu steigern.
Kann der Plan die Trendwende schaffen?
Die Präsentation fällt in eine wirtschaftlich fragile Phase. Die Industrie kämpft seit über zwei Jahren mit Rezession, hohen Energiekosten und sinkenden Aufträgen. Während Deutschland bereits Ende 2023 mit einer eigenen Strategie vorpreschte, geriet Österreich ins Hintertreffen.
Analysten hatten wiederholt vor einer drohenden Deindustrialisierung gewarnt. Der nun angekündigte Plan muss sich daran messen lassen, wie schnell seine Maßnahmen greifen. Eine große Herausforderung bleibt die Finanzierung der Vorhaben angesichts angespannter Budgets.
Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt: Die Wirtschaft erwartet rasch konkrete Gesetzesentwürfe. Ob 2026 zum Jahr der Trendwende wird, hängt davon ab, ob die versprochenen Entlastungen im betrieblichen Alltag ankommen – oder die Reformen im Ankündigungsstadium stecken bleiben.
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