Inflation, Teuerungsrate

Österreichs Inflation sinkt leicht auf 3,8 Prozent

19.01.2026 - 06:22:11

Die Teuerungsrate in Österreich sank im Dezember auf 3,8 Prozent, bleibt aber deutlich über dem EZB-Ziel. Der Jahresdurchschnitt 2025 lag bei 3,53 Prozent, was Lohnverhandlungen prägt.

Die Inflation in Österreich hat sich im Dezember leicht abgeschwächt. Die Teuerungsrate lag bei 3,8 Prozent, wie die Statistik Austria heute bekannt gab. Im November waren es noch 4,1 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein Durchschnitt von 3,53 Prozent.

Ein Jahr der hohen Preise

Der leichte Rückgang zum Jahresende folgt auf einen Herbst, in dem die Teuerung hartnäckig bei rund 4,0 Prozent verharrte. Die Entwicklung über das Jahr war wechselhaft:
* Nach einem Start bei etwa 3,0 Prozent stieg die Rate im Spätsommer an.
* Im August wurde mit 4,1 Prozent einer der Höchstwerte des Jahres erreicht.
* Der Jahresdurchschnitt von 3,53 Prozent ist die zentrale Bezugsgröße für Lohnverhandlungen und zeigt den deutlichen Kaufkraftverlust für Haushalte.

Wirtschaftsforscher: Ziel noch lange nicht erreicht

Die aktuelle Rate liegt weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Ökonomen sehen vor allem zwei Treiber:
1. Dienstleistungen: Der lohnkostenintensive Sektor hält den Preisdruck hoch.
2. Administrierte Preise: Gebühren und regulierte Kosten bremsen den Rückgang.

Die Prognosen für 2026 sind verhalten optimistisch. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) rechnet mit einer Rate zwischen 2,4 und 2,6 Prozent, das Institut für Höhere Studien (IHS) mit 2,5 Prozent. Ein schneller Rückgang zur EZB-Vorgabe ist damit nicht in Sicht.

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Zäher Kampf trotz Konjunkturhoffnung

Die Inflationsdaten kommen in einer Phase der wirtschaftlichen Erholung an. Forschungsinstitute prognostizieren für 2025 ein moderates Wachstum von rund 0,5 Prozent. Das würde eine zweijährige Rezession beenden.

Doch die hohe Kerninflation – also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel – bleibt ein Sorgenkind. Sie signalisiert einen breit verankerten Preisdruck in der Wirtschaft. Die anstehenden Lohnverhandlungen werden zum Balanceakt: Höhere Abschlüsse stützen zwar den Konsum, könnten aber die Dienstleistungsinflation weiter anheizen.

Für die Notenbanken sind die Zahlen ein klarer Wegweiser. Solange die Inflation so deutlich über dem Ziel liegt, ist eine schnelle Senkung der Leitzinsen unwahrscheinlich. Der Kampf gegen die Teuerung ist noch lange nicht gewonnen.

@ boerse-global.de