Inflation, Zwei-Prozent-Ziel

Österreichs Inflation fällt überraschend auf Zwei-Prozent-Ziel

13.02.2026 - 17:49:12

Die Inflationsrate in Österreich ist überraschend auf 2,0 Prozent gesunken, doch Experten warnen vor anhaltenden wirtschaftlichen Problemen wie Wachstumsschwäche und hohem Staatsdefizit.

Die Inflation in Österreich ist im Januar auf das Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) gesunken. Eine aktuelle Schnellschätzung der Statistik Austria markiert einen Wendepunkt nach Jahren hoher Teuerung. Die Politik spricht von einer Trendwende, doch Ökonomen warnen vor verbleibenden wirtschaftlichen Herausforderungen.

Die jährliche Inflationsrate fiel von 3,8 Prozent im Vormonat auf nunmehr 2,0 Prozent. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen vieler Analysten deutlich. Führende Wirtschaftsinstitute und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) kündigten bereits an, ihre Prognosen nach unten zu korrigieren.

Was trieb den rapiden Preisrückgang?

Experten machen mehrere Faktoren für den deutlichen Rückgang verantwortlich:
* Günstigere Energie: Die Kosten für Strom, Gas und Treibstoffe haben sich spürbar verbilligt und dämpften die Gesamtinflation maßgeblich.
* Statistischer Basiseffekt: Die ausgelaufene Strompreisbremse von 2025 erhöhte die Vergleichsbasis. Ihr Wegfall schlägt sich nun stärker in der Statistik nieder.
* Politische Maßnahmen: Die Senkung der Elektrizitätsabgabe und die ausgeweitete Mietpreisbremse trugen laut Institut für Höhere Studien (IHS) zur Eindämmung bei.

OeNB-Gouverneur Martin Kocher bezeichnete die Entwicklung als „positiv überraschend“. Die Stabilisierung widerlegt die schlimmsten Inflationsängste der vergangenen Jahre. Doch ist die Krise damit wirklich überwunden?

Die Schattenseiten: Wachstumsschwäche und hohes Defizit

Trotz der Entspannung an der Preisfront bleiben massive wirtschaftliche Probleme. Österreich gilt im EU-Vergleich als Wachstumsschlusslicht. Eine schwächelnde Industrie, hohe Lohnkosten und verhaltene Exporte bremsen die Konjunktur.

Zudem belastet ein hohes Budgetdefizit die Staatsfinanzen. Österreich befindet sich deshalb in einem EU-Defizitverfahren. Die Industriellenvereinigung (IV) sieht in der Position als Schlusslicht einen „Weckruf“ für dringende Strukturreformen.

Wohin steuert die Wirtschaftspolitik jetzt?

Die erreichte Preisstabilität verschiebt den Fokus der Debatte. An die Stelle der Inflationsbekämpfung rücken nun Wachstumsförderung und die Sanierung der Staatsfinanzen. Die Regierung hat bereits eine milliardenschwere Industriestrategie vorgelegt.

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Für die kommenden Monate erwarten Experten, dass die Inflation niedrig bleibt. Die EZB könnte im gesamten Euroraum Spielraum für lockerere Geldpolitik sehen. Für Österreich wird die zentrale Frage sein: Wird 2026 nur als Jahr der Inflationswende in die Geschichte eingehen – oder auch als Startpunkt für einen echten Aufschwung?

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