Österreichs Inflation fällt überraschend auf 2,0 Prozent
26.02.2026 - 11:54:32 | boerse-global.deDie Inflation in Österreich ist zu Jahresbeginn überraschend stark auf 2,0 Prozent gesunken. Dieser Wert wurde zuletzt im Dezember 2024 erreicht. Die Entwicklung nährt Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung, nachdem das Land die längste Rezession der Zweiten Republik hinter sich gelassen hat.
Ein Basiseffekt sorgt für Entspannung
Der sprunghafte Rückgang der Teuerungsrate im Januar stellt die wichtigste Wirtschaftsnachricht des jungen Jahres dar. Laut einer Schnellschätzung von Statistik Austria lag die Inflation, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), bei nur noch 2,0 Prozent. Im Dezember waren es noch 3,8 Prozent.
Hauptgrund für den starken Rückgang ist ein Basiseffekt: Die staatliche Strompreisbremse ist aus der Vorjahresberechnung herausgefallen. Dadurch wirken die Energiepreise im Jahresvergleich nun stark dämpfend. Doch was bedeutet das für das Gesamtjahr?
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Prognosen bleiben verhalten optimistisch
Die Institute sind sich uneinig, gehen aber von einer deutlich niedrigeren Inflation als in den Vorjahren aus. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet für 2026 eine Rate von 2,6 Prozent, das Institut für Höhere Studien (IHS) von 2,5 Prozent. Die UniCredit Bank Austria zeigt sich mit 1,9 Prozent noch optimistischer.
Einigkeit herrscht in einem Punkt: Die Teuerung in Österreich wird auch in diesem Jahr voraussichtlich über dem Durchschnitt der Eurozone liegen. Grund ist eine hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor.
Wirtschaft: Ein zaghafter Aufschwung zeichnet sich ab
Nach den Rezessionsjahren 2023 und 2024 markierte 2025 mit einem leichten Wachstum von rund 0,5 Prozent den Wendepunkt. Für das laufende Jahr wird eine leichte Beschleunigung erwartet. Das WIFO prognostiziert ein reales BIP-Wachstum von 1,2 Prozent, das IHS von 1,0 Prozent.
Die Triebfedern für diesen Aufschwung sind jedoch begrenzt. Experten erwarten eine allmähliche Belebung der Investitionen, begünstigt durch günstigere Finanzierungsbedingungen. Auch die Exporte sollen nach drei rückläufigen Jahren wieder leicht zulegen.
Vom privaten Konsum werden hingegen keine starken Impulse erwartet. Die Nachwirkungen der hohen Inflation und gedämpfte Lohnabschlüsse belasten die Kaufkraft der Haushalte weiterhin.
Industrie am Wendepunkt, Exporte unter Druck
Österreichs Industrie scheint den Tiefpunkt der Krise durchschritten zu haben. Nach einem starken Einbruch der Wertschöpfung und dem Verlust von rund 15.000 Arbeitsplätzen wird für 2026 wieder ein Zuwachs erwartet. Diese Erholung ist jedoch fragil.
Die exportorientierte Wirtschaft bleibt stark von der globalen Konjunktur abhängig. Die anhaltende Schwäche des wichtigsten Handelspartners Deutschland dämpft die Aussichten erheblich. Ein klassischer, exportgetriebener Aufschwung dürfte diesmal ausbleiben.
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Arbeitsmarkt zeigt sich erstaunlich robust
Trotz der längsten Rezession der Nachkriegszeit hat sich der Arbeitsmarkt als vergleichsweise stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,3 Prozent im Jahr 2022 auf voraussichtlich 7,4 Prozent im Jahr 2025.
Für 2026 wird mit der leichten konjunkturellen Erholung ein geringfügiger Rückgang auf 7,3 Prozent erwartet. Bemerkenswert ist, dass der Beschäftigungsaufbau gesamtwirtschaftlich weiterging, während in der Industrie massiv Stellen abgebaut wurden.
Hohes Defizit bremst den Staat aus
Ein wesentliches Hemmnis für eine dynamischere Entwicklung ist die Lage der öffentlichen Finanzen. Das gesamtstaatliche Budgetdefizit wird auch 2026 mit voraussichtlich 4,2 Prozent des BIP weit über dem EU-Grenzwert von 3 Prozent liegen.
Dies engt den Spielraum für staatliche Konjunkturimpulse erheblich ein. Die Erholung muss daher maßgeblich vom Privatsektor und einer Besserung des globalen Umfelds getragen werden. Die nächsten Konjunkturprognosen der Institute Ende März werden zeigen, ob der zaghafte Aufschwung an Fahrt gewinnt.
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