Kontakte, Einsamkeit

Österreich verschreibt soziale Kontakte gegen Einsamkeit

22.02.2026 - 02:39:12 | boerse-global.de

Das Pilotprojekt Social Prescribing zeigt Erfolge bei der psychischen Gesundheit. Zudem wird klinische Psychologie 2026 Kassenleistung und ein Jugendhilfeprogramm verlängert.

Ärzte in Österreich können jetzt soziale Aktivitäten auf Rezept verordnen. Das Pilotprojekt „Social Prescribing“ zeigt erste Erfolge und soll die psychische Gesundheit stärken.

Was steckt hinter dem neuen Ansatz?

Das Prinzip ist einfach: Statt Medikamente zu verschreiben, vermitteln Hausärzte ihre Patienten an gemeindebasierte Angebote. Der Grund? Viele Beschwerden haben psychosoziale Ursachen wie Einsamkeit oder Stress. Schätzungen zufolge liegt das bei jedem fünften Arztbesuch vor.

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Spezialisten entwickeln dann einen individuellen Plan mit den Betroffenen. Das kann die Teilnahme an einem Kochkurs sein, um neue Kontakte zu knüpfen, oder der Besuch einer Schuldnerberatung. Ziel ist es, die Menschen direkt in ihrem Lebensumfeld zu unterstützen und ihre Selbstwirksamkeit zu stärken.

Hohe Zufriedenheit bei den Teilnehmern

Die Daten aus der Pilotphase von 2023 bis 2025 sind vielversprechend. Die Teilnehmer berichten von einem stabileren Alltag und einem besseren psychischen Wohlbefinden. Eltern chronisch kranker Kinder fühlten sich zum Beispiel weniger allein, nachdem sie in passende Gruppen vermittelt wurden.

Die Akzeptanz ist enorm: 93 Prozent der Teilnehmer würden „Social Prescribing“ weiterempfehlen. Die Methode entlastet nicht nur die Hausarztpraxen, sondern fördert aktiv die gesellschaftliche Teilhabe.

Teil einer breiten Gesundheitsoffensive

„Social Prescribing“ ist nur ein Baustein einer umfassenderen Strategie. Parallel läuft das sehr erfolgreiche Programm „Gesund aus der Krise“, das Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahren kostenlose psychologische Hilfe bietet. Es wurde kürzlich bis Juni 2027 verlängert.

Mit einem Budget von über 35 Millionen Euro sollen weitere 30.000 junge Menschen erreicht werden. Eine Studie der Universität Innsbruck belegt die Wirksamkeit: 93 Prozent der behandelten Kinder und Jugendlichen fühlten sich danach besser.

Klinische Psychologie wird Kassenleistung

Die wohl größte Veränderung steht im Frühjahr 2026 an: Die klinisch-psychologische Behandlung wird zur vollständigen Kassenleistung. Ein Vertrag mit den Versicherungsträgern sichert jährlich rund 120.700 Behandlungseinheiten.

Dadurch entfällt die bisherige finanzielle Hürde der Vorfinanzierung für Patienten. Der Zugang soll über eine zentrale Servicestelle organisiert werden, die eine wohnortnahe Vermittlung garantieren will.

Ein Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik

Die Summe dieser Maßnahmen markiert einen klaren Kurswechsel. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Krankheitsbehandlung hin zu präventiven und niederschwelligen Angeboten. Angesichts steigender psychischer Belastungen in der Bevölkerung ist dieser Schritt zentral.

Österreich adaptiert mit „Social Prescribing“ ein international bewährtes Modell, das bereits in Ländern wie Kanada oder Irland erfolgreich läuft. Der Erfolg der Pilotphase könnte den Weg für einen flächendeckenden Ausbau ebnen und die Primärversorgung nachhaltig verändern.

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