Österreich startet neue Solar-Förderrunde mit Fokus auf Netzstabilität
18.04.2026 - 09:31:38 | boerse-global.de
Ab nächster Woche können Unternehmen und Privathaushalte wieder Anträge für Investitionszuschüsse zu Photovoltaik und Stromspeichern stellen. Die neue Förderrunde setzt klare Akzente auf europäische Wertschöpfung und die Entlastung der Stromnetze.
Vom Steuerbonus zurück zum Direktzuschuss
Die am 23. April startende Antragsphase unter dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) ist die erste größere Fördergelegenheit in diesem Jahr. Sie markiert eine Rückkehr zum bewährten System: Nachdem die temporäre Mehrwertsteuerbefreiung für kleinere Solaranlagen Ende März 2025 ausgelaufen ist, sind direkte Investitionszuschüsse wieder der wichtigste Treiber für die Energiewende. Interessenten haben bis zum 11. Mai Zeit, ihre Projekte einzureichen.
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Die Förderlogik ist klar gestaffelt. Für kleine Photovoltaik-Anlagen bis 10 Kilowatt Peak (kWp) gibt es pauschal 150 Euro pro kWp. Anlagen zwischen 10 und 20 kWp erhalten 140 Euro. Diese Kategorien werden nach dem Windhundprinzip vergeben. Größere gewerbliche Projekte müssen sich dagegen in einem wettbewerblichen Bieterverfahren behaupten, bei dem die kostengünstigsten Vorhaben den Zuschlag erhalten.
Speicherförderung und „Made in Europe“-Bonus
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die gezielte Förderung von Stromspeichern. Für neue Speichereinheiten, die zusammen mit einer PV-Anlage installiert werden, winken pauschal 150 Euro pro Kilowattstunde (kWh) Kapazität. Dahinter steht die dringende Notwendigkeit, die Netze zu stabilisieren. Bereits Anfang 2025 führte hohe Solar-Einspeisung regelmäßig zu negativen Strompreisen – ein Problem, das durch mehr dezentrale Speicher entschärft werden soll.
Parallel setzt die Politik weiter auf den „Made in Europe“-Bonus. Seit Mitte 2025 können Antragsteller ihren Förderbetrag um 20 Prozent erhöhen, wenn sie überwiegend europäische Komponenten verbauen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen nutzen diesen Bonus, um höhere Anschaffungskosten auszugleichen und auf langfristige Technologiezuverlässigkeit zu setzen.
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Marktkonsolidierung und ehrgeizige Ziele
Die Zahlen zeigen: Der österreichische Solarmarkt konsolidiert sich. 2025 wurden rund 1.634 Megawatt (MW) neu installiert – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024. Dennoch wuchs der Gesamtbestand auf knapp 9,9 Gigawatt. Für das Ziel einer 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung bis 2030 müssten jedoch jährlich etwa 2.000 MW zugebaut werden. Die klar geplanten Förderfenster 2026 sollen nun wieder Investitionssicherheit schaffen.
Die Bundesländer gehen dabei unterschiedliche Wege. Kärnten startete bereits am 15. April eine eigene Förderung für private Anlagen und zahlt pauschal 3.000 Euro für die Kombination aus mindestens 5 kWp Solar und 5 kWh Speicher. Salzburg hingegen hat seine Landesförderung eingestellt und verweist auf das Bundesprogramm. Oberösterreich fördert weiterhin gezielt die Nachrüstung von Speichern an bestehenden Anlagen.
Neue Regeln fordern intelligente Netzanbindung
Die finanziellen Anreize werden von tiefgreifenden regulatorischen Änderungen begleitet. Seit der Novelle des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) Ende 2025 können Netzbetreiber die Einspeisung neuer Anlagen drosseln. Sofern keine intelligenten Messsysteme (Smart Meter) und Steuerboxen installiert sind, kann die Einspeisung auf 60 Prozent der Nennleistung begrenzt werden. Die Ära der einfachen Volleinspeisung ist damit vorbei.
Für die Solarbranche beginnt damit eine phase des qualitativen Wachstums. Weitere bundesweite Förderfenster sind für Juni und Oktober 2026 geplant. Das Budget für den Juni-Call wird auf 12 Millionen Euro geschätzt, für Oktober sind rund 8 Millionen Euro vorgesehen. Die Kombination aus Bundesförderung, Landesmitteln und dem Europa-Bonus schafft ein komplexes, aber lohnendes Investitionsumfeld. Der Fokus liegt klar darauf, den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Netze zu entlasten – nur so ist das nationale Ziel von 19 Gigawatt Solarleistung bis 2030 erreichbar.
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