Millionen-Förderung, Energiegemeinschaften

Österreich startet Millionen-Förderung für Energiegemeinschaften

07.02.2026 - 02:54:12

Ein neues Förderprogramm und vereinfachte Gesetze sollen Bürgerenergie-Projekte beschleunigen, um die Klimaziele für 2030 und 2040 zu erreichen.

Das Klimaschutzministerium startet eine neue Initiative, um Bürgerenergie-Projekte massiv zu beschleunigen. Mit einem 5,3-Millionen-Euro-Förderprogramm und vereinfachten Gesetzen will die Regierung die dezentrale Energiewende vorantreiben. Ziel ist es, die ambitionierten Klimaziele – 100 Prozent Ökostrom bis 2030 und Klimaneutralität bis 2040 – zu erreichen.

Neues Geld, neue Regeln: So soll es einfacher werden

Der Kern der Initiative ist ein konkretes Förderprogramm. Ab sofort und bis Mitte Juli können Gemeinden, Privatpersonen und Unternehmen Anträge für ihre lokalen Energieprojekte stellen. Die 5,3 Millionen Euro sollen vor allem die Weiterentwicklung bestehender Energiegemeinschaften unterstützen.

Parallel dazu treten schrittweise neue Regeln des überarbeiteten Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) in Kraft. Bis Oktober dieses Jahres werden alle bestehenden Gemeinschaften in das neue System überführt. Die Gesetzesanpassungen sollen den rechtlichen Rahmen für das Teilen und den Handel von Strom zwischen Nachbarn klarstellen und vereinfachen.

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Was sind Energiegemeinschaften – und was bringen sie?

Hinter dem Begriff verbergen sich zwei Modelle: Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG). Beide ermöglichen es Bürgern, gemeinsam Ökostrom zu erzeugen, zu nutzen und zu verkaufen. Der große Vorteil: Wer den Strom lokal verbraucht, spart Netzentgelte und Abgaben.

  • EEGs sind lokal begrenzt und profitieren von hohen Netzentgelt-Rabatten.
  • BEGs können österreichweit agieren, bieten aber geringere finanzielle Vorteile.

Die Grundlage dafür schafft das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Die Dynamik ist bereits enorm: Ende 2025 waren bereits über 6.500 solcher Gemeinschaften in Österreich aktiv.

Die große Baustelle bleibt der Windkraft-Ausbau

Trotz des Booms bei kleinen Projekten bleibt eine Herausforderung zentral: der Ausbau von Großanlagen, insbesondere der Windkraft. Für die Winterstromversorgung ist sie unverzichtbar. Um die EAG-Ziele zu erreichen, muss die Ökostrom-Produktion bis 2030 um etwa 27 Terawattstunden steigern.

Kann mehr Bürgerbeteiligung hier die Akzeptanz erhöhen? Die Regierung setzt darauf. Projekte, bei denen Anwohner finanziell partizipieren, stoßen erfahrungsgemäß auf weniger Widerstand. Die neue Initiative zielt daher auch darauf ab, durch transparente Modelle Vertrauen zu schaffen. Experten betonen: Ein gesellschaftlicher Schulterschluss ist für das Gelingen der Wende entscheidend.

Ab Oktober gelten die vereinfachten Regeln

Die Initiative ist ein zentraler Baustein der österreichischen Klimastrategie #mission2030. Ab dem 1. Oktober 2026 treten die neuen, vereinfachten Rechtsvorschriften für Energiegemeinschaften vollständig in Kraft. Analysten erwarten, dass dies zusammen mit den Fördergeldern einen weiteren Schub für lokale Energieprojekte auslösen wird. Die erfolgreiche Einbindung der Bürger wird maßgeblich darüber entscheiden, ob Österreich sein Energiesystem schnell genug transformieren kann.

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