Österreich startet 8,7-Milliarden-Euro-Sparpaket
01.01.2026 - 22:51:12Österreich startet heute ein massives Sparprogramm. Die Regierung will 2026 rund 8,7 Milliarden Euro einsparen, um die Vorgaben der EU zu erfüllen. Hintergrund ist ein laufendes Defizitverfahren aus Brüssel.
Seit Juli 2025 läuft gegen Österreich ein EU-Verfahren wegen eines übermäßigen Haushaltsdefizits. Ohne Gegenmaßnahmen würde das Defizit 2026 auf fast sechs Prozent der Wirtschaftsleistung klettern. Das Ziel der Regierung liegt nun bei 4,2 Prozent. Das ist eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, bleibt aber deutlich über der erlaubten Maastricht-Grenze von drei Prozent.
Die Lasten verteilen sich ungleich: Während der Bund spart, verschlechtern sich die Defizite von Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung voraussichtlich.
Neue EU-Regeln: Der Nettoausgabenpfad
Brüssel hat die Spielregeln geändert. Statt nur auf die magische Drei-Prozent-Marke zu starren, kontrolliert die EU-Kommission nun streng den Nettoausgabenpfad. Das ist die Obergrenze, um wie viel die staatlichen Ausgaben pro Jahr wachsen dürfen.
Österreichs Sparpläne treffen nicht nur Haushalte, sondern beeinflussen auch Investitions‑ und Steuerregeln. Für Unternehmen, Gründer und Finanzverantwortliche ist jetzt wichtig zu wissen, welche Chancen das Wachstumschancengesetz bietet. Der kostenlose Spezial‑Report erklärt die 17 wichtigsten Neuerungen ab 2024 und zeigt, wie Sie steuerliche Vorteile, Liquiditätshilfen und E‑Rechnungs‑Pflichten praktisch nutzen können. Enthalten sind Checklisten, Praxisbeispiele und konkrete Umsetzungstipps – gratis als Download per E‑Mail. Gratis-Spezialreport Wachstumschancengesetz herunterladen
Für Österreich sieht es hier erstmal gut aus:
* Die Nettoausgaben sollen 2026 nur um 2,1 Prozent steigen.
* Das liegt knapp unter der EU-Vorgabe von 2,2 Prozent.
* Diese technische Einhaltung bewahrt das Land vorerst vor schärferen Sanktionen.
Dennoch steigt die Schuldenquote weiter. Der unabhängige Fiskalrat erwartet bis Ende 2026 einen neuen Höchststand von über 83 Prozent.
Kritik vom Fiskalrat: “Kein Selbstläufer”
Trotz der Regierungspläne mahnt der Fiskalrat zur Vorsicht. Die geplanten Einsparungen von 8,7 Milliarden Euro seien “kein Selbstläufer”. Konkret kritisieren die Haushaltswächter:
- Viele Sparmaßnahmen sind noch nicht detailliert ausgearbeitet.
- Teile des Plans basieren auf Hoffnungen, etwa dass Bundesländer die moderaten Gehaltsabschlüsse des Bundes übernehmen.
- Dauerhafte Belastungen durch Pensionen, Gesundheit und steigende Zinszahlungen bremsen die Sanierung.
Sollte die Konjunktur schwächer ausfallen als erhofft, könnte das Defizitziel von 4,2 Prozent in Gefahr geraten.
Ein europäisches Problem
Österreich steht mit seinen Haushaltsproblemen nicht allein da. Auch wirtschaftliche Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich kämpfen 2026 mit der Einhaltung der EU-Kriterien.
Die Strategie der Wiener Regierung setzt auf einen Spagat: Einerseits strikte Sparvorgaben, andererseits Investitionen in Wirtschaft und Bildung, um aus den Schulden “herauszuwachsen”. Ob das gelingt, wird sich im Frühjahr zeigen. Dann bewertet die EU-Kommission die finalen Zahlen – und entscheidet über mögliche schärfere Auflagen.


