Stromabgabe, Haushalte

Österreich senkt Stromabgabe für Haushalte auf EU-Minimum

01.01.2026 - 09:33:12

Pünktlich zum Jahreswechsel sinkt die Elektrizitätsabgabe für private Haushalte in Österreich auf ein Rekordtief. Ab dem 1. Januar 2026 zahlen Verbraucher nur noch 0,1 Cent pro Kilowattstunde – den europarechtlich kleinstmöglichen Satz. Die Maßnahme soll Millionen Haushalte entlasten und ist Teil eines breiteren Pakets gegen die Teuerung.

Die Senkung von bisher 1,5 Cent auf nur noch 0,1 Cent pro Kilowattstunde ist der Kern der Neuregelung. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh im Jahr summiert sich die Ersparnis inklusive Umsatzsteuer auf etwa 50 bis 60 Euro.

  • Die Änderung wird automatisch von den Energieversorgern umgesetzt.
  • Verbraucher müssen selbst nichts tun, um zu profitieren.
  • Zusammen mit anderen Entlastungen wie sinkenden Netzentgelten kann die Gesamtersparnis für Familien dreistellig ausfallen.

Weniger starke Senkung für Unternehmen

Die Wirtschaft profitiert ebenfalls, allerdings in geringerem Maße. Für Unternehmen sinkt die Abgabe auf 0,82 Cent pro Kilowattstunde, eine Reduktion um knapp 45 Prozent. Diese Differenzierung sorgte für Diskussionen.

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Kritiker sehen einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Deutschland. Dort trat am selben Tag eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer für die Industrie auf das EU-Minimum in Kraft. Die österreichische Regelung zielt vor allem auf den Mittelstand wie Bäckereien oder Handwerksbetriebe.

Finanzierung durch Staatskonzerne

Die entgangenen Einnahmen für den Staat belaufen sich 2026 auf geschätzte 500 Millionen Euro. Diese Summe wird nicht durch neue Schulden, sondern durch Sonderdividenden gedeckt.

Gelder fließen vor allem vom Energiekonzern Verbund, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und der Staatsholding ÖBAG in den Bundeshaushalt. Die Regierung spricht von einem Akt der Fairness, Kritiker von einer Verschiebung innerhalb der staatlichen Sphäre.

Ein Baustein im Kampf gegen die Inflation

Die Senkung ist ein gezielter Schritt zur Dämpfung der Inflation, da Energiepreise ein Haupttreiber der Teuerung waren. Der Beschluss im Dezember 2025 fand breite politische Unterstützung von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen. Einzig die FPÖ lehnte ab und nannte die Maßnahme einen “Tropfen auf den heißen Stein”.

Für die Energiewirtschaft kommt die Senkung zum richtigen Zeitpunkt, da andere staatliche Stützungsmaßnahmen wie die Strompreisbremse auslaufen. Sie fungiert als neuer Puffer gegen Preisschocks.

Was kommt nach 2026?

Die große offene Frage ist die Zukunft der Regelung. Sie ist zunächst nur für das Kalenderjahr 2026 befristet. Sollte die Inflation nicht nachhaltig sinken, wird der Druck wachsen, die Senkung zu verlängern.

Wirtschaftsvertreter fordern bereits eine Angleichung der Unternehmensbesteuerung an das deutsche Niveau. Für die nächsten zwölf Monate ist der staatliche Preisdruck auf der Stromrechnung jedoch erst einmal minimiert.

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