Österreich führt Allianz gegen EU-Personalaufbau an
20.02.2026 - 16:00:11 | boerse-global.deÖsterreich mobilisiert acht EU-Staaten gegen Pläne für 2.500 neue Beamtenposten in Brüssel. Ein gemeinsamer Brief an die EU-Kommission fordert strikte Sparsamkeit statt eines massiven Verwaltungsausbaus.
Neun Staaten sagen Brüssel den Kampf an
Die österreichische Bundesregierung hat eine Allianz gegen die Budgetpläne der Europäischen Kommission angeführt. Gemeinsam mit Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Finnland, Dänemark, Estland, Lettland und Tschechien übergab sie ein scharfes Positionspapier an Budgetkommissar Piotr Serafin.
Der Kern des Protests: Die Kommission will die Verwaltungsausgaben bis 2034 um fast 40 Prozent erhöhen und rund 2.500 neue Stellen schaffen. Für die neun Staaten ist das ein falsches Signal in wirtschaftlich angespannten Zeiten.
„Glaubwürdigkeit entsteht nur, wenn die EU die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegt, die sie von uns fordert“, betonte Europaministerin Claudia Bauer. Während nationale Regierungen sparen müssen, drohe in Brüssel das Gegenteil.
„Sparsame Vier“ werden zur Neun
Beobachter werten den Vorstoß als Wiederbelebung der traditionellen „Sparsamen Vier“ – nun deutlich erweitert und mit Deutschland als politischem Schwergewicht. Der Druck auf die Kommission steigt damit erheblich.
Die Kritik ist eindeutig: Ein aufgeblähter Verwaltungsapparat widerspricht dem Ziel einer modernen und effizienten Union. Statt neue Stellen zu schaffen, müsse Brüssel interne Reformen vorantreiben und bestehende Ressourcen besser nutzen.
Doch wie soll das gelingen? Die Antwort der Allianz liegt in der Digitalisierung.
Digitalisierung statt mehr Beamte
Staatssekretär Alexander Pröll, zuständig für Digitalisierung, verweist auf die milliardenschweren Investitionen in die digitale Transformation. Technologie dürfe kein Selbstzweck sein – sie müsse zu schlankeren Strukturen führen.
Die Logik der Kritiker: Digitalisierte und automatisierte Prozesse sollten den Personalbedarf senken, nicht erhöhen. Bevor über neue Stellen diskutiert wird, muss die Kommission nachweisen, wie moderne Technologien Einsparungen bringen.
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Österreichs eigener Ansatz, Effizienz durch Digitalisierung zu steigern, soll nun Modell für die gesamte EU werden. Eine klare Forderung an Brüssel.
Erster großer Konflikt vor Budgetverhandlungen
Der Streit markiert den Auftakt zu den Verhandlungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen ab 2028. Die Kommission argumentiert, dass neue Aufgaben – von Verteidigung bis Klimaschutz – mehr Personal erfordern.
Zudem plant Brüssel eine Strukturreform: 52 bisherige Programme sollen in 16 größere Blöcke zusammengefasst werden. Die Kritiker erkennen das Modernisierungsziel an, bestehen aber auf Konsequenz.
Wenn Europa seine Beziehungen zu Bürgern und Unternehmen reformieren will, muss es auch die eigene Verwaltung reformieren. Diese Forderung steht nun im Raum.
Harte Verhandlungen zeichnen sich ab
Mit dem formellen Brief der neun Staaten ist der Ton für die kommenden Monate gesetzt. Die Beteiligung Deutschlands verleiht der Initiative besonderes Gewicht.
Budgetkommissar Serafin steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss die Arbeitsfähigkeit der Kommission sichern, ohne die Nettozahler gegen sich aufzubringen. Die Kommission wird versuchen, den Personalbedarf mit neuen Aufgaben zu begründen.
Doch die „Allianz der Sparsamkeit“ wird auf konkreten Einsparzielen beharren. Die Debatte um die 2.500 Stellen ist wohl erst der Anfang eines langen Verhandlungsmarathons.
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