Ørsted A/S, DK0060094928

Ørsted-Aktie nach Kurssturz: Chance für Mutige oder Value Trap?

10.02.2026 - 17:30:34

Der Offshore-Wind-Pionier Ørsted kämpft mit Milliardenabschreibungen, Projektstopps und politischem Gegenwind. Warum die Aktie jetzt wieder in Bewegung kommt – und was deutschsprachige Anleger vor einem Einstieg unbedingt prüfen sollten.

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Was Sie jetzt wissen müssen: Die Ørsted-Aktie bleibt auch aktuell unter hoher Beobachtung, nachdem der dänische Offshore-Wind-Spezialist in den vergangenen Monaten mit massiven Abschreibungen, Projektabbrüchen in den USA und einem Kurskollaps von zeitweise über 70 % gegenüber dem Hoch zu kämpfen hatte. Die jüngsten Meldungen zu Projektportfolios, Refinanzierung und politischen Rahmenbedingungen bestimmen erneut den Kursverlauf – und damit, ob sich für Anleger im deutschsprachigen Raum eine Turnaround-Chance oder ein weiteres Value-Trap-Risiko abzeichnet.

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Ørsted gleich in mehrfacher Hinsicht relevant: Die Aktie ist an allen großen Handelsplätzen (u. a. Xetra, Tradegate, Börse Stuttgart) handelbar, sie ist ein Proxy für die Bewertung der gesamten europäischen Wind- und Erneuerbaren-Branche – und sie reagiert empfindlich auf Zinswende, Förderpolitik der EU und Dollar-Entwicklung. Wer im DAX bereits stark in Energie- und Versorgerwerte investiert ist, sollte die Korrelationen kennen, bevor weiteres Kapital in diesen Sektor fließt.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Kursstatus & Marktreaktion: Laut den zuletzt verfügbaren Kursdaten (u. a. Reuters, Bloomberg, finanzen.net) notiert Ørsted aktuell deutlich unter den Niveaus der Vorjahre. Hinweis: Realtime-Daten können sich minütlich ändern – maßgeblich ist der jeweils aktuelle Börsenkurs; liegt nur der Schlusskurs der letzten Sitzung vor, gilt dieser als Last Close.

Der wesentliche Treiber für die anhaltend schwache Performance ist das Zusammenspiel aus:

  • stark gestiegenen Zinsen (Belastung der diskontierten Cashflows langlaufender Projekte),
  • Kostenexplosion bei Offshore-Projekten (Turbinen, Logistik, Finanzierung),
  • Problemen im US-Geschäft mit Projektstornierungen und Abschreibungen in Milliardenhöhe,
  • und einer allgemein abgekühlten Risiko-Bereitschaft institutioneller Investoren gegenüber Capital-Intensive Green Tech.

Zuletzt sorgten Meldungen über eine strategische Portfolioüberprüfung, mögliche Projektverkäufe sowie Diskussionen über Kapitalmaßnahmen für Bewegung im Kurs. Der Markt versucht abzuschätzen, ob Ørsted aus eigener Kraft in eine stabilere Bilanzstruktur zurückfinden kann – oder ob eine deutliche Dividendenkürzung und eine Verwässerung durch Kapitalerhöhungen unausweichlich werden.

Verbindung zum deutschsprachigen Markt: Für Anleger im D-A-CH-Raum ist Ørsted nicht nur ein reiner „Öko-Play“. Die Aktie korreliert oft sichtbar mit deutschen Titeln wie RWE, E.ON sowie Turbinenherstellern wie Siemens Energy oder Nordex. Negative Nachrichten bei Ørsted können Sentiment und Bewertungsniveau der gesamten europäischen Windkette drücken – und umgekehrt.

Dazu kommt: Deutschland ist ein Kernmarkt für Offshore-Wind in Europa. Ausschreibungsdesign, Netzausbau, Genehmigungsdauer und die Umsetzung der Energiewende wirken direkt auf die Profitabilität von Projekten, an denen Unternehmen wie Ørsted beteiligt oder interessiert sind. Politische Entscheidungen in Berlin und Brüssel sind daher auch für dänische Titel kursrelevant – und damit für Portfolio-Risiken deutscher Privatanleger.

Die folgende Übersicht fasst zentrale Eckdaten der Ørsted-Aktie und deren Einordnung zusammen (auf Basis öffentlich zugänglicher Finanzportale wie Bloomberg, Reuters, finanzen.net – Werte können sich seit der letzten Aktualisierung verändert haben):

Kennzahl Beschreibung Einordnung für Anleger im D-A-CH-Raum
ISIN / Ticker DK0060094928 / z. B. ORSTED.CO (Kopenhagen) Über Xetra, Tradegate, Stuttgart etc. in EUR handelbar; dänische Heimatbörse in DKK
Branche Erneuerbare Energien, Offshore-Wind, Energieerzeugung Sektor-Exposure ergänzend zu DAX-Titeln wie RWE, E.ON; hoher politischer Einfluss
Aktuelle Bewertung Marktkapitalisierung deutlich unter früheren Spitzen; KGV und EV/EBITDA schwanken stark durch Abschreibungen Vergleich mit europäischen Versorgern und Renewables-Werten wichtig; reine KGV-Betrachtung oft irreführend
Dividendenpolitik Historisch wachstumsorientierte Ausschüttungspolitik, zuletzt unter Druck Anleger müssen mit möglichen Anpassungen rechnen; Dividendenstory ist nicht mehr „sicher“
Verschuldung Hohe Investitionen in Offshore-Windparks, signifikante Nettofinanzverschuldung Zinsniveau der EZB und Refinanzierungskosten in EUR/DKK zentral für die Investmentstory
US-Exposure Große Offshore-Projekte an der US-Ostküste, teils gestrichen oder neu verhandelt Dollar-Kurs, US-Förderpolitik (IRA) und Projektwirtschaftlichkeit wirken indirekt auch auf europäische Bewertung
Risiko-Profil Projekt-, Regulierungs-, Währungs- und Zinsrisiken; hohe CAPEX-Intensität Für konservative Dividendenanleger riskant, für Turnaround-orientierte Trader interessant

Kurzfristige Kursbewegungen in den letzten Handelstagen lassen sich vor allem auf neue Kommentare des Managements, Branchennews zu Ausschreibungen und politische Signale zur Förderkulisse zurückführen. Zu beachten ist: Ørsted ist vergleichsweise volatil. Intraday-Schwankungen im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich sind nach größeren Meldungen nicht ungewöhnlich – ein wichtiger Punkt für Trader mit engem Risikomanagement.

Ein-Jahres-Rückblick: Gewinn oder Verlust?

Um die Dimension der Kursbewegung einzuordnen, lohnt ein Blick auf die 12-Monats-Performance. Aus öffentlich verfügbaren Daten (u. a. finanzen.net, Onvista, Börse Frankfurt) ergibt sich, dass die Ørsted-Aktie in den letzten zwölf Monaten – je nach Stichtag und Handelsplatz – deutlich im Minus liegt, in der Größenordnung von mehreren Dutzend Prozent.

Beispielhafte Überschlagsrechnung auf EUR-Basis (Xetra/Tradegate, gerundet, zur Illustration):

  • Annahme Einstiegskurs vor rund einem Jahr: ca. 60 € pro Aktie
  • Aktueller Kursbereich: deutlich darunter (z. B. um 40 € oder niedriger, je nach Tageskurs)
  • Rechnerischer Verlust bei 60 € Einstieg und 40 € aktuellem Kurs: rund 20 € pro Aktie bzw. ca. 33 %

Wichtig: Exakte Werte hängen vom tatsächlichen Kaufzeitpunkt, dem jeweiligen Handelsplatz, der genauen Währungsumrechnung (DKK/EUR) und den individuellen Transaktionskosten ab. Wer nahe an den früheren Höchstständen eingestiegen ist, kann im Extremfall noch deutlich stärkere Buchverluste sehen.

Für deutschsprachige Anleger bedeutet das: Ørsted war in den vergangenen 12 Monaten – trotz langfristig positiver Erzählung der Energiewende – kein Selbstläufer, sondern ein Kapitalvernichter. Wer jetzt einsteigt, spekuliert nicht auf „grünes Wachstum“, sondern konkret auf eine operative und finanzielle Sanierung sowie eine Normalisierung der Bewertungsmultiples.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Analystenhäuser sind bei Ørsted inzwischen deutlich gespalten. Aus jüngsten Einschätzungen internationaler Banken und Research-Häuser (u. a. Goldman Sachs, JPMorgan, Barclays, Deutsche Bank, Nordea – je nach Quelle und Stichtag) ergibt sich ein Bild zwischen vorsichtig konstruktiv und klar zurückhaltend.

  • Rating-Spanne: Die Empfehlungen reichen von „Sell“ bzw. „Underperform“ über „Hold/Neutral“ bis zu selektiven „Buy“-Einstufungen für Turnaround-Investoren. Insgesamt überwiegt derzeit eher eine neutrale bis leicht vorsichtige Haltung.
  • Kursziele: Die verlautbarten Zielkurse (in DKK, umgerechnet auf EUR) liegen teils deutlich über dem aktuellen Kurs, spiegeln aber vor allem die hohe Unsicherheit wider. Zwischen optimistischen Szenarien mit signifikantem Aufwärtspotenzial und defensiven Zielen knapp über dem aktuellen Niveau ist fast alles vertreten.
  • Zentrale Streitpunkte: Analysten diskutieren intensiv über die Themen Projektpipeline, Margen, mögliche weitere Abschreibungen, Kapitaldisziplin, Dividendenfähigkeit und die Frage, ob die jüngsten Negativfaktoren im Kurs ausreichend eingepreist sind.

Deutsche und europäische Häuser betonen dabei vor allem das Zinsrisiko und die Konkurrenz durch alternative Investments im Energiesektor (klassische Versorger, Öl&Gas mit hoher Free-Cashflow-Rendite, andere Renewables-Werte). Der Konsens: Ørsted bleibt ein „Stock-Picker-Titel“, der sich nicht für jeden Anleger eignet, sondern ein aktives Risikomanagement und hohe Toleranz für Schwankungen erfordert.

Für Anleger im D-A-CH-Raum ist wichtig, sich nicht allein am Kurspotenzial aus Analystenmodellen zu orientieren. Mindestens ebenso entscheidend sind:

  • die eigene Einschätzung zu Zins- und Inflationspfad in der Eurozone,
  • die Erwartung an die europäische und US-Förderpolitik für Offshore-Wind,
  • und die Bereitschaft, mehrjährige Haltefristen mit möglichen Zwischenkorrekturen im zweistelligen Prozentbereich auszusitzen.

Fazit für deutschsprachige Anleger: Ørsted ist derzeit weniger ein klassischer Dividendentitel als vielmehr eine spekulative „Special Situation“ im Renewables-Sektor. Wer einsteigt, sollte dies bewusst als Satellitenposition im Depot verstehen – ergänzend, nicht anstelle breiter Basisinvestments etwa in DAX- oder MSCI-World-ETFs.

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