Ölpreis, Brent

Ölpreise volatil vor Trumps Iran-Rede: WTI fällt unter 100 Dollar, Brent hält sich bei 108 Dollar

02.04.2026 - 20:11:49 | ad-hoc-news.de

Die Rohölpreise zeigen starke Volatilität durch den eskalierenden Iran-Konflikt. WTI-Notierungen rutschen unter 100 Dollar, während Brent stabil bleibt – Händler harren Trumps Rede ab. Prognosen sehen bis zu 200 Dollar möglich bei anhaltender Hormus-Blockade.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise bewegen sich in einer hochvolatilen Phase, getrieben durch die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten mit dem Iran. West Texas Intermediate (WTI) fiel zeitweise unter 100 Dollar pro Barrel, erholte sich jedoch leicht auf nahe 99 Dollar. Brent-Rohöl notiert derzeit knapp unter 108 Dollar, nach einem Monats-Hoch von 119,50 Dollar.

Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 18:11 Uhr (Europe/Berlin)

Volatiler Handel vor Trumps Ankündigung

Der aktuelle Ölmarkt wird maßgeblich vom Iran-Konflikt dominiert, der die Straße von Hormus blockiert – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für weltweites Öl. Diese Blockade führt zu massiven Angebotsängsten und treibt die Preise. US-Präsident Donald Trump hat eine Frist für mögliche Angriffe auf iranische Energieanlagen um zehn Tage verschoben, bis zum 6. April. Händler erwarten nun eine Rede Trumps zum Konflikt, was die Märkte zusätzlich verunsichert. WTI-Terminkontrakte brachen um mehr als 4,8 Prozent ein, bevor sie teilweise wieder wettgemacht wurden.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent-Rohöl, das Referenzöl für Europa, steuert auf den stärksten monatlichen Anstieg seit Langem zu, mit einem Plus von rund 7,52 Prozent im März. WTI, das US-amerikanische Pendant, zeigt hingegen stärkere Schwankungen mit einem Tagesplus von 12,78 Prozent, aber intraday-Verlusten. Der Unterschied ergibt sich aus regionalen Angebotsstrukturen: Brent ist stärker von nahöstlichem Öl abhängig, WTI von US-Produktion. Die Hormus-Blockade trifft Brent direkter, da 20 Prozent des globalen Öls durch diese Meerenge fließen.

Macquaries Prognose: Bis zu 200 Dollar pro Barrel

Investmentbank Macquarie skizziert zwei Szenarien für die Ölpreise. Bei einem bis Juni anhaltenden Iran-Krieg und blockierter Hormus-Straße könnten Preise auf 200 Dollar pro Barrel klettern – ein historisches Hoch. Die Eintrittswahrscheinlichkeit liegt bei 40 Prozent. Im wahrscheinlichen Szenario (60 Prozent) endet der Konflikt bis Monatsende, was Preise dämpfen würde. Analyst Vikas Dwivedi betont, dass nur ein massiver Preisanstieg die Nachfrage dämpfen könnte, um das Angebotsdefizit auszugleichen.

Auswirkungen auf den europäischen Markt

In Europa und der DACH-Region spüren Verbraucher und Industrie die Preisentwicklung direkt. Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen kletterten auf 162,75 Euro pro 100 Liter, ein Plus von 14,35 Prozent zum Vortag. In Niedersachsen liegen sie bei 162,26 Euro, in Tirol bei 172,58 Euro. Diese Steigerungen resultieren direkt aus höheren Rohölpreisen und Logistikkosten durch den Konflikt. Für deutsche Industrie, insbesondere Chemie und Automobilsektor, bedeutet das höhere Produktionskosten und Inflationsdruck. Die EZB beobachtet dies genau, da steigende Energiepreise die Kerninflation antreiben.

Geopolitische Risiken und Supply-Mechanismus

Die direkte Transmission vom Konflikt zu Ölpreisen läuft über das Angebot: Iran produziert rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag, die Hormus-Blockade verhindert Exporte aus dem Golf. Das entspricht etwa 3-5 Prozent des globalen Angebots. Ohne schnelle Auflösung droht ein Defizit, das Preise nach oben treibt. Zusätzlich könnten Schäden an Infrastruktur langfristig wirken. Goldman Sachs hat seine Prognosen angehoben, passend zur volatilen Lage.

Marktpositioning und Sentiment

Händler positionieren sich defensiv. Lange Positionen in Öl-Futures sind hoch, Spekulanten wetten auf weitere Steigerungen. Tom Kloza von Gulf Oil warnt vor anhaltenden Auswirkungen. Der starke US-Dollar dämpft Preise leicht, da Öl in Dollar gehandelt wird, aber geopolitische Risiken überwiegen derzeit. Der monatliche Anstieg bei Brent unterstreicht das Momentum.

Ausblick und Risikofaktoren

Entscheidend bleibt die Dauer der Blockade und Trumps nächste Schritte. Eine Deeskalation könnte Preise schnell korrigieren, anhaltender Konflikt sie explodieren lassen. OPEC+ könnte Produktion erhöhen, um Defizite abzufedern, doch Kapazitäten sind begrenzt. Für Investoren in Europa: Öl-ETCs und Futures bieten Hebel, bergen aber hohes Risiko. Die Volatilität bleibt hoch.

Weiterführende Quellen

Macquarie-Prognose zu Ölpreisen
Ölpreis-Volatilität vor Trump-Rede
Aktuelle Heizölpreise NRW
Heizölpreise Niedersachsen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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