Ölpreise steigen weiter - Brent klettert zeitweise bis auf fast 106 US-Dollar
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 16:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete zuletzt 104,33 US-Dollar. Das waren 3,08 Prozent mehr als am Vortag. In der Spitze stieg der Brentpreis am Nachmittag kurzzeitig bis auf 105,82 US-Dollar.
Neben der sich verschärfenden Lage im Iran-Krieg sind die Märkte auch wegen der Situation im Jemen beunruhigt. Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Landes eingenommen. Damit rückt die von Iran unterstützte Miliz noch näher an die Meerenge Bab al-Mandab heran, einen der wichtigsten Engpässe für den internationalen Schiffsverkehr. Pakistan hat unterdessen den Iran nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Islamabad angesichts der eskalierenden Kämpfe im Jemen mehrfach aufgefordert, die mit Teheran verbündeten Huthi zu zügeln.
Beim Krieg zwischen den USA und dem Iran ist keine Entspannung in Sicht. Die iranischen Streitkräfte sind im Krieg gegen die USA nach Angaben ihrer Militärführung bereit für "Blitzoffensiven" zur Landesverteidigung. "Heute sind wir bereit, an jedem Punkt des Landes mit hoher Geschwindigkeit präsent zu sein und den Feind, in welcher Lage er sich auch befinden mag, zu vernichten", sagte Hassan Hassansadeh, Kommandeur für die Bodentruppen der Revolutionsgarden im Großraum Teheran, laut iranischen Medien.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran konzentrierte sich zuletzt auf gegenseitigen Beschuss am Persischen Golf im Streit um die Straße von Hormus. In den vergangenen Monaten gab es jedoch auch immer wieder Spekulationen über eine begrenzte Bodenoffensive der USA, um etwa strategische Inseln vor der iranischen Südküste einzunehmen.
Die wiederaufgeflammten Kämpfe der vergangenen Woche beendeten eine Phase relativer Ruhe und trieben die Preise für Öl und Erdgas nach oben. Noch liegt der aber unter dem Jahreshoch von 126 US-Dollar je Barrel aus dem April.
Der Preis für europäisches Erdgas hat am Donnerstag ebenfalls seinen Höhenflug fortgesetzt. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam über 80 Euro je Megawattstunde (MWh) stieg um 2,90 Prozent auf 81,56 Euro. Am Mittwoch war er erstmals seit Ende 2022 über 80 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen.
