Ölpreis, Brent

Ölpreise steigen kräftig nach Trumps Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus

14.04.2026 - 10:00:22 | ad-hoc-news.de

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump einer Seeblockade reagieren die Ölpreise mit starken Zuwächsen. Brent klettert auf über 102 US-Dollar, WTI bleibt volatil – geopolitische Risiken treiben den Markt.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise haben in der Nacht zum Montag kräftig zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade in der Straße von Hormus angekündigt hat. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl zur Lieferung im Juni stieg bis auf fast 104 US-Dollar und notiert am frühen Morgen bei rund 102 US-Dollar, was einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Freitagabend entspricht. Die US-Sorte WTI zeigt ebenfalls deutliche Bewegungen, bleibt aber volatiler.

Stand: Montag, 13. April 2026, 12:58 Uhr (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Treiber

Die Ankündigung der Blockade erfolgt nach gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad. Trump will damit verhindern, dass der Iran Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verlangt und gleichzeitig von Öleinnahmen profitiert. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Ölexporte, durch die täglich rund 20 Prozent des globalen Öls transportiert werden. Eine Blockade würde das Angebot massiv einschränken und Preise nach oben treiben.

Der Iran als einer der größten Ölproduzenten der Welt ist stark von dieser Route abhängig. Seit Beginn des Konflikts im Februar, ausgelöst durch Angriffe Israels und der USA auf iranische Ziele, schwanken die Preise stark. Die zweiwöchige Waffenruhe vom 8. April hatte zu einem Einbruch geführt, nun kehrt die Unsicherheit zurück.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent, der globale Benchmark für rund zwei Drittel des weltgehandelten Öls, profitiert stärker vom geopolitischen Risiko in der Straße von Hormus, da viele Lieferungen aus dem Persischen Golf betroffen sind. Aktuell notiert Brent bei 102,26 US-Dollar mit einem Plus von 8,49 Prozent. WTI, primär ein US-amerikanischer Kontrakt, zeigt leichte Verluste bei 96,57 US-Dollar minus 1,33 Prozent, beeinflusst durch lokale Lagerbestände und Exportdynamiken. Diese Divergenz unterstreicht, wie regionale Faktoren die Sorten unterschiedlich wirken lassen.

In den letzten Tagen: Am 10. April notierte Brent bei 96,76 US-Dollar (+0,9 Prozent), WTI bei 98,37 US-Dollar (+0,5 Prozent). Der Waffenruheffekt vom 8. April hatte beide auf Tiefststände gedrückt – Brent auf 91,11 US-Dollar minus 11 Prozent.

Direkte Auswirkungen auf den Ölmarkt

Die Blockade soll um 16:00 Uhr deutscher Zeit beginnen, was den Markt in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Jeder Unterbruch in der Straße von Hormus führt zu einem klassischen Supply-Shock: Weniger verfügbares Öl treibt Preise hoch, da Raffinerien und Importeure nach Alternativen suchen müssen. Historisch haben ähnliche Ereignisse, wie der Tanker-Krieg in den 1980er Jahren, zu Preissprüngen von über 100 Prozent geführt.

Derzeit bleibt das Preisniveau hoch: Beide Sorten kosten rund ein Drittel mehr als vor Konfliktsbeginn. Investoren positionieren sich defensiv, mit steigenden Preisen für Optionskontrakte auf höhere Niveaus.

Europäische und DACH-Relevanz

Für Europa und den DACH-Raum sind die Auswirkungen besonders spürbar. Deutschland importiert über 90 Prozent seines Öls, viel davon aus dem Nahen Osten. Steigende Brent-Preise pushen Diesel- und Heizölpreise: Aktuelle Heizölnotierungen in Bayern liegen bei 139,52 Euro pro 100 Liter (13.04.2026), in Nordrhein-Westfalen bei 139,02 Euro (12.04.2026). Dies belastet Industrie, Logistik und Verbraucher, insbesondere bei anhaltender Inflation.

Die Logistikbranche in Deutschland klagt über explodierende Kosten durch den Iran-Konflikt. Energiepreise treiben Betriebe in die Krise, mit Auswirkungen auf Lieferketten und Preise für Endkunden. Die EZB beobachtet dies genau, da Ölpreise die Kerninflation antreiben und Zinentscheidungen beeinflussen könnten.

Marktpositioning und technische Analyse

Der Ölmarkt ist hochgradig positioniert: Spekulanten halten netto-lange Positionen in Brent-Futures, was zu schnellen Korrekturen bei Risikoaversion führt. Technisch nähert sich Brent der 100-Dollar-Marke, ein psychologischer Widerstand. Ein Durchbruch könnte 110 US-Dollar anvisieren, während ein Scheitern der Blockade zu Rücksetzern auf 95 Dollar führen könnte.

WTI testet Unterstützung bei 95 Dollar; ein Bruch würde 90 Dollar öffnen. Volatilität ist extrem hoch, mit impliziter Vol von über 40 Prozent.

Ausblick und Risiken

Die nächsten Stunden sind entscheidend: Beginnt die Blockade pünktlich, könnten Preise auf 110-120 US-Dollar explodieren. Diplomatische Lösungen oder Verzögerungen würden Druck abbauen. OPEC+ könnte mit Produktionsanpassungen reagieren, bleibt aber passiv. Makrodaten wie US-Inventare (voraussichtlich diese Woche) werden überlagert.

Risiken umfassen Eskalation mit China oder Russland, sowie Nachfrageeinbrüche durch Rezessionsängste. Für DACH-Investoren: Hedging über Brent-ETFs ratsam, aber volatil.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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