Ölpreise steigen auf über 111 Dollar: Trumps Ultimatum zur Straße von Hormus treibt Brent und WTI nach oben
07.04.2026 - 09:34:11 | ad-hoc-news.deDie Ölpreise haben am Dienstagmorgen spürbar zugelegt, getrieben durch esklierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl mit Lieferung im Juni stieg im frühen Handel um 1,2 Prozent auf 111,11 US-Dollar, während der WTI-Mai-Kontrakt sogar auf rund 115 US-Dollar kletterte – ein Anstieg von rund 70 Prozent seit Kriegsbeginn.
Stand: Dienstag, 7. April 2026, 09:33 Uhr MESZ
Trumps Ultimatum als zentraler Treiber
Der Aufschwung der Ölpreise hängt direkt mit den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump zusammen. Er stellte dem Iran ein Ultimatum, die Straße von Hormus bis Mittwoch 2:00 Uhr MESZ (20:00 Uhr US-Ostküstenzeit am Dienstag) wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. Andernfalls drohte er mit der 'völligen Zerstörung' iranischer Kraftwerke und Brücken. Eine Einigung zeichnet sich derzeit nicht ab, was die Versorgungsängste schürt.
Die Straße von Hormus ist für rund 20 Prozent des globalen Öltransports entscheidend. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fünf Wochen ist sie für die meisten Schiffe unpassierbar, was zu einer Kontangostruktur führt: Nahe Liefertermine wie Mai oder Juni sind deutlich teurer als spätere Kontrakte.
Unterschiede zwischen Brent und WTI
Brent als weltweite Referenzsorte für den Ölmarkt näherte sich mit 111,11 US-Dollar dem Märzhoch von über 112 Dollar. Seit Kriegsbeginn ist Brent um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die US-Sorte WTI zeigt eine noch drastischere Entwicklung: Der Mai-Kontrakt kostet 115 US-Dollar (+70 Prozent seit Kriegsstart), während der Juni-Termin ähnlich wie Brent um 1,2 Prozent zunimmt.
Diese Divergenz unterstreicht die höhere Sensibilität von WTI für regionale US-Marktbedingungen, während Brent stärker von globalen Lieferketten beeinflusst wird. Die Blockade der Hormusstraße trifft Brent besonders, da sie europäische und asiatische Importe betrifft.
Geopolitische Risiken überlagern OPEC+-Maßnahmen
Trotz Gegensteuerungsversuchen von OPEC+ dominieren geopolitische Risiken den Markt. Das Bündnis plant, die Produktion im Mai um 206.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, um die Versorgungslücken zu schließen. Betroffen sind vor allem Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait und die VAE, die selbst vom Konflikt tangiert sind.
Analysten bezweifeln jedoch, ob diese Volumenerhöhung ausreicht. Schäden an Infrastruktur und unsichere Seewege behindern den Transport, sodass zusätzliche Produktion nicht voll wirkt. Der Preisaufschwung zeigt, dass Märkte derzeit fundamentale Angebotsdaten ignorieren und stattdessen auf Eskalationsszenarien wetten.
Auswirkungen auf Europa und DACH-Region
Für europäische Investoren und Verbraucher sind die steigenden Ölpreise alarmierend. Höhere Energiekosten treiben die Inflation und belasten die Konjunktur. In Deutschland und der DACH-Region, wo Diesel und Heizöl vom Brent-Preis abhängen, steigen die Sprit- und Heizkosten direkt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet dies genau, da steigende Ölpreise ihre Inflationsziele gefährden. Zudem erhöht der starke US-Dollar die Importkosten für Euro-Nutzer. DAX-Unternehmen mit hohem Energieverbrauch, wie Chemie- oder Automobilhersteller, leiden unter höheren Produktionskosten.
Marktpositionierung und Spekulation
Händler reagieren sensibel auf verbale Eskalationen. Trumps Rhetorik löst spekulative Käufe aus, die den Trend verstärken. Seit Kriegsbeginn haben Long-Positionen in Öl-Futures zugenommen, was die Volatilität erhöht.
Die Kontangostruktur – höhere Preise für promptes Öl – signalisiert akute Versorgungsängste. Dies könnte zu Refinery-Marginen-Kompression führen, wenn Raffinerien auf teureres Rohöl setzen müssen.
Mögliche Szenarien und Risiken
Sollte das Ultimatum verstreichen, ohne dass Hormus geöffnet wird, könnten Preise weiter auf 120 Dollar oder höher klettern. Eine Deeskalation hingegen würde zu schnellen Rückgängen führen. OPEC+ könnte die Produktion weiter anpassen, doch Sanktionen und Angriffe limitieren dies.
In Europa drohen höhere Dieselpreise für Logistik und Freight, was die gesamte Lieferkette belastet. Investoren sollten auf Volatilität vorbereitet sein und Diversifikation prüfen.
Weiterführende Quellen
Finanzen.net: Hormus-Energie-Poker
Finanzen.net: Ölpreise nach Trump-Drohungen
Infos-Unter: Ölpreis durch Trump-Drohungen
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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