Ölpreis, Brent

Ölpreise schwanken stark: Brent bei 108-112 Dollar nach Trumps Drohungen im Iran-Krieg

06.04.2026 - 21:20:34 | ad-hoc-news.de

Die Rohölpreise zeigen Volatilität am Montag: Brent steigt zunächst auf über 111 US-Dollar, fällt dann auf rund 108 Dollar. Trumps Ultimatum zur Straße von Hormus treibt geopolitische Risikoprämien – Auswirkungen auf Inflation und DAX.

Ölpreis, Brent, Iran-Krieg - Foto: THN

Die Ölpreise sind montags volatil in die neue Handelswoche gestartet. Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran kletterte der Preis für Brent-Rohöl zunächst auf über 111 US-Dollar pro Barrel, gab später jedoch nach und notierte bei etwa 108 US-Dollar. Dieser Schwung spiegelt die anhaltende Unsicherheit im sechsten Woche des Iran-Kriegs wider, wo Versorgungsrisiken durch die Straße von Hormus die Märkte dominieren.

Stand: Montag, 6. April 2026, 21:20 Uhr MESZ

Geopolitische Eskalation treibt Preise

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung am Sonntag erneut mit heftigen Angriffen gedroht, falls die Straße von Hormus nicht bis Dienstagabend 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwoch, 2:00 Uhr MESZ) geöffnet wird. Dieses Ultimatum wurde bereits zum dritten Mal verschoben, doch die Rhetorik wird schärfer. Die Straße von Hormus ist ein kritischer Engpass für rund 20 Prozent des globalen Öltransports. Eine Blockade würde das Angebot massiv einschränken und Preise weiter in die Höhe treiben. Brent, die globale Referenzsorte, reagierte mit einem anfänglichen Zuwachs von bis zu 2,6 Prozent auf 112 US-Dollar für den Juni-Future. Später korrigierte der Preis auf 108,46 US-Dollar, ein Minus von 0,52 Prozent.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Während Brent stark von Nahost-Risiken beeinflusst wird, zeigt US-West-Texas-Intermediate (WTI) eine ähnliche, aber leicht abweichende Dynamik. WTI fiel um 0,56 Prozent auf 110,92 US-Dollar pro Barrel. Der Spread zwischen Brent und WTI bleibt eng, da globale Risiken beide Sorten betreffen, doch WTI profitiert marginal von US-Produktionsstärken. Seit Kriegsbeginn sind beide Sorten um etwa 50 Prozent oder 38-40 US-Dollar gestiegen – ein Level, das vor dem Konflikt undenkbar war.

Marktpositionierung und Spekulationen

Der Ölmarkt ist hochgradig positioniert. Spekulationen um eine mögliche Deeskalation oder Waffenruhe dämpfen die Rallye temporär. Anleger warten auf Signale aus Verhandlungen zwischen USA und Iran. Experten der Landesbank Baden-Württemberg warnen vor anhaltender Volatilität: 'Der Iran-Krieg bleibt das Börsenthema Nummer eins'. Die Preisentwicklung diktiert nicht nur Rohstoffmärkte, sondern auch Aktienindizes wie den DAX, wo höhere Energiekosten Inflationssorgen schüren.

Auswirkungen auf Europa und DACH-Region

In Europa und der DACH-Region wirken sich steigende Ölpreise direkt auf Verbraucherpreise aus. Heizölpreise in Bayern stiegen kürzlich um 7,67 Prozent wöchentlich, trotz aktueller Korrekturen. Der ADAC kritisiert anhaltend hohe Spritpreise, die durch Brent-Premien getrieben werden. Für die EZB erhöhen sich Inflationsdruck und Zinssatzrisiken, was Industrie und Logistik belastet. Deutsche Unternehmen wie Automobilzulieferer und Chemieproduzenten sehen Margendrücke, während Raffinerien von höheren Cracks profitieren könnten.

Technische Analyse und nächste Katalysatoren

Technisch testet Brent die 110-Dollar-Marke als Widerstand. Ein Durchbruch könnte 120 US-Dollar anvisieren, ein Rückfall unter 105 Dollar Entspannung signalisieren. Wichtige Katalysatoren sind das Ultimatum-Ablauf Mittwoch früh MESZ, OPEC+-Entscheidungen und US-Inventardaten. OPEC+ hat Produktionskürzungen signalisiert, um Preise zu stützen, doch geopolitische Risiken überlagern fundamentale Faktoren. Nachfrage aus China bleibt robust, doch Rezessionsängste bremsen.

Risiken und Szenarien

Im Worst-Case-Szenario – vollständige Hormus-Blockade – könnten Preise auf 150 US-Dollar oder mehr explodieren, mit globaler Rezession als Folge. Basisszenario: Verhandlungen führen zu partieller Öffnung, Preise konsolidieren bei 105-115 Dollar. Bullish: Neue Sanktionen oder Angriffe. Bearish: Schnelle Waffenruhe. Positionierung zeigt Long-Übergewicht, was Korrekturrisiken birgt. Für Investoren: Öl-ETFs und Futures bieten Hebel, doch Volatilität ist extrem.

Historischer Kontext des Konflikts

Der Iran-Krieg begann mit Angriffen Israels und der USA auf iranische Ziele, gefolgt von Gegenschlägen. In der sechsten Woche dominieren Versorgungsängste. Historisch ähnliche Krisen wie der Golfkrieg 1990/91 oder 2019-Tankerattacken führten zu Spikes von 50-100 Prozent. Heute verstärkt der Dollar-Schwund den Effekt, da Öl in USD gehandelt wird.

Implikationen für Anleger

DAX-Indikationen deuten auf 23.234 Punkte hin, beeinflusst von Öl. Sektoren wie Erneuerbare Energien gewinnen, Traditionelle Industrie leidet. In der DACH-Region: Höhere Dieselpreise belasten Freight und Landwirtschaft. Langfristig könnte der Konflikt Übergang zu Diversifikation beschleunigen. Anleger sollten Stop-Losses nutzen und auf Primärquellen achten.

Weiterführende Quellen

finanzen.net: Ölpreise nach Trump-Drohungen
Stern: Iran-Krieg und Ölpreise
Marketscreener: Wochenausblick DAX
Ad-hoc-news: Brent unter Druck

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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