Ölpreis, Brent

Ölpreis steigt auf über 115 Dollar: Iran-Krieg treibt Brent und WTI zu neuen Höhen – Inflation in Deutschland auf 2,7 Prozent

30.03.2026 - 18:29:19 | ad-hoc-news.de

In der fünften Woche des Iran-Kriegs klettern die Ölpreise weiter: Brent notiert bei 115-116 Dollar pro Barrel, getrieben durch Versorgungsängste am Persischen Golf. Die Eskalation belastet Energiepreise und treibt die deutsche Inflation im März auf 2,7 Prozent – Auswirkungen auf DAX und Verbraucher.

Ölpreis,  Brent,  Iran-Krieg - Foto: THN
Ölpreis, Brent, Iran-Krieg - Foto: THN

Die Ölpreise haben zum Wochenstart massiv zugelegt und bewegen sich auf den Höhen der letzten Wochen. Brent-Rohöl notiert derzeit bei etwa 115 bis 116 Dollar pro Barrel, während WTI ebenfalls stark steigt. Der dominante Treiber ist der anhaltende Iran-Krieg, der Versorgungsrisiken am Persischen Golf schürt und geopolitische Unsicherheiten verstärkt.

Stand: Montag, 30. März 2026, 18:28 Uhr (Europe/Berlin)

Iran-Krieg als zentraler Preis-Treiber

Der Konflikt zwischen dem Iran und westlichen Staaten, einschließlich USA und Israel, hat in der fünften Kriegswoche keine Deeskalation gezeigt. Stattdessen spitzt sich die Lage zu, mit Beteiligung iranisch unterstützter Huthi-Rebellen im Jemen. Diese Entwicklungen erhöhen die Prämie für geopolitisches Risiko im Ölmarkt erheblich. Brent Crude hat im März um rund 40 Prozent zugelegt und übersteigt nun die 110-Dollar-Marke dauerhaft. Der Mai-Kontrakt für Brent steht bei 115 Dollar pro Barrel, während der auslaufende Kontrakt bei 116 Dollar gehandelt wird. WTI folgt diesem Trend, bleibt aber leicht darunter, da US-Produktion robuster ist.

Die direkte Transmission zum Ölpreis erfolgt über potenzielle Störungen in der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des globalen Öls transportiert wird. Jede Eskalation – sei es durch Drohnenangriffe oder Schiffsblockaden – führt zu einer risikobedingten Preisanpassung. Trader positionieren sich defensiv, was die Rally verstärkt.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent und WTI divergieren leicht: Brent, als globaler Benchmark, reagiert empfindlicher auf Nahost-Risiken, da es stärker von europäischen und asiatischen Märkten abhängt. Aktuell liegt Brent bei 115 Dollar (Mai-Kontrakt), während WTI bei etwa 109 Dollar notiert. Der Spread beträgt rund 6 Dollar, was auf transatlantische Arbitrage und US-Lagerbestände hinweist. In Europa spürt der DACH-Raum dies direkt durch höhere Importkosten für Heizöl und Diesel.

Der neue Brent-Kontrakt ab 1. April startet bei 109 Dollar, könnte aber durch anhaltende Spannungen schnell aufholen. WTI profitiert von US-Schieferöl, das kurzfristig Volumen liefert, bleibt aber anfällig für globale Risiken.

Auswirkungen auf die deutsche Inflation

Der Ölpreisschock schlägt unmittelbar auf die Verbraucherpreise durch. Die vorläufige Inflationsschätzung für Deutschland im März 2026 liegt bei 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Hauptgrund: Explodierende Energiepreise. Kraftstoffe in NRW sind um 20,6 Prozent teurer als vor einem Jahr. Heizöl kostet über 144 Euro pro 100 Liter, mit regionalen Schwankungen von 130 bis 160 Euro.

Diese Entwicklung stellt die EZB vor Herausforderungen. Höhere Energieimportkosten treiben Kerninflation und belasten Industrie sowie Haushalte im DACH-Raum. Der schwache Euro bei 1,1510 Dollar verstärkt den Effekt, da Öl in USD gehandelt wird.

Marktentwicklungen und Positionierung

Der DAX startet die Woche schwächer, beeinflusst durch Ölpreis und Geopolitik. Energiemärkte sind volatil: Gasöl-Kontrakte für April bei 1442 Dollar pro Tonne. Asiatischer Handel zeigt weitere Plusse. Positionen von Fonds deuten auf Long-Positionen in Öl hin, da Krisenende nicht absehbar ist.

Refineries in Südwestdeutschland kämpfen mit Absatz, was Preise verzerrt. Dennoch folgt der nationale Heizölmarkt den internationalen Trends.

Risiken und nächste Katalysatoren

Kurze diplomatische Hoffnungen führten zu Rücksetzern, die schnell gekauft wurden. Nächste Events: US-Inventardaten (preliminär), OPEC+-Statements und weitere Militäroperationen. Eine Blockade der Straße von Hormus könnte Preise auf 150 Dollar treiben. Umgekehrt würde Deeskalation zu Korrektur führen.

Für DACH-Investoren relevant: Höhere Dieselpreise belasten Logistik und Exporte. ECB-Zinsentscheidung gewinnt an Gewicht durch Inflationsanstieg.

Europäische Perspektive

In Europa verstärkt der schwache Euro den Druck. Heizölpreise nähern sich Jahreshöchern, trotz Bestellflaute. Raffinerieauslastung sinkt, was Spreads weitet. Brent-Dominanz unterstreicht Abhängigkeit von Nordsee-Öl.

Weiterführende Quellen

Inflation und Iran-Krieg
DAX und Ölpreis-Analyse
Ölmarkt-Update
Heizöl-Trends

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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