Ölpreis schwankt stark: Brent und WTI nach Trump-Aussagen zum Iran-Krieg wieder über 105 Dollar
02.04.2026 - 13:53:23 | ad-hoc-news.deDer Rohölmarkt erlebt extreme Volatilität: Nach einem Rückgang auf unter 102 US-Dollar pro Barrel am Mittwoch, 1. April 2026, sind die Preise für Brent und WTI heute Morgen, Donnerstag, 2. April 2026, wieder deutlich gestiegen. Brent-Öl notiert nun bei etwa 108 US-Dollar, WTI bei rund 106 US-Dollar, nachdem US-Präsident Trump weitere schwere Angriffe gegen den Iran angekündigt hat. Diese Entwicklung dämpft Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation und verstärkt die geopolitischen Risikoprämien.
Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 11:53 Uhr MESZ (Europe/Berlin)
Volatiler Handel nach Trumps Iran-Ankündigung
Am 1. April 2026 fiel Brent auf 101,84 US-Dollar (-1,38 Prozent) und WTI auf 99,99 US-Dollar (-1,53 Prozent). Dieser Korrektur folgte auf Spekulationen über ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und einen möglichen US-Ausstieg, was die Risikoprämien vorübergehend senkte. Heute, 2. April 2026, drehten die Preise jedoch um: Brent sprang auf 108 US-Dollar (Juni-Kontrakt), WTI auf 106,94 US-Dollar. Die Tonne Gasöl zur Lieferung im April kostet nun 1.495 US-Dollar. Der Auslöser: Trumps Rede, in der er massive Militärschläge gegen Iran signalisierte.
Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran – als Reaktion auf US- und israelische Angriffe – bleibt zentral. Diese Schifffahrtsroute transportiert rund 20 Prozent des globalen Öls. Jede Verzögerung treibt Freight-Raten, Versicherungskosten und Umleitungen in die Höhe, was das Angebot verteuert und Preise direkt nach oben drückt.
Unterschiede zwischen Brent und WTI
Brent, das globale Benchmark für Nordsee-Öl, reagiert sensibler auf geopolitische Risiken im Mittleren Osten, da es stärker von Hormus-Exporten abhängt. WTI, das US-amerikanische Leichtöl, ist enger mit domestic Produktion und Inventaren verknüpft, zeigt aber ähnliche Muster durch globale Arbitrage. Heute liegt Brent bei 108 US-Dollar, WTI bei 106,94 US-Dollar – ein Spread von etwa 1,06 US-Dollar, der sich durch Transatlantik-Dynamiken erklärt.
Im ersten Quartal 2026 stieg Brent von 60 US-Dollar vor Kriegsbeginn auf über 100 US-Dollar, der erste Durchbruch dieser Marke seit vier Jahren. WTI folgte mit ähnlichen Zuwächsen, wobei beide Sorten im März um mehr als 50 Prozent legten.
Auswirkungen auf Deutschland und DACH-Region
In Deutschland haben die Ölpreise die Dieselpreise auf Rekordniveau getrieben: Am 1. April 2026 lag der bundesweite Durchschnitt bei 2,327 Euro pro Liter – höher als der Vorgängerrekord von März 2022. Super E10 kostete 2,022 Euro (März-Durchschnitt). Lokale Spitzen erreichen 2,51 Euro in Ulm. Der Monatsanstieg betrug +56 Cent bei Diesel und +31 Cent bei Super.
Ab 1. April 2026 gilt eine neue Tankstellenregel: Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12 Uhr mittags, Senkungen jederzeit. Am ersten Tag sprangen Preise um 7-20 Cent. Experten vom ADAC und Verbraucherzentralen sehen hier keine nachhaltige Entlastung, da geopolitische Treiber dominieren. Dies adressiert Symptome, nicht die Ursache.
Für die DACH-Region bedeutet das: Höhere Energiekosten belasten Industrie, Logistik und Verbraucher. Die Inflation in Deutschland kletterte im März auf 2,7 Prozent, hauptsächlich durch Öl. Der Economic Sentiment Indicator in der Eurozone fiel auf 96,6 Punkte. Ifo-Chefökonom Wollmershäuser warnt vor einem Energiepreisschock, der die Erholung bremst.
Geopolitische Treiber und Supply-Mechanik
Der Iran-Krieg blockiert seit Wochen die Straße von Hormus, was täglich Millionen Barrel Öl umleitet. Selbst bei Deeskalation dauert die Normalisierung: Tanker-Umleitungen um Afrika erhöhen Kosten um 20-30 Prozent, Versicherungen steigen, Infrastrukturschäden im Persischen Golf persistieren. OPEC+ könnte nicht schnell kompensieren, da Saudi-Arabien und Russland bereits Kapazitäten hochfahren.
Trumps Rhetorik verstärkt dies: Seine Ankündigung weiterer Angriffe signalisiert Eskalation, nicht Ausstieg. Märkte preisen eine anhaltende Knappheit ein, was die Risikoprämie von 5-10 US-Dollar pro Barrel trägt. Nach der Korrektur gestern folgt nun ein Rebound, der Verluste ausgleicht.
Marktpositioning und Makro-Kontext
Der DAX startete April erholt durch Ölpreis-Korrektur-Hoffnungen, fiel aber heute um 1,7 Prozent auf 22.903 Punkte, da steigende Energiepreise Inflationsängste schüren. EuroStoxx50 -1,8 Prozent, Euro bei 1,1526 USD (-0,5 Prozent). Spekulative Käufe und Absicherungsauflösungen treiben Volatilität.
US-Märkte reagierten ähnlich: Ölpreis-Sprünge belasten Aktien, besonders Airlines und Chemie. In Asien verschärfen höhere Preise Wachstumsrisiken. Experten wie Priyanka Sachdeva (Phillip Nova) erwarten langfristig knappe Versorgung.
Ausblick und Risiken
Die Dauer der Hormus-Blockade entscheidet: Bei Fortsetzung drohen Preise über 120 US-Dollar. Deeskalation könnte zu schnellem Rückgang führen, doch Schäden verzögern Recovery. OPEC+-Meeting Ende April könnte Quoten anpassen. Für Investoren: Hohe Volatilität in Öl-Futures, ETFs; Heizöl-Notierungen folgen (148,37 Euro/100l am 2.4.).
In Europa relevant: ECB beobachtet Energieinflation; höhere Dieselpreise treffen LKW-Flotten, Landwirtschaft. DACH-Unternehmen hedge intensiv. Nächster Katalysator: US-Inventardaten Freitag, geopolitische Updates.
Weiterführende Quellen
Ad-hoc-News: Ölpreis korrigiert unter 102 Dollar
n-tv: Der Börsen-Tag Donnerstag, 2. April 2026
FastEnergy: Heizöl-Markt aktuell
esyoil: Trumps redet die Ölpreise mit Wucht in die Höhe
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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