Ölpreis, Brent

Ölpreis rast über 100 Dollar: US-Blockade-Drohung in der Straße von Hormuz treibt Brent und WTI in die Höhe

14.04.2026 - 10:00:17 | ad-hoc-news.de

Nach der US-Ankündigung einer möglichen Blockade in der Straße von Hormuz sind die Ölpreise explodiert. Brent Crude notiert bei über 102 Dollar, WTI bei rund 104 Dollar – ein Plus von bis zu neun Prozent. Die geopolitische Eskalation bedroht den globalen Ölfluss und treibt Heizölpreise in Deutschland an.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise haben am Montagmorgen, den 13. April 2026, einen dramatischen Sprung hingelegt. Nordseeöl der Sorte Brent kletterte auf über 102 US-Dollar pro Barrel, während das US-WTI sogar auf 104 Dollar schoss. Der Anstieg von bis zu neun Prozent wird direkt auf die Ankündigung einer US-Blockade in der Straße von Hormuz zurückgeführt, die den Transport von rund 20 Prozent des globalen Öls bedroht.

Stand: 13. April 2026, 12:24 Uhr (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Haupttreiber

Die Straße von Hormuz ist ein kritischer Engpass für den Ölhandel. Täglich passieren dort Öltanker mit etwa 21 Millionen Barrel Rohöl, hauptsächlich aus Saudi-Arabien, den VAE, Kuwait und Irak. Eine Blockade durch die USA, angekündigt im Kontext gescheiterter Verhandlungen mit dem Iran, würde diesen Fluss massiv unterbrechen. Schifffahrtsdaten von LSEG und Kpler zeigen bereits, dass Tanker die Region meiden: Ein Supertanker unter maltesischer Flagge drehte vor der Durchfahrt um. Dieses Risiko wirkt sich unmittelbar auf die Preisbildung aus, da Märkte eine mögliche Versorgungslücke einpreisen.

Brent, der globale Benchmark für den internationalen Ölhandel, verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar pro Barrel. WTI, das Referenzöl für den US-Markt, stieg sogar stärker um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Der Spread zwischen Brent und WTI verengt sich damit merklich, was auf globale Versorgungsängste hinweist, die beide Märkte gleichermaßen betreffen.

Auswirkungen auf den deutschen Heizölmarkt

In Deutschland spüren Verbraucher den Anstieg bereits bei den Heizölpreisen. Der bundesweite Durchschnitt für 1.000 Liter Heizöl liegt bei 156,49 Euro, ein Plus von 0,33 Cent pro Liter. In Regionen wie Berlin notiert der Preis für 1.000 Liter bei 156,49 Euro (+0,33), während Bielefeld 179,55 Euro (+7,88) meldet. Der Gesamtdurchschnitt für die BRD sank leicht auf 104,81 Cent pro Liter (-1,05), doch der Trend kehrt sich nun um. Heizöl für 100 Liter kostet derzeit 158,10 Euro, ein Tagesanstieg von 1,88 Prozent.

Diese Preise korrelieren eng mit dem ICE-Gasoil-Future, der bei 1.247,25 US-Dollar pro Tonne liegt. Der starke Euro bei 1,1696 Dollar mildert den Importpreisanstieg etwas, doch für DACH-Investoren bedeutet das höhere Kosten für Industrie, Logistik und Privathaushalte. Dieselpreise, die von Gasoil abhängen, könnten bald folgen.

Brent vs. WTI: Parallele, aber unterschiedliche Dynamiken

Brent Crude dient als Preisreferenz für etwa zwei Drittel des weltweiten Öls und wird in London gehandelt. Der Juni-Kontrakt steht bei knapp 102 Dollar. WTI, gehandelt an der NYMEX, reflektiert den US-Markt und profitierte stärker vom Risiko, da US-Exporte über den Atlantik weniger exponiert sind. Der aktuelle Stand: Brent 102,90 Dollar (+8,7 Prozent), WTI 104,60 Dollar (+8,8 Prozent). Diese Divergenz unterstreicht, dass geopolitische Risiken im Persischen Golf den europäischen Benchmark Brent härter treffen.

Der Anstieg erfolgte über Nacht zum Montag, mit einem Höchststand von fast 104 Dollar für Brent-Futures. Dies markiert das Ende einer kurzfristigen Entspannungsphase nach vorherigen Verhandlungen.

Marktpositionierung und technische Faktoren

Vor dem Sprung waren Ölpreise durch einen Kontraktwechsel entlastet worden, doch die geopolitische News überlagerte alles. Spekulanten hatten netto short positioniert, was den Rallye verstärkte. Der US-Dollar-Index fiel leicht, was Öl als Währungsalternative attraktiver macht. Für europäische Investoren relevant: Ein stärkerer Dollar würde den EUR/USD-Druck erhöhen und Importpreise weiter treiben.

Die OPEC+ hat ihre Produktionskürzungen beibehalten, doch eine Hormuz-Blockade würde selbst zusätzliche OPEC-Barrels nicht kompensieren können. Lagerbestände in den USA und Europa sind moderat, keine Überhang-Effekte dämpfen den Anstieg.

Risiken und Ausblick für Investoren

Ein Szenario mit tatsächlicher Blockade könnte Ölpreise auf 120-150 Dollar jagen, warnen Analysten. Gegenläufige Faktoren: Globale Nachfrage ist durch Rezessionsängste gedämpft, doch Sommer-Driving-Season und Air-Travel-Recovery stützen. Für DACH-Unternehmen in Chemie, Automobil und Logistik steigen die Energiekosten; Heizöl-ETFs und Futures könnten volatil traden.

Die ECB beobachtet Energiepreise als Inflations-Treiber. Ein Ölpreis über 100 Dollar könnte die Zinsentscheidung im Juni beeinflussen und den Euro belasten.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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