Ölpreis klettert auf neues Hoch: Brent und WTI steigen vor Trumps Ultimatum zur Straße von Hormus
07.04.2026 - 15:56:42 | ad-hoc-news.deDie Rohölpreise für die Referenzsorten Brent und WTI haben neue Höhen erreicht, angetrieben durch esklierende geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Vor dem Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die für den globalen Öltrafik entscheidend ist, steigen die Preise weiter. Brent für Juni-Lieferung notiert im frühen Handel bei 111,11 US-Dollar pro Barrel (+1,2 Prozent), während WTI für Mai sogar 115 US-Dollar erreicht und damit rund 70 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn liegt.
Stand: Dienstag, 7. April 2026, 14:00 Uhr (Europe/Berlin)
Geopolitische Eskalation treibt Ölpreise in die Höhe
Der dominante Treiber des aktuellen Ölpreisanstiegs ist die Blockade der Straße von Hormus durch Iran im Kontext des Iran-Kriegs. Diese Meeresenge ist für etwa 20 Prozent des weltweiten Ölexports verantwortlich, und ihre praktische Unpassierbarkeit für die meisten Schiffe führt zu massiven Versorgungsängsten. Seit Beginn des Konflikts vor mehr als fünf Wochen hat sich Brent um mehr als 50 Prozent verteuert, was den Ölpreis zum wichtigsten Indikator für Inflations- und Konjunktursorgen macht. Trump hat ein Ultimatum gestellt, das heute ausläuft, ohne dass Iran eingelenkt hat, was den Druck auf die Preise weiter erhöht.
Brent und WTI zeigen leichte Divergenzen: Während Brent als globale Referenz stärker von europäischen Raffineriemargen und Gasölpreisen beeinflusst wird, reagiert WTI sensibler auf US-interne Faktoren wie Lagerbestände. Dennoch bewegen sich beide Sorten synchron nach oben, mit Frontmonatskontrakten deutlich über späteren Terminen.
Aktuelle Kursstände und Marktentwicklung
Am Dienstag, 7. April 2026, im frühen Handel nach Europe/Berlin-Zeit, liegt der Juni-Brent-Kontrakt bei 111,11 US-Dollar (96,41 Euro), ein Anstieg von 1,2 Prozent. WTI Mai notiert bei rund 115 US-Dollar, was einem Plus von 70 Prozent seit Kriegsbeginn entspricht. Andere Quellen berichten von Brent bei 111,60 US-Dollar und Gasöl bei 1.550 US-Dollar pro Tonne, dem höchsten Stand seit Kriegsbeginn in der Ukraine. Diese Preise spiegeln den contango-ähnlichen Aufbau wider, bei dem nahe Termine teurer sind als ferne aufgrund akuter Versorgungsrisiken.
Im Vergleich zur Vorwoche zeigen die Preise eine starke Aufwärtsbewegung: Brent +2,82 Prozent, über den Monat +19,48 Prozent und im Jahresverlauf +73,88 Prozent. Der Euro/Dollar-Kurs bei 1,1530 bis 1,1563 dämpft den Euro-Preis leicht, bleibt aber stabil.
Direkte Auswirkungen auf den DACH-Raum
Für Europa und insbesondere den DACH-Raum haben die hohen Ölpreise unmittelbare Konsequenzen. Heizölpreise in Deutschland, wie in Bayern, sind kürzlich um 7,67 Prozent gestiegen, bevor ein leichter Rückgang einsetzte, nun aber wieder unter Druck. Dieselpreise an Tankstellen überschreiten mancherorts 3 Euro pro Liter, was Industrie, Logistik und Verbraucher belastet. Gasöl als Vorprodukt für Diesel und Heizöl notiert bei 1.457 bis 1.550 US-Dollar pro Tonne, mit Rückgängen von bis zu 3,32 Prozent intraday, aber insgesamt hoch.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet dies genau, da steigende Energiepreise die Inflation anheizen und die Konjunktur bremsen. In Deutschland und Österreich wirken sich höhere Sprit- und Heizölpreise direkt auf Haushalte und Produktionskosten aus, was die Wettbewerbsfähigkeit im Exportsektor gefährdet.
Lagerbestände und OPEC+ im Hintergrund
Trotz vorläufiger US-Lageraufbauten – Macquarie schätzt einen Anstieg um 4,6 Millionen Barrel in der Woche zum 3. April – überwiegen die geopolitischen Risiken. Preliminary API-Daten deuteten kürzlich auf höhere Inventare hin, was zu temporären Rückgängen führte, doch der Iran-Faktor dominiert. Die OPEC+ hat eine Förderanhebung um 200.000 Barrel pro Tag beschlossen, spielt aber derzeit keine Rolle angesichts der Versorgungsstörungen.
Offizielle EIA-Daten zu Crude Inventories werden erwartet, sind aber preliminary und werden gegen andere Berichte validiert. Hohe US-Lagerbestände mindern Versorgungsängste normalerweise, hier jedoch nicht genug gegen die Hormus-Blockade.
Technische Analyse und Spekulanten-Positioning
Technisch testet Brent das 200-Tage-Durchschnitt bei 105 US-Dollar nicht mehr, sondern bricht nach oben aus, mit Potenzial zu 112 US-Dollar-Höchstständen aus März. WTI nähert sich 115 Dollar, Support bei 102 Dollar. CFTC-Daten zeigen Net-Long-Positionen von Spekulanten, die bei anhaltendem Anstieg ausgebaut werden könnten. Anleger-Sentiment ist bullisch, mit Brent bei 108-110 US-Dollar und WTI 110-113 US-Dollar in jüngsten Trades.
Ein stärkerer US-Dollar könnte dämpfen, aktuell wirkt er neutral. Geopolitik (Iran, Trump) birgt weiteres Aufwärtspotenzial.
Risiken und Ausblick
Sollte Iran dem Ultimatum nicht nachgeben, drohen Zerstörungen von Energieanlagen, was Futures kurzfristig explodieren lassen könnte. Eine Waffenruhe, wie kürzlich von den USA angeboten und abgelehnt, würde entlasten. Trump-Rhetorik vom 2. April hatte Preise bereits katapultiert. Für Investoren: Hohe Volatilität, mit Fokus auf OPEC+-Meetings, EIA-Daten und Hormus-Entwicklungen.
In Europa relevant: Höhere Raffineriemargen stützen Brent, aber Dieselpreise belasten Wirtschaft. ECB-Politik könnte reagieren.
Weiterführende Quellen
- Kleine Zeitung: Ölpreis steigt weiter
- Marketscreener: Ölpreis auf Vierjahreshoch
- Ad-hoc-News: Ölpreisentwicklung
- FastEnergy: Heizöl-Markt aktuell
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.
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