Ölpreis, Brent

Ölpreis explodiert nach Trump-Rede: Brent über 108 Dollar, WTI folgt – Iran-Konflikt treibt Märkte

02.04.2026 - 21:44:58 | ad-hoc-news.de

Die Ölpreise sind nach der Rede von US-Präsident Trump zu weiteren Angriffen gegen den Iran kräftig gestiegen. Brent notiert bei über 108 US-Dollar pro Barrel, WTI bei rund 107 Dollar. Heizölpreise in Deutschland folgen mit Aufschlägen von bis zu 8 Prozent.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die internationalen Ölpreise haben am Donnerstag, den 2. April 2026, einen massiven Sprung nach oben hingelegt. Auslöser war die Rede von US-Präsident Donald Trump, in der er weitere schwere Militärschläge gegen den Iran ankündigte. Der Preis für Brent-Rohöl mit Lieferung im Juni kletterte zeitweise auf knapp 110 US-Dollar pro Barrel und notiert derzeit bei rund 108 Dollar. WTI, die US-Referenzsorte, folgte mit einem Anstieg auf etwa 107 Dollar pro Barrel. Dieser geopolitisch getriebene Preisanstieg belastet nicht nur die Aktienmärkte, sondern treibt auch die Heizölpreise in Deutschland spürbar in die Höhe.

Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 20:44 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Trumps Ankündigung als Zündfunke

US-Präsident Donald Trump sprach in einer Ansprache an die Nation über den laufenden Iran-Krieg und stellte ein schnelles Ende in Aussicht, kündigte jedoch gleichzeitig eine Ausweitung der Militärschläge in den kommenden zwei bis drei Wochen an. Diese widersprüchlichen Signale sorgten für Unsicherheit an den Rohstoffmärkten. Die Blockade der Straße von Hormuz, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden, bleibt bestehen und birgt das Risiko weiterer Versorgungsengpässe. Der direkte Transmissionmechanismus zu den Ölpreisen liegt in der gestiegenen geopolitischen Risikoprämie: Investoren preisen ein höheres Risiko für Lieferkettenstörungen ein, was den Spot- und Futurespreis für Brent und WTI nach oben treibt.

Brent und WTI: Parallele, aber differenzierte Bewegungen

Brent, die globale Referenzsorte aus der Nordsee, führte den Anstieg an und erreichte zeitweise 109,75 US-Dollar pro Barrel für den Juni-Kontrakt. Aktuell steht Brent bei 107,75 bis 108 Dollar, was einem Plus von etwa 5 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. WTI, primär für den US-Markt relevant, notiert bei rund 107 Dollar und zeigt eine ähnliche Dynamik, bleibt jedoch leicht hinter Brent zurück. Dieser Spread von etwa 1 Dollar unterstreicht die etwas stärkere Sensibilität von Brent gegenüber internationalen Versorgungsrisiken, während WTI stärker von US-internen Faktoren wie Inventaren beeinflusst wird. Der breitere Ölmarkt, inklusive Gasöl, spiegelt dies wider: Eine Tonne Gasöl kostet derzeit 1.493 US-Dollar.

US-Inventardaten als Nebenrolle

Die am Mittwoch veröffentlichten DOE-Erdölbestandsdaten der USA spielten im Schatten der Trump-Rede nur eine untergeordnete Rolle. Die Gesamtbestände sanken leicht, bei Rohöl kam es jedoch zu einem weiteren Aufbau. Die US-Inlandsnachfrage stieg auf 20,9 Millionen Barrel pro Tag, was ein Plus von 0,9 Millionen Barrel darstellt. Diese gemischten Signale – sinkende Gesamtbestände, aber steigende Rohölreserven – wurden von den Märkten weitgehend ignoriert. Stattdessen dominiert das geopolitische Risiko. Vorläufige Branchen-Schätzungen zu Inventaren waren ebenfalls gemischt und hatten keinen nachhaltigen Einfluss auf die Preisbewegung.

Auswirkungen auf den deutschen Heizölmarkt

In Deutschland reagieren die Heizölpreise prompt auf die internationalen Rohölnotierungen. In Bayern liegt der Preis aktuell bei 145,13 Euro pro 100 Liter, ein Plus von 8,39 Prozent gegenüber gestern und 9,23 Prozent zur Vorwoche. In Niedersachsen werden Aufschläge von 8,07 Prozent gemeldet, mit Preisen bei 162,26 Euro pro 100 Liter. Erste Tendenzberechnungen deuten auf weitere Steigerungen von 8 bis 15 Cent pro Liter hin, getrieben durch den schwächeren Euro (aktuell bei 0,8665 Euro pro Dollar) und die höheren Importkosten. Für DACH-Investoren bedeutet dies höhere Energiekosten, die sich auf Industrie, Logistik und Privathaushalte auswirken. Dieselpreise, eng mit Gasöl gekoppelt, folgen ähnlich.

Börsen unter Druck: Dax und MDax verlieren

Die steigenden Ölpreise belasten die Aktienmärkte. Der DAX fiel am Donnerstag zunächst um 1,6 Prozent auf 22.936 Punkte, erholte sich aber auf ein Minus von 0,56 Prozent bei Schlusskurs 23.168 Punkten. Der MDax verlor 0,99 Prozent auf 28.916 Punkte. EuroStoxx 50 gab 1,8 Prozent nach. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sank leicht auf 2,989 Prozent, was auf eine Flucht in sichere Häfen hindeutet. Ölpreise bestimmen weiterhin die Richtung, insbesondere in der sechsten Woche des Iran-Konflikts. Europäische Investoren spüren dies durch höhere Inflation und ECB-Sensitivität.

Geopolitische Risiken und Supply-Dynamics

Der Iran-Konflikt in seiner sechsten Woche dominiert den Ölmarkt. Die Straße von Hormuz bleibt blockiert, was ein Drittel des asiatischen Ölimports betrifft. OPEC+ hat bisher nicht reagiert, doch Quellen deuten auf mögliche Produktionsanpassungen hin. Sanktionen gegen iranisches Öl verschärfen das Angebotsside-Risiko. Refinery-Outages in den USA und Europa verstärken den Druck. Der US-Dollar-Index stieg, was Ölpreise in Dollar weiter antreibt. Nachfrageseite: Globale Industrieaktivität bleibt robust, trotz Rezessionsängsten. Für Europa relevant: Höhere Dieselpreise belasten Freight und Industrie in DACH-Regionen.

Ausblick: Hohe Volatilität erwartet

Der Ölmarkt bleibt hochvolatil. Brent und WTI schwanken stark durch Iran-Unsicherheiten. Nächste Katalysatoren: Weitere Trump-Aussagen, DOE-Daten nächste Woche, OPEC+-Treffen. Risiken umfassen Eskalation oder Deeskalation. Investoren sollten Positionierung beobachten: Long-Öl-ETFs profitieren, aber Aktien leiden. In Europa: Wachsende EUR/USD-Sensitivität und Inflationsdruck für EZB-Entscheidungen. Heizöl-Consumer in Deutschland planen Bestellungen weise.

Weiterführende Quellen

FastEnergy Marktbericht
ZDFheute Ölpreis nach Trump-Rede
WiWo Börse aktuell
Ad-hoc-News Ölpreis volatil

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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