Ölpreis, Brent

Ölpreis aktuell: Brent über 100 Dollar durch Iran-Konflikt und IEA-Warnung vor 'schwarzem April'

08.04.2026 - 08:35:07 | ad-hoc-news.de

Der Ölpreis für Brent Crude steigt weiter an, getrieben durch den anhaltenden Konflikt am Persischen Golf und die Sperrung der Straße von Hormus. IEA-Chef Fatih Birol warnt vor massiven Versorgungsstörungen – Auswirkungen auf Europa und DACH-Regionen.

Ölpreis, Brent, Iran-Konflikt - Foto: THN

Der Preis für ein Barrel Brent Crude zur Lieferung im Mai hat sich auf über 101 US-Dollar eingependelt, während der Iran-Konflikt die globalen Energiemärkte weiter belastet. Die dramatische Lage am Persischen Golf, einschließlich der vollständigen Unterbrechung des Erdgasexports und massiver Produktionskürzungen in den Golfstaaten, treibt die Ölpreise in die Höhe.

Stand: Mittwoch, 8. April 2026, 08:34 Uhr (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Haupttreiber

Die aktuelle Ölpreisentwicklung wird primär durch den Iran-Konflikt dominiert, der nun in die fünfte Woche geht. Laut IEA-Chef Fatih Birol produzieren die Golfstaaten derzeit nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer Vorkrisen-Ölmenge. Die Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden, ist weiterhin gesperrt, was zu einer Verdreifachung der Versorgungsrisiken führt. Brent Crude notiert damit fest über der 100-Dollar-Marke, während WTI aufgrund geringerer direkter Exposition gegenüber dem Golfmarkt etwas abgeschlagener performt.

Diese Versorgungsstörung wirkt sich direkt auf die physischen Lieferketten aus: Raffinerien in Asien und Europa melden Engpässe bei schweren Rohölsorten, was die Preise für Front-Monat-Futures antreibt. Der Brent-Preis für Mai-Futures lag zuletzt bei 101,91 US-Dollar, ein Zuwachs von knapp zwei Prozent. Im Vergleich dazu bewegte sich WTI in einem breiteren Kanal zwischen 104 und 111 Dollar, mit einem Realtime-Kurs um 106,67 US-Dollar.

IEA-Prognose: 'Schwarzer April' droht

Fatih Birol warnte explizit vor einem 'schwarzen April', falls die Meerenge den gesamten Monat gesperrt bleibt. Die Verluste bei Rohöl und Raffinerieprodukten könnten sich verdoppeln, im Vergleich zu bereits schweren Einbußen im März. Birol vergleicht die Krise mit den Ölschocks von 1973, 1979 und 2022 – und betont, dass die aktuelle Situation schwerwiegender sei als alle drei zusammen. Der Erdgasexport aus der Region ist vollständig zum Erliegen gekommen, was zusätzliche Druck auf alternative Energieträger ausübt.

Für europäische Investoren bedeutet dies eine direkte Bedrohung für die Energieversorgungssicherheit. Deutschland und die DACH-Regionen importieren signifikante Mengen aus dem Nahen Osten; eine anhaltende Störung könnte Heizöl- und Dieselpreise um bis zu 20 Prozent treiben, was die Inflation weiter anheizt und die EZB-Politik kompliziert.

Marktbewegungen im Detail: Brent vs. WTI

Brent Crude, der globale Benchmark für etwa zwei Drittel des Welthandels, hat sich seit dem 24. März von 101,91 auf aktuelle Niveaus um 106-109 US-Dollar entwickelt, mit Spitzen bis 117 Dollar in der Nacht zum 30. März. WTI, stärker an US-Produktion gekoppelt, zeigt eine volatilere Performance: Am 7. April schloss es bei 109,06 US-Dollar, fiel intraday auf 104,75 und kletterte auf 111,72. Der Spread zwischen Brent und WTI hat sich durch die golfzentrierte Krise auf über 5 Dollar ausgedehnt, was auf regionale Versorgungsdisparitäten hinweist.

Preliminäre API-Inventardaten aus den USA zeigten Anfang April Aufbauten, die kurzfristig Druck auf WTI ausübten, doch geopolitische Ängste überlagern diese Signale. Offizielle EIA-Daten stehen noch aus, werden aber erwartet, die Knappheit zu bestätigen.

Auswirkungen auf Europa und DACH-Märkte

In Deutschland haben sich Heizölpreise auf durchschnittlich 143-152 Cent pro Liter eingependelt, mit Rückgängen um 0,44-10 Cent in den letzten Tagen – doch der Trend bleibt aufwärtsgerichtet durch den globalen Ölpreisanstieg. Gasöl, das Vorprodukt für Diesel, notiert bei 1.195-1.550 US-Dollar pro Tonne. Der starke US-Dollar (EUR/USD um 1,15-1,16) verstärkt den Importpreisdruck für Eurozone-Länder.

Für DACH-Investoren relevant: Höhere Energiekosten belasten Industrie und Logistik, insbesondere in exportabhängigen Sektoren wie Automobil und Chemie. Die ECB muss nun balancieren zwischen Inflationsbekämpfung und Rezessionsrisiken, da steigende Dieselpreise Frachtkosten in die Höhe treiben.

OPEC+ und alternative Angebote

OPEC+-Produktionsausweitungen haben derzeit geringen Einfluss, da Transportwege blockiert sind. Saudi-Arabien und UAE pumpen mehr, doch die Straße von Hormus verhindert den Abfluss. Experten von Goldman Sachs warnen vor 'extremer Angebotsknappheit', die sich von Asien auf Europa ausweiten könnte. Langfristige Prognosen sehen Basisszenarien bei 80-100 Dollar für 2026, Risiken bis 150 Dollar.

Risiken und nächste Katalysatoren

Offene Risiken umfassen eine Verlängerung des US-Ultimatums unter Präsident Trump, weitere Eskalationen oder diplomatische Durchbrüche. API- und EIA-Inventare, EZB-Sitzung und US-Makrodaten werden die nächsten Treiber. Investoren positionieren sich defensiv, mit steigender Nachfrage nach Öl-ETFs trotz Volatilität.

Der Markt bleibt angespannt; eine Lockerung der Hormus-Sperre könnte Preise korrigieren, anhaltende Spannungen sie auf 120 Dollar pushen.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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