Öko-Test rügt Multivitaminsäfte, Verbraucherschützer warnen
05.01.2026 - 09:32:12Öko-Test und Verbraucherzentralen schlagen Alarm: Multivitaminsäfte und dubiose Vitamin-A-Präparate bergen Gesundheitsrisiken. Die Experten raten stattdessen zu natürlichen Quellen.
Zum Jahresstart 2026 wollen viele ihre Abwehrkräfte stärken und die Haut pflegen. Vitamin A gilt als Schlüssel dafür. Doch der Weg dorthin ist voller Fallstricke, wie zwei aktuelle Warnungen zeigen.
Öko-Test: Nur ein Saft ist „gut“
Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 18 Multivitaminsäfte unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur ein Produkt, der „K-Classic Multivitaminsaft“ von Kaufland, schnitt mit „gut“ ab.
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Die Kritikpunkte der Tester sind schwerwiegend:
* Überdosierung: Viele Säfte sind künstlich derart angereichert, dass sie die empfohlenen Höchstmengen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) teils deutlich überschreiten. Eine chronische Überversorgung mit fettlöslichem Vitamin A kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Leberschäden führen.
* Pestizidrückstände: In 15 der 18 Säfte fanden die Prüfer Pestizide, darunter das als potenziell krebserregend eingestufte Fungizid Captan.
Gefälschte Werbung treibt „Retinol-Boom“
Parallel warnen Verbraucherzentralen vor den Auswüchsen des „Retinol-Booms“ in sozialen Medien. Auf Plattformen wie TikTok werden hochdosierte Vitamin-A-Präparate als Wundermittel gegen Falten angepriesen.
Besonders perfide: Gefälschte Werbeanzeigen nutzen mittels KI manipulierte Videos mit Prominenten wie Dr. Eckart von Hirschhausen, um dubiose Nahrungsergänzungsmittel zu vermarkten. Diese suggerieren eine ärztliche Empfehlung, die es nie gab.
Experten betonen die Gefahr der kumulativen Aufnahme aus Nahrung, Säften, Supplements und Kosmetik. Besonders Schwangere seien gefährdet, da zu viel Vitamin A das ungeborene Kind schädigen kann.
Die natürliche Alternative: Echte Lebensmittel
Angesichts der Risiken plädieren Ernährungswissenschaftler für eine Rückkehr zu natürlichen Quellen. Der Körper kann Vitamin A aus der Nahrung, besonders als Provitamin A (Beta-Carotin) aus Pflanzen, optimal regulieren.
Die besten natürlichen Vitamin-A-Quellen:
* Süßkartoffeln: Eine mittelgroße Knolle liefert mehr als den Tagesbedarf an Beta-Carotin.
* Grünkohl & Spinat: Dunkelgrünes Blattgemüse ist reich an Carotinoiden und Antioxidantien.
* Karotten & Kürbis: Die orangen Klassiker.
* Leber (in Maßen): Enthält hochpotentes Retinol, sollte aber nicht täglich verzehrt werden.
Wichtig für die Aufnahme: Vitamin A ist fettlöslich. Ein Schuss Olivenöl zu Gemüse oder Nüsse im Salat verbessern die Verwertung im Körper erheblich.
Ein Markt im Wandel
Die aktuellen Warnungen markieren einen Wendepunkt. Die Idee, dass „angereichert“ automatisch „besser“ bedeutet, bröckelt. Der Trend geht hin zu „Precision Nutrition“ – einer Ernährung mit echten Lebensmitteln, bei der Supplemente nur bei nachgewiesenem Mangel zum Einsatz kommen.
Verbraucherschützer fordern nun schärfere gesetzliche Obergrenzen für Vitaminzusätze in Lebensmitteln auf EU-Ebene. Die neuen Testergebnisse dürften dieser Forderung weiteren Rückenwind verleihen.
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