ÖBB-Hub Wolfurt: Moderne Schiene, verstopfte Straße
31.01.2026 - 09:52:12Der hochmoderne Güterbahnhof Wolfurt stößt an seine Grenzen – wegen veralteter Zubringerstraßen. Wirtschaftsvertreter fordern heute erneut einen verbindlichen Zeitplan für den dringend benötigten Vollanschluss an die Rheintal Autobahn (A14).
Ein Logistik-Riese auf der Schiene
Die ÖBB hat den „Combi Cargo Terminal“ (CCT) Wolfurt zu einem der modernsten Logistik-Hubs Europas ausgebaut. Aktuell startet ein Pilotprojekt: Portalkräne werden auf Fernsteuerung umgerüstet, was den Umschlag weiter beschleunigt. Der Terminal ist das „Tor zur Welt“ für Vorarlbergs exportstarke Industrie.
Doch diese Effizienz endet an den Werkstoren. Die Anbindung an die Autobahn erfolgt über die völlig überlastete L190 Senderstraße. Während auf der Schiene High-Tech regiert, zwängen sich Lkw weiterhin durch Nadelöhre aus einer anderen Zeit.
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1,5 Millionen Lkw im Nadelöhr
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Analysen des VCÖ identifizieren den Abschnitt Wolfurt-Lauterach als Lkw-Hotspot Nummer eins in Vorarlberg. Pro Jahr rollen hier bis zu 1,6 Millionen Schwerfahrzeuge durch.
Die Situation verschärft sich aktuell durch eine Großbaustelle. Die ASFINAG saniert bis Ende 2026 Brücken im Bereich Wolfurt-Lauterach. Die Folge: Fahrbahnverengungen, Staus und noch mehr Druck auf die ohnehin überlasteten Zubringer. Anrainer leiden unter Lärm, Spediteure unter unkalkulierbaren Verzögerungen.
Die Lösung: Der lange ersehnte Vollanschluss
Die Forderung der Wirtschaft ist eindeutig: ein kreuzungsfreier „Vollanschluss“ der A14. Dieser würde den Schwerverkehr direkt ins Industriegebiet und zum Güterbahnhof leiten – ohne den Ortsverkehr zu behindern.
Die Pläne liegen in der Schublade. Eine strategische Analyse von ASFINAG und Land bestätigte bereits den Nutzen. Doch das Projekt steckt in aufwändigen Genehmigungsverfahren. Umweltverträglichkeitsprüfungen und die sensible Lage im Rheintal bremsen den Fortschritt.
Kritiker fragen: Passt das Tempo der Bürokratie noch zur dynamischen Wirtschaft der Region? Mit einem Rekordhoch an Unternehmensgründungen steigt der Logistikbedarf rasant. Ohne leistungsfähige Straßenanbindung droht der Standortvorteil des Terminals zu schwinden.
Digitale Pflaster für ein strukturelles Problem
Immerhin gibt es Fortschritte bei der Zollabwicklung. Ein neues digitales System mit der Schweiz soll die physischen Staus durch wartende Lkw reduzieren. Das alte „Laufzettel“-Verfahren gehört der Vergangenheit an.
Doch Experten sehen darin nur eine Linderung der Symptome. Die Lkw müssen nach wie vor über die gleiche, marode Infrastruktur rollen. Die digitale Effizienzsteigerung erhöht sogar den Druck auf die Straße: Mehr Durchsatz im Terminal trifft auf gleichbleibend geringe Abflusskapazität.
Wann kommt die Wende?
Alle Blicke richten sich nun auf die Politik in Wien und Bregenz. Nach dem Ende der Brückensanierungen Ende 2026 erwarten Wirtschaft und Gemeinden den Startschuss für den Vollanschluss. Die ASFINAG hat das Projekt im Bauprogramm, doch der finale Baubeginn hängt an behördlichen Genehmigungen.
Die Botschaft aus Vorarlberg ist klar: Ein Hightech-Güterbahnhof braucht eine Straße, die mithalten kann. Bis dahin bleibt Wolfurt ein Symbol für den österreichischen Infrastruktur-Widerspruch: High-Speed auf der Schiene, Stop-and-Go auf der Straße.
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