OATLY Aktie: Prognose kräftig erhöht
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Kurssprung von 16 Prozent im vorbörslichen Handel ist bei Oatly längst keine Selbstverständlichkeit. Nach Monaten mit rückläufigem Kurs liefert der schwedische Hafermilch-Hersteller nun Zahlen, die selbst optimistische Schätzungen übertreffen.
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 240,1 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 220,1 Millionen Dollar erwartet. Der Verlust je American Depositary Share fiel mit 0,99 Dollar geringer aus als die prognostizierten 1,02 Dollar.
Europa treibt das Wachstum
Besonders das Geschäft in Europa und der internationalen Region sticht heraus: Hier legte der Umsatz um 21 Prozent auf 143,1 Millionen Dollar zu, getragen von einem Volumenplus von 16,9 Prozent. Nordamerika wuchs mit 5,9 Prozent auf 66,9 Millionen Dollar deutlich langsamer, während Greater China um 11,6 Prozent auf 30,1 Millionen Dollar zulegte. Auf währungsbereinigter Basis kletterte der Konzernumsatz um 12,7 Prozent.
CEO Jean-Christophe Flatin sprach von einem Quartal profitablen Wachstums, das auf einer disziplinierten Umsetzung der Strategie beruhe. Nach seinen Worten übertrifft das Wachstumsprogramm in Europa die eigenen Erwartungen, während es in Nordamerika erst an Fahrt gewinnt.
Margen ziehen an, Ausblick steigt
Die Bruttomarge expandierte um 143 Basispunkte auf 33,9 Prozent — ein Effekt aus effizienteren Lieferketten und einem günstigeren Kanalmix. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 3,6 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf plus 0,4 Millionen Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte deutlich von 55,9 Millionen Dollar auf 31,3 Millionen Dollar.
Am deutlichsten zeigt sich die neue Zuversicht im Ausblick: Oatly hob die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum 2026 von zuvor 3 bis 5 Prozent auf 8 bis 10 Prozent an. Das ist keine kleine Korrektur, sondern eine fast dreifache Anhebung der Wachstumserwartung. Die Ziele für das bereinigte EBITDA beließ das Unternehmen unverändert bei 25 bis 35 Millionen Dollar für das Gesamtjahr.
Nach einem Kursrückgang von rund 28 Prozent in den vergangenen drei Monaten liefert dieses Quartal den ersten handfesten Beleg dafür, dass die Kostendisziplin und die Fokussierung auf Europa greifen. Ob sich das Tempo im zweiten Halbjahr halten lässt, dürfte sich vor allem am Fortschritt in Nordamerika entscheiden, wo das Wachstum bislang klar hinter den anderen Regionen zurückbleibt.
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