Nvidia, CES

Nvidia setzt bei CES 2026 auf Software und schlanke Hardware

06.01.2026 - 18:09:12

Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas gibt es keine neuen Grafikchips von Nvidia, dafür aber eine klare Strategie: Die Lebensdauer der bestehenden RTX-50-Serie wird durch eine Software-Revolution verlängert, während Partner schlankere Karten für kompakte PCs vorstellen.

Die wichtigste Neuigkeit für Gamer kommt nicht von der Hardware, sondern aus der Software-Schmiede. Nvidia kündigte DLSS 4.5 an, eine bedeutende Weiterentwicklung der bekannten Upscaling- und Frame-Generation-Technologie. Die Neuerung soll im Frühjahr 2026 als Treiber-Update für alle RTX-50-Besitzer erscheinen – ein kostenloser Leistungsschub ohne neuen Chip.

Die KI-Technologie setzt auf zwei Kernfunktionen:
* 6X Multi Frame Generation: Das System kann bis zu fünf Zwischenbilder für jedes traditionell gerenderte Frame generieren. Theoretisch versechsfacht das die Bildrate in CPU-lastigen Szenarien.
* Dynamische Frame-Generation: Die GPU passt die Anzahl der generierten Bilder in Echtzeit basierend auf Bewegung und Eingabelatenz an. Ziel ist es, das teils “schwimmende” Gefühl bei aggressiver Frame-Generation zu eliminieren.

Für Besitzer einer RTX 5070 oder 5070 Ti, die 2025 auf den Markt kamen, ist das eine willkommene Nachricht. Ihre Hardware bleibt länger relevant.

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Die schlanke Revolution: Endlich Hochleistung für Mini-PCs

Eine der größten Kritiken an der RTX-50-Einführung war die schiere Größe der Karten. Das ändert sich nun. Hersteller wie PNY und ASUS präsentieren auf der CES dezidiert kompakte Designs.

PNY stellte seine neue „Dual Slot Slim“-Serie für die RTX 5080, 5070 Ti und 5070 vor. Die RTX 5070 Slim misst nur noch 290 Millimeter in der Länge und hält sich streng an eine zweifache Steckplatz-Höhe (40 mm). Ein deutlicher Kontrast zu den dreifach belegten Ungetümen vom Marktstart. Die Karten behalten die Referenztaktfrequenzen, was zeigt, dass die Kühllösungen für die Blackwell-Architektur in einem Jahr deutlich effizienter geworden sind.

„Die Nachfrage nach Hochleistungs-PCs im kompakten Format übertrifft das Angebot an passenden Grafikkarten“, kommentieren Branchenbeobachter. ASUS erweitert parallel seine ProArt-Reihe um SFF-taugliche Varianten der RTX-50-Serie. Die Branche schwenkt offenbar von reiner Leistungsmaximierung hin zu Effizienz und Kompatibilität.

Enthusiasten-Karten: MSI und Gigabyte pushen die Grenzen

MSI belebt seine legendäre „Lightning“-Marke mit der RTX 5090 Lightning Z wieder – eine Karte für extremes Overclocking mit einem speziellen 1000-Watt-BIOS.

Gigabyte enthüllt die AORUS RTX 5090 INFINITY mit einem neuen „Hyperburst“-Kühlsystem. Superleitende Heatpipes und eine massive Vapor Chamber sollen die Kühlleistung steigern, um höhere Taktraten länger zu halten. Diese Karten sind für den Durchschnittsnutzer überdimensioniert, demonstrieren aber das technische Potenzial der GB202- und GB203-Chips.

Warum es keine „Super“-Serie gibt

Das Ausbleiben einer „RTX 50 Super“-Auffrischung, wie sie bei den 20er- und 40er-Serien üblich war, sorgt für Gesprächsstoff. Branchenkenner führen die anhaltende Knappheit bei GDDR7-Speichern als Hauptgrund an. Der KI-Sektor hat einen enormen Appetit auf Hochgeschwindigkeitsspeicher. Premium-VRAM für ein Consumer-Refresh Anfang 2026 abzuzweigen, erschien Nvidia strategisch wohl nicht sinnvoll.

Stattdessen dominierte bei Nvidia auf der CES die Vera-Rubin-Architektur für Rechenzentren und Alpamayo-Modelle für autonomes Fahren. Für den Consumer-Markt ist die Botschaft klar: Die Anfang 2025 eingeführte RTX-5070-Serie bleibt der Standard, angetrieben durch Software-Innovationen.

Ausblick: Fokus auf Optimierung statt neuer Chips

Für PC-Spieler ist die Ankündigung „keine neuen GPUs“ zweischneidig. Einerseits bestätigt sie, dass die vor einem Jahr gekaufte Hardware nicht bald veraltet sein wird – das stärkt den Wiederverkaufswert und das Käufervertrauen. Andererseits bieten die neuen, schlanken Partnerkarten Nachzüglern und Besitzern kompakter Gehäuse endlich einen überzeugenden Grund zum Upgrade.

Mit dem Start der PNY-Slim-Serie und anderer Partner-Refreshes im Februar 2026 erhält der Mittelklasse-Markt ein physisches Facelift, auch wenn die zugrundeliegende Technik dieselbe bleibt. Das Jahr wird wohl von Software-Optimierung und Formfaktor-Verfeinerung geprägt sein – nicht von Quantensprüngen bei der Chip-Leistung.

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