Nvidia, Grafikkarten-Produktion

Nvidia drosselt Grafikkarten-Produktion zugunsten von KI-Chips

08.02.2026 - 11:39:11

Nvidia verlagert knappe Produktionskapazitäten priorisiert in den profitableren KI-Chip-Bereich, was zu drastischen Kürzungen bei Gaming-Grafikkarten, Preisexplosionen und langen Lieferzeiten führt.

Der Tech-Riese Nvidia stellt seine Prioritäten klar: Wegen einer globalen Halbleiterkrise und der riesigen Nachfrage nach KI-Hardware wird die Produktion von Gaming-Grafikkarten drastisch gekürzt. Für PC-Spieler bedeutet das weiterhin leere Regale und explodierende Preise.

Strategische Wende: KI-Boom verdrängt Gamer

Hinter der Entscheidung steckt eine einfache wirtschaftliche Logik. Nvidias Geschäft mit KI-Beschleunigern für Rechenzentren ist zum finanziellen Zugpferd geworden. Im dritten Quartal 2024 erzielte die Data-Center-Sparte einen Umsatz von umgerechnet rund 47 Milliarden Euro – der Gaming-Bereich spielte dagegen kaum noch eine Rolle.

Die Profitmargen sind der entscheidende Faktor: Bei KI-Chips wie der Blackwell-Serie liegen sie Schätzungen zufolge bei etwa 65 Prozent. Herkömmliche Gaming-Grafikkarten wie die RTX 5090 bringen es dagegen nur auf rund 40 Prozent. Angesichts des Wettlaufs um jede verfügbare KI-Kapazität ist der Anreiz für Nvidia groß, die knappen Produktionsressourcen in den profitableren Bereich zu lenken.

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„RAMageddon“: Der globale Engpass bei Speicherchips

Auslöser der Produktionskürzungen ist eine weltweite Knappheit an Hochleistungs-Speicherchips, die Insider bereits als „RAMageddon“ bezeichnen. Sowohl Gaming-Grafikkarten (mit GDDR7-Speicher) als auch KI-Chips (mit HBM-Speicher) konkurrieren um die gleichen Kapazitäten bei Herstellern wie TSMC, Samsung oder SK Hynix.

Da die Nachfrage nach KI-Hardware ungebremst ist, hat Nvidia seine strategische Weichenstellung getroffen: Die limitierten Speicherbausteine und Fertigungskapazitäten werden vorrangig der Data-Center-Sparte zugewiesen. Die Produktion von Modellen wie der RTX 5090 oder RTX 5080 wird entsprechend zurückgefahren.

Folgen für den Markt: Ausverkauf und Preis-Explosion

Die Konsequenzen sind auf dem Einzelhandelsmarkt bereits spürbar. Die Preise für High-End-Karten schießen in die Höhe. Die RTX 5090 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von etwa 1.850 Euro wird aufgrund extremer Knappheit teils für 3.700 bis 4.600 Euro gehandelt.

In Europa waren kürzlich Restbestände der Founders Edition in weniger als zehn Minuten ausverkauft. Besondere Premium-Modelle erreichen astronomische Summen; eine limitierte MSI „Lightning Z“-Variante wurde in Taiwan zu einem Preis von umgerechnet etwa 4.800 Euro verlost.

Lange Durststrecke: Super-Refresh abgesagt, nächste Generation verzögert

Die strategische Wende hat auch langfristige Auswirkungen. Der erwartete „Super“-Refresh der RTX-50-Serie, eine mittlere Produktauffrischung, wurde für 2026 faktisch abgesagt. Diese Karten waren eigentlich für eine Ankündigung auf der CES im Januar erwartet worden.

Zudem scheint sich der Zeitplan für die nächste GPU-Generation, kodename „Rubin“ (RTX-60-Serie), zu verschieben. Statt einer Massenproduktion Ende 2027 rechnen Analysten nun mit einem Start 2028. Eine dreijährige Pause zwischen den Haupt-Generationen wäre eine der längsten in der Firmengeschichte und würde Gamer lange an ihre aktuelle Hardware binden.

Ausblick: Wann kehrt Normalität ein?

Für die absehbare Zukunft bleibt der Markt für PC-Hardware schwierig. Solange Tech-Giganten weiter Milliarden in KI-Infrastruktur pumpen, wird der Wettbewerb um Halbleiter-Komponenten hart bleiben.

Beobachter rechnen nicht vor Ende 2026 oder 2027 mit einer Normalisierung der Verfügbarkeit von High-End-Grafikkarten. Bis dahin müssen sich PC-Enthusiasten wohl entweder auf längere Upgrade-Zyklen einstellen oder akzeptieren, dass die Nachfrage der künstlichen Intelligenz die Gaming-Hardware in den Hintergrund drängt.

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