Nvidia, GeForce-Produktion

Nvidia drosselt GeForce-Produktion – KI frisst Grafikkarten-Speicher

06.02.2026 - 05:52:12

Die globale KI-Revolution verursacht eine schwere Speicherknappheit, die Nvidia zwingt, die Fertigung seiner Gaming-Grafikkarten drastisch zu reduzieren. Gamer müssen mit Lieferengpässen und hohen Preisen rechnen.

Die künstliche Intelligenz entzieht dem Gaming-Markt die Ressourcen: Nvidia muss die Produktion seiner RTX-50-Grafikkarten massiv kürzen. Eine globale Knappheit an Hochleistungsspeichern zwingt den Chip-Riesen, die Fertigung seiner Spiele-GPUs um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Für Gamer und PC-Bastler bedeutet das leere Regale und steigende Preise.

KI-Revolution verdrängt Gaming-Hardware

Die aktuelle Krise ist eine direkte Folge des KI-Booms. Speicherriesen wie SK Hynix, Samsung und Micron bedienen vorrangig den unersättlichen Hunger der KI-Industrie. Prognosen zufolge könnte KI-Hardware in diesem Jahr bis zu 70 Prozent der globalen Speicherproduktion verschlingen. Für Consumer-Elektronik bleibt nur ein Bruchteil.

Diese strategische Neuausrichtung der Zulieferer hat einen Dominoeffekt ausgelöst. Nicht nur Grafikkarten-Speicher wird knapp, auch die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) sind zuletzt explodiert. Nvidias eigene Bilanz unterstreicht die Diskrepanz: Das Geschäft mit Rechenzentren übertrifft die Gaming-Sparte bei Weitem.

Anzeige

Die KI‑Revolution treibt nicht nur den Speicherbedarf, sie bringt auch neue rechtliche Pflichten für Anbieter und Entwickler – seit 1. August 2024 gilt die EU‑KI‑Verordnung. Viele Firmen riskieren Bußgelder, wenn sie Kennzeichnungs-, Dokumentations‑ und Risikoanforderungen unterschätzen. Unser kostenloser, praxisorientierter Umsetzungsleitfaden fasst die wichtigsten Pflichten, Übergangsfristen und eine Checkliste für Unternehmen und Entwickler kompakt zusammen, damit Sie rechtzeitig handeln können. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen

Mittelklasse-Gamer trifft es am härtesten

Die Produktionskürzungen werden nicht alle Modelle gleich treffen. Besonders hart soll es die beliebten Mid-Range-Karten erwischen, das Herzstück des PC-Gaming-Markts. Konkret stehen die GeForce RTX 5070 Ti und RTX 5060 Ti mit je 16 GB GDDR7 vor drastischen Lieferengpässen.

Hinter dieser Strategie steckt die „Umsatz-pro-Gigabyte“-Logik. Nvidia priorisiert wahrscheinlich High-End-Modelle wie die RTX 5080 und 5090 sowie Einsteigerkarten mit geringerem Speicherbedarf. Die lukrative Mittelklasse bleibt dabei auf der Strecke. Die Lage ist so angespannt, dass Händler in Europa und Asien bereits mit einer Rationierung bestimmter RTX-50-Modelle begonnen haben.

Düstere Aussichten für PC-Bauer

Die Folgen der Speicherkrise sind bereits spürbar. Die heiß erwartete RTX-50-„Super“-Serie, ein typisches Mid-Cycle-Refresh, steht vor der Absage oder erheblichen Verzögerungen. Marktbeobachter rechnen frühestens mit einem Start im dritten Quartal 2026. Die speziellen Speichermodule für diese verbesserten Karten sind schlicht nicht in ausreichender Menge verfügbar.

Für Verbraucher bedeutet dieser Sturm aus hoher Nachfrage und gedrosseltem Angebot eine anhaltend schwierige Marktlage. Gamer müssen sich auf weiterhin hohe Preise und geringe Verfügbarkeit einstellen. Einige Analysten prognostizieren, dass die angespannte Versorgungslage bis 2028 andauern könnte.

Die Situation markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Halbleiterindustrie. Der immense Ressourcenhunger der künstlichen Intelligenz bestimmt nun direkt, welche Produkte für Endverbraucher verfügbar sind und zu welchem Preis. Der Kampf um den Speicher ist entschieden – vorerst hat das KI-Rechenzentrum gewonnen.

@ boerse-global.de