Nvidia: China stoppt H200-Chips trotz US-Freigabe
17.01.2026 - 17:45:12Peking blockiert alle Einfuhren von Nvidias KI-Prozessoren und bringt Lieferketten zum Stillstand – nur Tage nach einer US-Genehmigung.
In einer dramatischen Zuspitzung des Technologiehandelskonflikts hat China alle Einfuhren von Nvidias H200-KI-Prozessoren gestoppt. Die Blockade, die diese Woche in Kraft trat, bringt globale Lieferketten zum Erliegen und zwingt Zulieferer zur Einstellung der Produktion. Die überraschende Maßnahme Pekings folgt unmittelbar auf eine bedingte Freigabe der Chips durch die USA und unterstreicht die extreme Volatilität im Technologiekrieg der Supermächte.
Lieferketten stehen still
Die Auswirkungen des Einfuhrstopps waren unmittelbar spürbar. Berichten zufolge haben Zulieferer essenzieller Komponenten wie spezialisierter Leiterplatten ihre Produktionslinien bereits angehalten. Diese Teile sind exklusiv für die H200-Architektur designed und nicht für andere Produkte nutzbar.
Die Hersteller reagieren damit auf das Risiko, Komponenten für einen Prozessor zu fertigen, der sein Zielmarkt nicht mehr erreicht. Die Dimensionen sind enorm: Nvidia rechnete Berichten zufolge mit über einer Million Bestellungen aus China. Zulieferer arbeiteten im Schichtbetrieb, um Lieferziele für März zu erreichen. Nun zwingt die Blockade sie zum Stopp, um teure, unverkäufliche Lagerbestände zu vermeiden.
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Von US-Genehmigung zu chinesischer Blockade
Die chinesische Reaktion ist besonders bemerkenswert, da die US-Regierung ihre Exportkontrollen gerade erst gelockert hatte. Seit dem 16. Januar erlaubten neue Richtlinien den Verkauf der H200-Chips nach China – allerdings unter strengen Auflagen.
Die US-Bedingungen waren hart: Das Verkaufsvolumen nach China durfte 50 Prozent des US-Heimmarktabsatzes nicht überschreiten. Jeder Chip musste zudem durch US-Labore auf seine technischen Fähigkeiten geprüft werden. Zusätzlich verhängte das Weiße Haus einen neuen 25-Prozent-Zoll auf H200 und andere fortschrittliche KI-Halbleiter. Diese bedingte Freigabe machte Peking nun mit einem Federstrich zunichte.
Pekings strategisches Kalkül
Chinesische Behörden haben keine offizielle Begründung genannt. Analysten deuten den Schritt jedoch als klare Antwort auf US-Restriktionen und als Push für mehr technologische Souveränität. Regierungsvertreter haben inländische Technologieunternehmen offenbar gewarnt, die H200-Chips nur im äußersten Notfall zu kaufen.
Hinter der Blockade steckt eine doppelte Strategie: Sie dient als Druckmittel in den laufenden Handelsgesprächen mit Washington und soll gleichzeitig Chinas Abhängigkeit von US-Technologie verringern. Indem Peking selbst die exportkonformen Versionen der Spitzenchips blockiert, schafft es ein geschütztes Umfeld für die eigene Halbleiterindustrie. Chinas Tech-Champions sollen so gezwungen werden, auf heimische Alternativen zu setzen.
Turbulenzen am Markt und ungewisse Zukunft
Der Streit um den zweitstärksten KI-Prozessor Nvidias ist zum neuen Brennpunkt in den US-chinesischen Beziehungen geworden. Die Unsicherheit hat bereits erste Absagen chinesischer Käufer zur Folge. Berichte deuten zudem auf einen wachsenden Schwarzmarkt für Nvidias noch leistungsfähigere, aber streng verbotene B200- und B300-Modelle hin.
Während die Produktionslinien für H200-Komponenten stillstehen, steht Nvidias Zukunft in China auf der Kippe. Unklar ist, ob die Blockade eine temporäre Maßnahme oder ein dauerhafter Politikwechsel ist. Das Unternehmen und seine Partner sitzen zwischen den Fronten zweier sich rasch ändernder Regulierungssysteme. Die globale Tech-Branche blickt nun gespannt auf die nächsten Züge Washingtons und Pekings – denn dieser Konflikt um einen einzelnen Chip könnte die gesamte Zukunft der KI-Industrie neu ordnen.
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