Nvidia-Chef Huang sieht Europa als KI-Schlüsselakteur
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuf der Technologiekonferenz GTC in Berlin sagte der Nvidia-Chef, Europa sei ein zentraler Akteur in der neuen "KI-Ökonomie". "Jedes einzelne Unternehmen in Europa wird zu einem KI-Unternehmen werden. Daran gibt es keinen Zweifel."
Für eine kurze Unterbrechung der Keynote-Rede von Huang sorgte eine kleine Gruppe von Aktivisten, die den Nvidia-Chef aber nicht aus dem Takt bringen konnte. Die Protestierer kritisierten die Umweltauswirkungen von KI-Rechenzentren, deren Bau wie immer einen zentralen Platz einnahm.
Huang betonte, Nvidia sei seit 33 Jahren in Europa verwurzelt, von der ersten Chip-Entwicklung bis zu heutigen Partnerschaften mit Konzernen wie Siemens DE0007236101, Volkswagen DE0007664039 und Mercedes-Benz DE0007100000, sagte Huang. Allein im vergangenen Jahr habe Nvidia fast 10 Milliarden Dollar (rund 8,9 Mrd. Euro) in den europäischen Markt investiert, um ein Netzwerk aus Start-ups und etablierten Unternehmen zu stärken.
Rückendeckung aus der Politik
Unterstützung erhielt Huang auf der Konferenz auch von politischer Seite. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) betonte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für den Standort Deutschland: "Deutschland braucht den Zugriff auf modernste Hochleistungschips, wenn wir bei künstlicher Intelligenz aufholen und den technologischen Anschluss sichern wollen. Daher schätzen wir Nvidia als starken, verlässlichen Partner."
Zugleich unterstrich Wildberger, dass dies nicht im Widerspruch zu europäischen Zielen stehe: "Gleichzeitig bleibt es unser klares strategisches Ziel, parallel den Aufbau einer eigenständigen Infrastruktur voranzutreiben, und dazu gehört auch eine europäische Halbleiter- und Chipproduktion."
KI-Fabriken als neue industrielle Revolution
Der Chef des wertvollsten Unternehmens der Welt verglich den aktuellen Wandel mit einer industriellen Revolution. Unternehmen würden nicht mehr nur Software nutzen, sondern eigene "KI-Fabriken" betreiben, sagte Huang.
Diese Fabriken produzierten keine physischen Güter, sondern digitale Intelligenz, die in alle Branchen einfließen werde - von der Medikamentenentwicklung bis zur effizienteren Energieverteilung. "Nach Jahrzehnten des Fortschritts in der Computerindustrie stehen wir nun am Anfang einer neuen industriellen Revolution."
Leistungsstarke Hardware für den Arbeitsplatz
In der Keynote-Ansprache in Berlin stellte Huang neue Hardware-Lösungen vor. Dazu gehören spezielle Computer für den Schreibtisch, die "RTX Spark"-Rechner. Diese Geräte sollen es ermöglichen, komplexe KI-Aufgaben direkt vor Ort auszuführen, ohne dass Nutzer auf externe Rechenzentren angewiesen sind. Damit will Nvidia die Technologie für Unternehmen und Entwickler zugänglicher machen.
Der Durchbruch der physischen KI
Ein weiterer Schwerpunkt der Keynote war die "physische KI". Dabei geht es um Maschinen, die nicht nur Daten verarbeiten, sondern die reale Welt verstehen und in ihr agieren können. Huang präsentierte Roboter, die durch KI lernen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und Aufgaben zu erledigen. Er betonte: "Das ist wirklich die nächste Welle der KI: eine Künstliche Intelligenz, die die physische Welt versteht."
Sicherheit für digitale Assistenten
Damit diese autonomen Systeme sicher arbeiten können, stellte Nvidia zudem neue Sicherheitskonzepte vor. Diese sollen sicherstellen, dass digitale Assistenten - sogenannte "Agenten" - innerhalb strenger Regeln agieren und nicht unbefugt auf sensible Unternehmensdaten zugreifen können.
