NVIDIA-Chef Huang: KI-Revolution erreicht die reale Welt
25.01.2026 - 13:00:12Die künstliche Intelligenz verlässt den Bildschirm und erobert die reale Welt – und könnte Europas Industrie einen historischen Vorteil verschaffen. NVIDIA-CEO Jensen Huang prophezeite auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos einen „ChatGPT-Moment“ für die Robotik und fordert Investitionen in die größte Infrastrukturoffensive aller Zeiten.
Die Diskussion hat sich entscheidend verlagert: weg von generativer KI für Texte und Bilder, hin zu „Physical AI“. Diese ermöglicht Maschinen, die dreidimensionale Welt wahrzunehmen, zu verstehen und in ihr zu handeln. „Dieser Übergang markiert einen kritischen Wendepunkt“, analysieren Branchenbeobachter. Künstliche Intelligenz beginnt, physische Arbeit und Automation im großen Stil zu steuern.
Laut Huang ist dieser „ChatGPT-Moment für die Robotik“ keine ferne Zukunft, sondern bereits gelebte Realität. Kern sind „Generalist-Spezialist“-Roboter, die multiple Aufgaben lernen können, statt für eine einzige, repetitive Bewegung programmiert zu sein. Entscheidend ist das Konzept der „World Models“: KI-Systeme, die physikalische Gesetze, Ursache-Wirkung-Prinzipien und räumliche Beziehungen fast menschlich verstehen.
Die technologische Basis dafür liefern NVIDIA-Plattformen wie Cosmos, eine Suite von World-Foundation-Modellen zum Training physischer KI, und Project GR00T als „Gehirn“ für humanoide Roboter. Sie ermöglichen es Robotern, aus menschlichen Demonstrationen und synthetischen Daten zu lernen – und verkürzen die Entwicklungszeit für autonome Maschinen drastisch.
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Europas Industrie vor Jahrhundertchance
In den Davoser Gesprächen lag ein Fokus auf den Chancen für traditionelle Industrieregionen. Huang sieht hier eine „Jahrhundertchance“ für Europa. Während die USA die Software-Ära der KI dominierten, begünstige die nächste Phase – die Physical AI – Nationen mit tiefer Expertise in Industrieingenieurwesen und Mechatronik.
Für Konzerne wie Siemens, Mercedes-Benz oder Volvo biete sich die einmalige Gelegenheit, ihre weltweit führende Fertigungskompetenz mit modernster KI zu verschmelzen. Statt starrer Produktionsstraßen entstünden so flexible, intelligente Systeme. Berichten zufolge arbeiten europäische Industriepartner bereits mit NVIDIA an „industriellen KI-Betriebssystemen“.
Historischer Infrastrukturausbau läuft an
Die wirtschaftlichen Implikationen sind gewaltig. Huang bezeichnete den aktuellen KI-Ausbau als die „größte Infrastrukturoffensive der Menschheitsgeschichte“. Gemeint sind nicht nur Rechenzentren und Chipfabriken, sondern auch die EnergieNetze und physischen Anlagen für eine flächendeckende Roboter-Automatisierung.
Entgegen der Angst vor Jobverlusten deutet sich in Davos ein Boom für Fachkräfte an. Der Bau von „KI-Fabriken“ und Robotikanlagen treibe die Nachfrage nach Elektrikern, Installateuren und Bauarbeitern in die Höhe. Analysen zufolge entstünden hier sogar Stellen mit sechsstelligen Gehältern – und widerlegen die Annahme, dass nur Software-Ingenieure vom KI-Wachstum profitieren.
Autonomes Fahren lernt „Denken“
Die Welle der Physical AI erfasst auch die Straßen. Die neue autonome Fahrplattform Alpamayo bringt erstmals logische Schlussfolgerungsfähigkeiten in selbstfahrende Autos. Anders als frühere Systeme, die auf reine Mustererkennung setzten, können diese „Reasoning“-Modelle seltene und komplexe Szenarien verarbeiten, indem sie logische Konsequenzen begreifen.
Experten sehen darin den fehlenden Schlüssel für die Serienreife von Level-4- und Level-5-Autonomie. Indem sie die „Denk“-Prozesse großer Sprachmodelle auf Fahr-Entscheidungen anwenden, können Fahrzeuge ihre Handlungen erklären und sich sicherer in unstrukturierten Umgebungen bewegen.
2026 wird zum Jahr der Umsetzung
Mit dem Ende des Weltwirtschaftsforums zeichnet sich unter Technologieexperten ein Konsens ab: 2026 wird das Jahr der Einführung von Physical AI. Während 2025 humanoide Prototypen im Fokus standen, sollen Foundation-Modelle wie Cosmos und GR00T nun kommerzielle Pilotprojekte in Logistik und Fertigung beschleunigen.
Die Konvergenz aus Simulation, synthetischen Daten und physischer Robotik senkt die Einstiegshürden für Automatisierung. Angesichts des angelaufenen Infrastrukturausbaus und der Bindung großer Industriepartner scheint Huangs „ChatGPT-Moment“ mehr als ein Slogan: Es ist der Startschuss für eine greifbare Transformation, wie die physische Welt gesteuert und automatisiert wird.
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