Nvidia Aktie: Rothschild erhöht Ziel auf 300 Dollar
26.05.2026 - 20:42:20 | boerse-global.deNvidia liefert Rekorde, Wall Street zieht nach. Nach den Quartalszahlen heben große Häuser ihre Kursziele an, weil die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiter über den bisherigen Modellen liegt. Die Aktie schwächelt am Dienstag trotzdem. Genau dieser Kontrast macht die Lage spannend.
Am Dienstag notiert die Aktie bei 182,82 Euro und verliert 3,22 Prozent.
Seit Jahresbeginn bleibt ein Plus von 13,48 Prozent stehen, auf Zwölfmonatssicht sind es 55,06 Prozent.
Wall Street hebt die Messlatte
Die neue Kurszielrunde zeigt, wie stark sich die Erwartungen verschoben haben. Analysten preisen nicht nur das aktuelle Wachstum ein. Sie setzen auch darauf, dass Nvidia mit Blackwell und neuen CPU-Produkten weitere Märkte öffnet.
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- Rothschild & Co Redburn: 300 Dollar, zuvor 280 Dollar; Rating „Buy“.
- JPMorgan: 280 Dollar, zuvor 265 Dollar; Rating „Overweight“.
- Bank of America: oberes Ziel von 350 Dollar.
- Konsens: „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen 12-Monats-Ziel nahe 303 Dollar.
Für das neue Rothschild-Ziel ergibt sich gemessen am Eröffnungskurs von 215,33 Dollar ein Aufwärtspotenzial von 39,3 Prozent. Das ist ambitioniert, aber nicht losgelöst von den jüngsten Zahlen.
Rothschild verweist neben dem Wachstum auch auf die Größe des Konzerns. Nvidia kommt auf eine Marktkapitalisierung von 5,21 Billionen Dollar und ein KGV von 32,98.
Rekordquartal stützt die Neubewertung
Die Basis für den Optimismus liefert Nvidia selbst. Am 20. Mai meldete der Konzern einen Rekordumsatz von 81,62 Milliarden Dollar. Das lag 85,2 Prozent über dem Vorjahr.
Der wichtigste Motor bleibt das Rechenzentrumsgeschäft. Der Umsatz dort stieg auf 75,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent.
Damit hängt die Story weiter stark an KI-Rechenzentren. Solange Hyperscaler und Unternehmenskunden ihre Infrastruktur ausbauen, bleibt Nvidia der zentrale Engpasslieferant.
Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,87 Dollar und übertraf die Schätzungen um 0,11 Dollar. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 74,9 Prozent.
Der freie Cashflow erreichte den Rekordwert von 49 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat genehmigte außerdem ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar.
Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie. Für eine klassische Dividendenstory reicht das nicht. Es signalisiert aber enorme Finanzkraft.
Blackwell zieht, China bremst
JPMorgan sieht im Blackwell-Hochlauf den schnellsten Produktzyklus der Unternehmensgeschichte. Das ist ein wichtiger Punkt, weil neue Chipgenerationen bei Nvidia direkt über Lieferfähigkeit und Preissetzungsmacht entscheiden.
Die Kundenzusagen stiegen auf 145 Milliarden Dollar, nach 95 Milliarden Dollar im Vorquartal. Das zeigt, wie weit die Nachfrage bereits in die Zukunft reicht.
AWS will bis 2027 etwa eine Million Nvidia-GPUs einsetzen. Solche Abnahmen geben den Analysten mehr Sicherheit für ihre Modelle.
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China bleibt der Vorbehalt. Für das zweite Quartal peilt Nvidia rund 91 Milliarden Dollar Umsatz an, mit einer Spanne von 2 Prozent. In dieser Prognose steckt kein erwarteter Data-Center-Umsatz aus China.
CEO Jensen Huang sagte, der H200-Chip sei für China lizenziert. Die finale Verkaufsgenehmigung der chinesischen Behörden steht aber noch aus.
CPUs und Partnerschaften erweitern das Feld
Mit der Vera-Architektur greift Nvidia auch den CPU-Markt an. Das Management sieht hier einen adressierbaren Markt von rund 200 Milliarden Dollar und erwartet im Geschäftsjahr 2027 etwa 20 Milliarden Dollar CPU-Umsatz.
Die CPU-Pläne sind wichtig, weil Nvidia damit stärker in komplette Rechenzentrumsplattformen hineinwächst. Der Konzern verkauft dann nicht nur Beschleuniger, sondern mehr vom gesamten System.
Daneben baut Nvidia die Partnerschaft mit Marvell Technology aus. Die Zusammenarbeit im Volumen von 2 Milliarden Dollar zielt auf kundenspezifische XPUs und Netzwerklösungen für NVLink Fusion.
Die Prognose für das zweite Quartal setzt die nächste Marke: rund 91 Milliarden Dollar Umsatz, ohne China-Beitrag im Data-Center-Geschäft. Hält Nvidia dieses Tempo, bleibt die hohe Bewertung nachvollziehbar. Jede Verzögerung bei H200 oder Blackwell würde den Spielraum im Kurs dagegen enger machen.
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