Nvidia Aktie: Burry warnt vor Kundenkonzentration
27.05.2026 - 23:45:12 | boerse-global.deRekordumsätze, sinkende Kurse – und ein prominenter Investor warnt vor der Kehrseite des KI-Booms. Derweil reist Nvidia-CEO Jensen Huang nach Taipeh, um eine strategische "AI-Halbleiter-Allianz" mit TSMC und SK Hynix zu schmieden. Ziel: die Lieferkette für die nächste Rechenzentrumsgeneration absichern.
Rekordzahlen treffen auf Skepsis
Nvidia meldete für das erste Fiskalquartal 2027 einen Umsatz von 82 Milliarden Dollar – ein Plus von 85 Prozent zum Vorjahr. Der Data-Center-Bereich trug mit 75 Milliarden Dollar den Löwenanteil bei, was einem Wachstum von 92 Prozent entspricht. Rothschild & Co Redburn hob das Kursziel auf 300 Dollar und blieb bei "Kaufen", verwies auf 14 Quartale mit sequenziellem Umsatzwachstum.
Die Aktie reagierte dennoch mit Abschlägen. Im frühen Handel gab sie 1,8 Prozent auf 211,04 Dollar nach. Auf dem Frankfurter Parkett notiert das Papier bei 182,80 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent zum Vortag. Der RSI von 39,5 signalisiert leichte technische Schwäche. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast fünf Prozent.
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Warum Michael Burry warnt
Am 25. Mai veröffentlichte Starinvestor Michael Burry eine pessimistische Einschätzung. Er attestiert Nvidia eine zunehmend fragile Marktlage. Sein Hauptkritikpunkt: die exorbitante Kundenkonzentration. Die drei größten Abnehmer stehen für 64 Prozent der ausstehenden Forderungen des Konzerns.
Diese Abhängigkeit erzeugt laut Burry ein "Sell-the-News"-Muster. Selbst überragende Quartalszahlen und Kurszielanhebungen können die Aktie nicht nachhaltig stützen. Hinzu kommt ein geografischer Wandel: Während die Taiwan-Erlöse um mehr als 50 Prozent anzogen, haben sich die Umsätze in Festlandchina und Hongkong binnen Jahresfrist halbiert. Der geplante neue Regionalhauptsitz in Taipeh mit 4.000 Mitarbeitern bis 2030 gilt als strategischer Gegenzug.
Ausblick bestätigt
Für das zweite Fiskalquartal 2027 stellt Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar in Aussicht – ein Plus von 95 Prozent zum Vorjahr und 22 Prozent zum Vorquartal. Die Nachfrage nach KI-Hardware bleibe intensiv, insbesondere bei staatlichen Kunden und Cloud-Anbietern. Die nächste Architekturgeneration soll im dritten Quartal 2026 ausgeliefert werden. Erste Bestellungen übertreffen bereits alle früheren Produktzyklen.
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