Nvidia Aktie: 150 Milliarden Dollar für Taiwan-Expansion
28.05.2026 - 13:49:09 | boerse-global.deJensen Huang geht einen schmalen Grat. Der Nvidia-CEO hat einen Platz im Beirat der Wirtschaftshochschule der Tsinghua-Universität in Peking angenommen. Das gab die Eliteuni am 28. Mai bekannt. Damit sitzt der Chef des US-Chipriesen im selben Gremium wie Tim Cook, Elon Musk und Mark Zuckerberg.
Die Berufung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Seit 2022 blockieren die USA den Export von Nvidias leistungsfähigsten KI-Prozessoren nach China. Der chinesische Markt brachte einst rund 20 Prozent des Nvidia-Umsatzes. Doch die Sanktionen haben lokalen Rivalen wie Huawei massiv Auftrieb gegeben. Huang begleitete Präsident Trump erst kürzlich auf eine China-Reise – ein Zeichen für die diplomatische Zerreißprobe, in der Nvidia steckt.
Schmuggel-Skandal in Taiwan
Parallel dazu erschüttert ein Kriminalfall das Unternehmen. Die taiwanesischen Behörden haben drei Personen festgenommen, die hochwertige KI-Chips über Japan nach China geschmuggelt haben sollen. Die Verdächtigen haben laut Ermittlern die Exportdokumente für Server des US-Herstellers Super Micro Computer gefälscht.
Die Behörden beschlagnahmten rund 50 Server. Mindestens eine Lieferung soll jedoch bereits über Japan nach Hongkong gelangt sein. Es ist der erste öffentlich bekannte Strafprozess zur Umleitung von KI-Chips über Japan. Analysten beziffern Nvidias Marktanteil im chinesischen Rechenzentrumssegment für das jüngste Quartal auf praktisch null – nach historischen 95 Prozent.
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150 Milliarden für Taiwan
Nvidia dreht den Spieß um und setzt massiv auf Taiwan. Bei der Grundsteinlegung für den neuen „Constellation“-Hauptsitz in Taipeh kündigte Huang am 27. Mai Jahresinvestitionen von bis zu 150 Milliarden Dollar an. Vor fünf Jahren waren es noch 10 bis 15 Milliarden.
Das neue Gebäude soll 2030 fertig sein und 4.000 Mitarbeiter beherbergen. Huang bezeichnete Taiwan als „Epizentrum“ der KI-Revolution. Die strategische Expansion vertieft die Partnerschaften mit TSMC, Foxconn und Wistron – und sichert Nvidias Produktionsbasis für die nächste Chip-Generation.
Technik-Sprung mit Vera
Abseits der Geopolitik macht Nvidia technisch Boden gut. Der neue „Vera“-Prozessor mit 88 Olympus-Kernen und einer Speicherbandbreite von 1,2 Terabyte pro Sekunde wurde unabhängig getestet. In spezifischen Linux-Anwendungen schlägt er Intels Xeon 6980P um 55 Prozent und AMDs EPYC 9575F um 10 Prozent.
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CFO Colette Kress prognostiziert für das Geschäftsjahr 2026/27 CPU-Verkäufe von rund 20 Milliarden Dollar. Erste Vera-Systeme gehen bereits an OpenAI, Anthropic und SpaceX.
Die Aktie reagierte verhalten auf die Mischung aus Eskalation und Expansion. Am 28. Mai notiert die Nvidia-Aktie bei 182,10 Euro und damit 0,4 Prozent schwächer. Auf Wochensicht beträgt das Minus 3,6 Prozent. Der Kurs liegt knapp zehn Prozent unter dem Rekordhoch von 201 Euro Mitte Mai. Die Anleger wägen ab: Hier stehen kurzfristige China-Risiken gegen langfristige Infrastruktur-Milliarden und einen vielversprechenden CPU-Neustart.
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