NuScale Power: 495 Millionen für ENTRA1-Streit
23.05.2026 - 01:36:55 | boerse-global.deEin kurzes Aufatmen — und dahinter ein Berg an Problemen. NuScale Power legte am Donnerstag rund 8 Prozent zu und setzte damit einen vorläufigen Schlusspunkt unter einen Rückgang von rund 25 Prozent innerhalb weniger Wochen. Auf Jahressicht aber hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Finanzzahlen ohne Glanz
Das erste Quartal 2026 lieferte wenig Trost. Der Umsatz brach auf gerade einmal 565.000 Dollar ein — ein Rückgang von 96 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust weitete sich auf 44 Millionen Dollar aus, was einer Verschlechterung von mehr als 200 Prozent entspricht. Je Aktie steht ein Verlust von 0,14 Dollar zu Buche, nach 0,11 Dollar im Vorjahresquartal.
Immerhin: NuScale verfügt über rund 890 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen. Das Management spricht von etwa einer Milliarde Dollar Liquiditätspuffer. Der operative Cashflow lag allerdings bei minus 315 Millionen Dollar — ein deutlicher Hinweis darauf, wie kapitalintensiv das Geschäftsmodell bleibt.
Klagen belasten das Bild
Das schwerste Gewicht liegt auf der rechtlichen Seite. Mehrere Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs richten sich gegen NuScale und einzelne Führungskräfte. Kern der Vorwürfe: Das Unternehmen soll Anleger über die Qualifikation seines Partners ENTRA1 Energy LLC getäuscht haben. Die Kläger behaupten, ENTRA1 habe in seiner gesamten Geschichte noch nie ein bedeutendes Projekt gebaut, finanziert oder betrieben — schon gar nicht im hochkomplexen Bereich der Kernkraft.
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Im Mittelpunkt steht eine Zahlung von 495 Millionen Dollar, die NuScale im Rahmen einer Vereinbarung mit ENTRA1 und der Tennessee Valley Authority leistete. Diese Transaktion trieb die Verwaltungskosten massiv in die Höhe und resultierte in einem Quartalsverlust von 532 Millionen Dollar. Die Aktie stürzte daraufhin von über 57 Dollar auf rund 17 Dollar — ein Absturz, der das Vertrauen vieler Investoren nachhaltig erschütterte. Das Verfahren Truedson v. NuScale Power Corporation ist beim U.S. District Court in Oregon anhängig.
Analysten und Großaktionäre ziehen sich zurück
Fluor, einst strategischer Ankeraktionär, hat seine Position von rund 40 Millionen Aktien vollständig abgebaut — Verkäufe im Volumen von rund 2,43 Milliarden Dollar seit September 2025. Der Abgang eines solch prominenten institutionellen Investors hinterlässt eine spürbare Lücke.
Die Analystengemeinde ist gespalten. Citi senkte das Kursziel zweimal — zuletzt auf 7 Dollar — und hält an seiner Verkaufsempfehlung fest. Goldman Sachs kappte das Ziel auf 9 Dollar, bleibt aber bei "Neutral". Northland und B. Riley sehen das Papier trotz gesenkter Ziele von je 19 Dollar weiterhin positiv, warnen aber vor Verwässerungseffekten durch laufende Kapitalmarktemissionen. HSBC startete die Coverage mit "Hold" und einem Kursziel von 13 Dollar — und verwies auf die starke Nachfrage nach Kernkraft im KI-Zeitalter, aber auch auf erhebliche Ausführungsrisiken bei einer Technologie, die noch keinen kommerziellen Beweis erbracht hat.
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Pipeline als Gegengewicht
NuScale ist nicht ohne Substanz. Das Unternehmen hält als einziges Unternehmen eine NRC-Zertifizierung für ein kleines modulares Reaktordesign in den USA. Das RoPower-Projekt in Rumänien erhielt grünes Licht der Aktionäre, eine Partnerschaft mit Framatome stärkt die Brennstoffversorgung, und eine neue Kooperation mit Ebara Elliott Energy öffnet industrielle Anwendungsfelder jenseits der Stromerzeugung.
Das Grundproblem bleibt: Die kommerziellen Projekte liegen noch weit in der Zukunft. Der aktuelle Kurs von rund 11,56 Dollar notiert knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 11,45 Dollar — ein technisch neutrales Signal, das die Unentschlossenheit des Marktes gut beschreibt. Bis NuScale echte Umsätze aus dem Reaktorbetrieb vorweisen kann, bleibt die Aktie ein reines Wettpapier auf eine Technologie, deren Stunde noch nicht gekommen ist.
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