Nucor: Gewinn je Aktie auf 3,23 Dollar
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 04:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Starke Zahlen, schwache Kurse – beim US-Stahlriesen Nucor klaffen fundamentale Stärke und Marktstimmung weit auseinander. Trotz eines Gewinnsprungs im ersten Quartal verlor das Papier zuletzt deutlich an Boden. Investoren fragen sich, ob die Korrektur übertrieben ist oder der Stahlmarkt vor einer längeren Durststrecke steht.
Nucor lieferte im ersten Quartal 2026 operativ ab. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 3,23 US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 2,82 US-Dollar deutlich. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum standen lediglich 0,67 US-Dollar zu Buche.
Der Umsatz stieg parallel dazu um über 21 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar. Die Auslieferungen der Stahlwerke legten im gleichen Schritt um neun Prozent zu. Das Management rechnet für das zweite Quartal mit einer weiteren Gewinnsteigerung.
Uneinigkeit bei den Großinvestoren
Aktionäre profitieren von einer Quartalsdividende von 0,55 US-Dollar je Aktie und einem milliardenschweren Rückkaufprogramm. Indes herrscht unter den institutionellen Investoren Uneinigkeit über die weitere Richtung. Während das New York State Teachers Retirement System seine Position um gut fünf Prozent ausbaute, stießen andere Adressen massiv ab.
Vermögensverwalter wie Premier Path Wealth Partners reduzierten ihre Bestände zuletzt deutlich. Zusätzlich belasteten Insiderverkäufe die Stimmung. In den vergangenen 90 Tagen veräußerten Unternehmensinsider Anteile im Wert von rund 19 Millionen US-Dollar.
Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit wider. In nur sieben Tagen verlor der Titel rund 7,5 Prozent an Wert. Mit einem Schlusskurs von 194,35 Euro notiert das Papier nun knapp sechs Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Gegenwind am Weltmarkt
Die globale Stahlbranche kämpft mit volatilen Preisen. Vor allem in China und Indien geben die Notierungen aufgrund hoher Lagerbestände nach. In Europa drosseln erste Werke bereits ihre Produktion, um auf die schwache Nachfrage zu reagieren.
Analysten bleiben trotz der Flaute optimistisch. Die Investmentbanken halten an einem durchschnittlichen Kursziel von rund 267 US-Dollar fest. Das entspräche einem massiven Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
Technisch nähert sich die Aktie einer Stabilisierungsmarke. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,3 — knapp oberhalb der überverkauften Zone von 30. In der kommenden Handelswoche rückt die Unterstützung beim 100-Tage-Durchschnitt von 178,94 Euro in den Fokus. Hält dieses Level nicht, drohen weitere Abverkäufe. Entscheidend für einen Trendwechsel wird die Bestätigung der Prognose für das zweite Quartal sein, die der Markt in den nächsten Wochen erwartet.
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