NRW kämpft weiter mit massivem Lehrermangel
23.03.2026 - 07:22:56 | boerse-global.deNordrhein-Westfalen steckt in der Lehrkräftekrise fest. Trotz eines neuen Steuerungsmodells des Schulministeriums bleibt der Druck auf die Pädagogen enorm. Die Rückkehr zum G9 verschärft die Lage zusätzlich.
Neues Modell: Abordnung als Notlösung?
Anfang März stellte Schulministerin Dorothee Feller einen neuen Plan vor. Lehrkräfte für die Sekundarstufe II sollen zeitweise an Schulen mit akutem Personalmangel abgeordnet werden – oft an Grund-, Real- oder Hauptschulen. Der Hintergrund: Der Wechsel der Gymnasien zurück zu G9 ab dem kommenden Schuljahr frisst zusätzliche Stellen.
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Jede so besetzte Stelle verbessere die Situation vor Ort, so Feller. Kritiker sehen das anders. Sie befürchten, dass die befristeten Abordnungen strukturelle Probleme nur verschieben. Ende 2025 waren in NRW rund 8.800 Lehrerstellen unbesetzt. Allein im Ruhrgebiet klafften über 3.500 Lücken.
Studie enthüllt wahre Belastungsfaktoren
Die Überlastung hat tiefe Wurzeln. Eine aktuelle Studie der Universität zu Köln zeigt: Entscheidend für den Verbleib im Job sind nicht die Einzelnen, sondern funktionierende Teams und stabile Schulstrukturen.
Die Befragung von über 1.100 Lehrkräften offenbart ein System am Limit. Gestiegene Schülerzahlen, Inklusion und Ganztagsausbau erhöhen den Druck. Gleichzeitig häufen sich gesellschaftliche Zusatzaufgaben wie Medienbildung oder Demokratieerziehung. Die Lehrpläne wurden nicht entrümpelt. Das Ergebnis ist Dauerstress für alle.
Folgen: Schlechterer Unterricht und ausgebrannte Lehrer
Die Krise trifft Schüler und Lehrer gleichermaßen. Weniger Personal und mehr Arbeit beeinträchtigen die Unterrichtsqualität. Lehrkräfte berichten von weniger Zeit für Beziehungsarbeit und gehetztem Stoffvermitteln.
Die psychische Gesundheit der Pädagogen leidet massiv. Der Frühjahrsreport 2025 der GEW NRW verzeichnet eine hohe emotionale Erschöpfung, besonders bei jungen Lehrkräften und Frauen. Risikofaktoren sind Gewalt unter Schülern und viele Kinder mit geringen Deutschkenntnissen. Abgeordnete Kollegen fühlen sich ihrer Stammschule oft kaum noch verbunden.
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Streit um Geld und Wertschätzung
Auch die Bezahlung bleibt ein Zankapfel. Die geplante A13-Reform für Grundschullehrer sorgt für Konflikte. Der Haushaltsplan 2026 sieht keine Weiterentwicklung für Beförderungsstellen in Primarstufe und Sekundarstufe I vor.
Kritiker wie der Verband lehrer-nrw warnen: Schulleitungen könnten bald nicht mehr verdienen als einfache Lehrkräfte. Die GEW NRW fordert eine einheitliche Laufbahngruppe für gleichwertige Honorierung. Die Botschaft ist klar: Ohne faire Bezahlung wird der Beruf nicht attraktiver.
Kann Politik die Wende schaffen?
Das Ministerium verweist auf sein umfassendes Handlungskonzept mit 34 Maßnahmen. Dazu zählen mehr Studienplätze in Mangelfächern und der Ausbau des Seiteneinstiegs.
Doch Experten und Gewerkschaften fordern mehr als Notlösungen. Sie drängen auf echte Strukturreformen: eine Entlastung der Lehrkräfte, schlankere Lehrpläne und langfristig attraktive Karrierewege. Ob die aktuellen Schritte reichen, um den Beruf wieder attraktiv zu machen, bleibt die zentrale Frage für NRWs Schulsystem.
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