NRW-Bauordnung: Weniger Bürokratie für mehr Wohnungen
29.01.2026 - 22:00:11Nordrhein-Westfalen will mit einer radikal vereinfachten Bauordnung den Wohnungsbau ankurbeln. Die Landesregierung hat den Entwurf in den Landtag eingebracht. Er soll noch im Sommer in Kraft treten und bürokratische Hürden abbauen.
Unter der Leitung von Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sieht die Novelle eine massive Entschlackung der Vorschriften vor. Ziel ist es, Baukosten zu senken und die Bautätigkeit im Land deutlich zu beschleunigen. Die Immobilienwirtschaft lobt den Vorstoß bereits als wegweisend.
Im Zentrum der Reform steht ein drastischer Abbau von Regelwerken. Künftig sollen nur noch sicherheitsrelevante DIN-Normen verbindlich sein. Alles andere wird zur Empfehlung. Branchenverbände versprechen sich davon enorme finanzielle und administrative Erleichterungen.
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Parallel wird das Baugenehmigungsverfahren komplett digitalisiert. Der digitale Bauantrag wird zum Standard. Das soll die Bearbeitungszeiten bei den Behörden spürbar verkürzen und für mehr Transparenz sorgen.
Neuer Fokus: Der Gebäudebestand
Ein Schwerpunkt liegt auf der Schaffung von Wohnraum in bestehenden Gebäuden. Die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen wird erleichtert. Auch der Dachgeschossausbau soll einfacher werden.
- Bei Aufstockungen um bis zu zwei Geschosse ist ein Aufzug nicht mehr zwingend erforderlich, wenn der Einbau auf besondere Schwierigkeiten stößt.
- Vorschriften für zweite Rettungswege werden gelockert.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, ohne neue Flächenversiegelung zusätzlichen Wohnraum in bereits erschlossenen Stadtlagen zu schaffen – und das schneller.
Branche begrüßt „großen Sprung“
Die Reaktionen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft fallen durchweg positiv aus. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen sieht ein wichtiges Signal, um den stockenden Wohnungsbau wieder in Gang zu bringen. Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität könnten Bauzeiten verkürzen und gerade sozialen Wohnungsunternehmen helfen.
Auch Haus & Grund Rheinland Westfalen spricht von einem „großen Sprung für die Baupolitik in NRW“. Der Wegfall nicht-sicherheitsrelevanter Normen werde kostengünstigeres Bauen ermöglichen.
Wird die Entfesselung wirken?
Mit der geplanten Verabschiedung im Sommer setzt die Landesregierung ein klares Zeichen. Die „Entfesselung“ von unnötigen Vorschriften soll den Weg für schnellere und innovativere Projekte ebnen. Doch kann der regulatorische Neustart die Wohnungsnot im Land wirklich lindern?
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Freiheiten in messbar mehr fertiggestellten Wohnungen münden. Der Erfolg der Reform wird sich daran messen lassen, ob sie den angespannten Immobilienmarkt spürbar entlastet. Sollte sie wirken, könnte sie zum Vorbild für andere Bundesländer werden.
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